Alpha, Beta, Gamma, Delta

Gegen Diskriminierung: Neue neutrale Namen für Corona-Mutationen

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Weil die Benennung nach dem Entdeckungsort diskriminierend ist, kennzeichnen nun griechische Buchstaben Corona-Mutationen. Dies gab die WHO am Montag bekannt.

Genf – Seit über einem Jahr hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem*. Vor allem die Verbreitung gefährlicher Corona-Mutationen führt immer wieder zu neuen Lockdowns und Maßnahmen. Denn sie gelten als gefährlicher und ansteckender als der Ursprungsvirus. Die Impfstoffe von AstraZeneca, Biontech und Moderna* wurden grundsätzlich für die frühe Form des Corona-Virus entwickel. Darum kündigten Impfstoff-Hersteller bereits an, ihre Impfstoffe nun explizit zum Schutz gegen die Mutationen anpassen zu wollen.

Bisher kannte man Corona-Mutationen unter dem jeweiligen Ort ihrer Entdeckung. Doch weil Bezeichnungen wie die „britische Mutation“ diskriminiere und rassistische Zuschreibungen schüre, werden die Virusvarianten nun umgenannt.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Umbenennung der Corona-Mutationen, um nicht zu diskriminieren und stigmatisieren

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag, dem 31. Mai, verkündete, sollen die Corona-Mutationen fortan neue Namen erhalten. Um Diskriminierung aus dem Weg zu gehen, sollen die gefährlichen Virusvarianten künftig in der Reihenfolge ihrer Entdeckung durch griechische Buchstaben gekennzeichnet werden.

Sowohl in den Medien als auch im Alltag verwenden Menschen statt der komplexen wissenschaftlichen Bezeichnung für Corona-Mutationen – wie etwa B.1.1.7 für die erstmals in Großbritannien auftretende Mutation – den Ort ihrer Entdeckung. So sprechen sie also zum Beispiel von der „englischen Mutation“, „was stigmatisierend und diskriminierend ist“, so die Weltgesundheitsorganisation.

Corona-Mutationen bekommen neue Namen: Griechisches Alphabet statt Ursprungsort

Die Variante, die in Großbritannien ihren Ursprung fand, wird zu „Alpha“, die in Südafrika entdeckte Mutation zu „Beta“ und aus der in Brasilien auftretenden Corona-Variante wird entsprechend „Gamma“.

Griechische Buchstaben statt Entdeckungsort: Corona-Mutationen erhalten neue Namen.

Das neue Benennungssystem unterteilt schließlich die vierte Mutation, die erstmals in Indien auftauchte, in zwei Buchstaben. So erhält die Mutation B.1.617.1, die von der WHO derzeit als „von Interesse“ eingestuft wird, den Buchstaben „Kappa“.

Die besorgniserregende Variante B.1.617.2, die vor Kurzem im niedersächsischen Landkreis Diepholz* ermittelt wurde, kennt man hingegen bald nur noch als „Delta“. Wie merkur.de berichtete, wurde die letztere Virus-Mutation auch auf der Insel Mallorca* festgestellt. Für Fälle einer Corona-Infektion vor Ort plant die Regierung von Mallorca, die Rückreisekosten für die Urlauber zu übernehmen.

Neue Bezeichnungen für Corona-Mutationen sollen Kommunikation erleichtern

Die griechischen Buchstaben sollen allerdings nicht die wissenschaftlichen Bezeichnungen ersetzen. Vielmehr teilte die Weltgesundheitsorganisation mit, die neue Benennung solle „in der öffentlichen Diskussion helfen“: Die öffentliche Kommunikation über die Mutanten soll erleichtern werden – aber eben ohne, dass durch die bisher gebräuchlichen Bezeichnungen Länder stigmatisiert werden. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/ZUMA Wire | Cdc

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