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„Vergewaltigung der Sprache“: Dieter Hallervorden ätzt gegen Gendern

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Von: Ulrike Hagen

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Was Dieter Hallervorden vom Gendern hält, verriet der Komiker kürzlich in Berlin. Für ihn ist es eine Vergewaltigung der deutschen Sprache.

Berlin – Ob Mülleimer für menstruierende Männer, öffentlich-rechtlich gegenderte Taliban oder Braunbären als Veganer:innen. Realität und Satire sind in diesen Zeiten oft nicht mehr zweifelsfrei unterscheidbar. Fakt ist: Die Debatte um die Anerkennung nicht-binärer Lebensformen und Geschlechts-sensible Sprache verunsichert viele. Kalt lässt sie keinen. Nun hat sich der Komiker und Theaterbetreiber Dieter Hallervorden zu Wort gemeldet – und seine tiefe Abscheu gegen das Gendern in der deutschen Sprache zum Ausdruck gebracht.

Privattheater:Schlosspark Theater Berlin
Adresse:Schloßstraße 48, Berlin-Steglitz
Theaterleiter:Dieter Hallervorden (seit 2008)
Baujahr:1804

„So lange ich mitzumischen habe, wird das Theater sich nicht am Gendern nicht beteiligen“: Dieter Hallervorden bezieht Stellung

Bei der Vorstellung des Spielplans 2021/2022 seines Schlosspark Theaters sagte Hallervorden am Dienstag in Berlin: „Alles, was von Seiten des Theaters herausgegeben wird, wird nicht dazu dienen, die deutsche Sprache zu vergewaltigen“. Und erklärte über seine Privatbühne: „Das Schlosspark Theater wird, so lange ich da ein bisschen mitzumischen habe, sich am Gendern nicht beteiligen“, ergänzte aber: „Allen Mitarbeitern steht es natürlich frei, das zu handhaben, wie sie möchten.“

Porträt: Theaterleiter Dieter Hallervorden im Berliner Schlosspark Theater auf der Jahres-PRESSEKONFERENZ 2021/22
Bei der Vorstellung des Spielplans 2021/2022 im Schlosspark Theater in Berlin machte Theaterleiter und Komiker Dieter Hallervorden seinem Ärger über das Gendern Luft. © Metodi Popow/Imago

Bereits in der Vergangenheit hatte sich der Träger des Karl-Valentins-Ordens zum Thema Gendern kritisch geäußert. Speziell die gendergerechten Ansprachen in den Medien stoßen dem Schauspieler sauer auf. Die Debatte darüber, wie die männlichen Formen in der Sprache durch Begriffe ersetzt werden können, die Frauen, aber auch etwa Transmenschen einbeziehen, wird im deutschsprachigen Raum seit Jahren geführt – und unterschiedlich umgesetzt. Mit Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich im Geschriebenen oder einer kurzen Pause im gesprochenen Wort. Während die Tagesschau nicht gendern will, machte die Lufthansa Schluss mit „Willkommen an Bord, meine Damen und Herren“ und die Bundeswehr benennt die „Einmannpackung“ um.

„Natürlich entwickelt sich Sprache“, stellte Hallervorden dazu in Berlin fest, „aber sie entwickelt sich nicht von oben herab auf Befehl. Es hat in der letzten Zeit nämlich zwei Versuche gegeben. Einmal von den Nazis und einmal von den Kommunisten. Beides hat sich auf Druck durchgesetzt, aber nur temporär - und zwar auf Zwang.“

Dieter Hallervorden ist nicht der erste Prominente, der gegen „Geschlechter-sensible Sprache“ wettert

Dieter Hallervorden ist nicht der Erste, der sich in der Debatte um die „Geschlechtersensible Sprache“ deutlich positioniert – und damit polarisiert. Ob Ingo Appelt, der Gendern als „akademisch abgehobene Kacke“ bezeichnete, Elke Heidenreich, die es verlogen und die Sprache verhunzend nennt, oder Scooter-Frontmann H.P. Baxxter, der „Gendern zum Kotzen“ findet. Fakt ist – ob man sie mag oder nicht – geschlechtergerechte Sprache hat Effekte auf die Gleichberechtigung. Das wurde in verschiedenen Studien klar nachgewiesen. Doch was sich am Ende im Sprachgebrauch verändern und durchsetzen wird, entscheidet jeder Einzelne für sich und damit mit. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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