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Krankschreibung nicht mehr per Telefon ab Juni: Gelber Schein nur nach Arztbesuch

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Von: Andree Wächter

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Ein weiterer Schritt zur Normalität: Wer eine Krankmeldung braucht, muss wieder zum Arzt gehen. Der Hausärzteverband findet Telefonsprechstunde besser.

Berlin – Zurück zum Stand von vor Corona: Arbeitnehmer, die eine Krankschreibung benötigen, müssen wieder zum Arzt gehen. Bis zum 31. Mai war dies bei bestimmten Krankheitsbildern wie Erkältungsbeschwerden (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen) auch per Telefon möglich. Wegen der entspannteren Corona-Lage ist dies vorerst nicht mehr generell möglich. Um einen Gelben Schein zu bekommen, müssen Patienten ab 1. Juni 2022 wieder in Arztpraxen gehen oder Videosprechstunden nutzen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hatte entschieden, eine zuvor mehrfach verlängerte Sonderregelung auslaufen zu lassen.

Krankschreibung per Telefon kann bei BA.5 zurückkommen

Das Gremium betonte zugleich, dass solche Sonderregelungen für bestimmte Regionen oder bundesweit wieder aktiviert werden könnten, sollte die Corona-Pandemie in den nächsten Monaten erneut an Fahrt gewinnen. Dies könnte passieren, wenn der Omikron-Subtyp BA.5 sich zur dominierenden Corona-Variante entwickelt. In Portugal ist BA.5 schon auf dem Vormarsch. In Niedersachsen stieg die Inzidenz am 1. Juni auf 259,1. Am Vortag lag sie bei 258,3.

Telefonische Krankschreibungen waren seit Ende März 2020 fast durchgehend möglich gewesen. Dies sollte unnötige Kontakte reduzieren, um das Infektionsrisiko zu senken. Für bis zu siebe Tage konnten Patienten so eine Krankschreibung bei Omikron-Infektion, einem anderen Corona-Subtyp oder völlig anderen Bewschwerden krankgeschrieben werden.

Gelber Schein per Anruf: Die Krankschreibung ist vorerst nicht mehr am Telefon möglich. (Symbolbild)
Gelber Schein per Anruf: Die Krankschreibung ist vorerst nicht mehr am Telefon möglich. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, äußerte Unverständnis darüber, dass die Regelung „ohne Not“ wieder abgeschafft werde. „Die Telefon-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat sich bewährt“, sagte Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie bringe den Hausarztpraxen „echte Entlastung“. Weigeldt sprach sich dafür aus, die Krankschreibung per Telefon zumindest für Bestandspatienten weiterhin möglich zu machen.

Krankschreibung per Video: Körperliche Untersuchung darf nicht für eine Abklärung der Arbeitsunfähigkeit nötig sein

Unabhängig von den Sonderregelungen während der Corona-Pandemie gilt, dass Krankenversicherte aufgrund einer Videosprechstunde eine Krankschreibung erhalten können. Voraussetzung ist aber, dass zur Abklärung der Arbeitsunfähigkeit keine unmittelbare körperliche Untersuchung notwendig ist.

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