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Gendersprache: Frauenministerin Lambrecht will Gender-Sternchen verbieten

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Von: Luisa Ebbrecht

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Frauenministerin Christine Lambrecht (SPD) will laut einer Mitteilung das Gendersternchen verbieten. Weil es nicht für jeden verständlich sei.

Berlin - Frauenministerin Christine Lambrecht (SPD) will Gendersternchen verbieten. Das hat sie in einem offiziellen Schreiben den obersten Bundesbehörden mitgeteilt. „Sonderzeichen als Wortbestandteile in der offiziellen Kommunikation“ seien „nicht zu verwenden“, heißt es in dem Schreiben an Ministerien, Kanzleramt und alle obersten Bundesbehörden. Zuerst hatte die Osnabrücker Zeitung darüber berichtet.

Auch Literaturkritikerin Elke Heidenreich sprach sich erst kürzlich gegen das Gendern aus. Während Senatorin Katharina Fegebank die Gendersprache in Hamburgs Behörden* und öffentlichen Einrichtungen durchgesetzt hat, möchte Hamburgs CDU-Chef die Gendersprache am besten direkt ganz verbieten.

NameChristine Lambrecht
ParteiSPD
Geburtsdatum19. Juni 1965
BerufRechtsanwältin und Politikerin
BeschäftigungBundesministerin für Justiz, Verbraucherschutz, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gendersprache unter Beschuss: Frauenministerin will Gendersternchen und andere Schreibweisen verbieten

Das Gendersternchen ist nicht die einzige Schreibweise, die aus der offiziellen Kommunikation verschwinden soll: Auch der Doppelpunkt, der Unterstrich und das große I, zum Beispiel bei KundInnen, soll nicht mehr verwendet werden. Im Schreiben wird auf die Auffassung des Deutschen Rechtschreibrats verwiesen. Demnach sei die Verwendung der Sonderzeichen „derzeit“ rechtswidrig. Es sei nicht sichergestellt, dass solche Schreibweisen „allgemein verständlich sind“.

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Jedoch sei die Stellungnahme nicht gegen geschlechtergerechte Sprache zu verstehen. Im Gegenteil: Das Frauenministerium empfiehlt weiter, das „generische Maskulinum“ zu vermeiden, wenn auch eine weibliche Form existiere, wie zum Beispiel bei Kunde und Kundin. Demnach werden nur juristische oder abstrakte Personen wie Arbeitgeber ausgenommen. Für zusammengesetzte Wörter wiederum wird ein „pragmatischer Umgang“ vorgeschlagen.

Gendersternchen verboten: Frauenministerin zieht eine neutrale Wortwahl der Gendersprache vor

Die männliche und weibliche Form sollte nicht abwechselnd verwendet werden. Wenn möglich, sollte zudem ein neutrales Wort verwendet werden, beispielsweise Teilnahmeliste statt Teilnehmerliste oder Pflegekraft anstatt Pfleger. Geht das nicht, sollen beide Geschlechter genannt werden. In Deutschland gendert derzeit schon jedes dritte Unternehmen, allerdings meist mit Gendersternchen.

Die Frauenministerin will Gendersternchen verbieten. Auch andere gendergerechte Schreibweisen sind betroffen.
Die Frauenministerin will Gendersternchen verbieten. Auch andere gendergerechte Schreibweisen sind betroffen. © Doreen Garud/Bernd von Jutrczenka/dpa

Das Schreiben von Frauenministerin Christine Lambrecht greift auch den Umgang mit Personen mit diversem oder offenem Geschlechtseintrag auf: Gehe es um gemischte Gruppen, sei die ausschließliche Nennung von weiblicher und männlicher Form „grundsätzlich annehmbar“, weil der Anteil anderer Personen „sehr gering ist“. Der Gender-Diskurs polarisiert bundesweit*, das machen die jüngsten Umfragen zu dem Thema deutlich. So sprechen sich nur 14 Prozent für die gendergerechten Sprache aus. Offenbar nicht nur der Hamburger Scooter-Frontmann H.P. Baxxter findet Gendersprache „zum Kotzen“* 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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