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Gefragte Computerspiele: Vor allem Männer spielen seit Corona-Pandemie mehr

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Von: Fabian Raddatz

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Online-Glücksspiel
Vor allem die jüngeren Befragten gaben an, seit der Corona-Krise mehr zu spielen. © Sina Schuldt/dpa/Illustration

Seit der Corona-Krise spielen vor allem Männer spürbar häufiger mit Handy, Spielekonsole oder Computer. Doch nicht jeder gilt auch gleich als abhängig.

Hannover – Ganz vertieft starren sie auf ihre Bildschirme, nehmen kaum etwas um sich herum wahr: Viele Menschen zocken auf ihren Handys, Tablets, Konsolen oder Laptops - und seit der Corona-Pandemie mehr als vorher. Aber das betrifft nicht alle Bundesbürger gleichermaßen.

Jeder achte Mann spiele öfter als vor der Pandemie - in der Lockdown-Zeit 2020 habe dies sogar jede fünfte getan, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse mit Sitz in Hannover.

Anders bei Frauen: Der Umfrage zufolge zockt jede 13. Frau mehr als zuvor, während dies 2020 noch jede achte angab. Für die repräsentative Studie wurden im Juli 2020 und im Juli 2022 rund 1000 Menschen im Alter von 16 bis 69 Jahren online befragt.

Computerspiele während Corona: Nicht jeder ist gleich süchtig

Erwartungsgemäß gaben vor allem die jüngeren Befragten an, seit der Corona-Krise, die gerade durch die Omikron-Variante des Virus vorangetrieben wird, mehr zu spielen: So sagten 4 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, dass sie seit der Pandemie deutlich mehr spielen – 12 Prozent räumten ein, etwas mehr zu spielen. Immerhin 7 Prozent unter ihnen sagten aber auch, dass sie seit der Pandemie deutlich weniger spielen. Unter den älteren Befragten zwischen 30 und 69 Jahren spielte nur ein Prozent deutlich mehr.

Dabei gilt: Nicht jeder, der mehrere Stunden am Stück spielt, ist automatisch süchtig. Es gebe aber klare Alarmsignale, sagte Michael Falkenstein, KKH-Experte für Suchtfragen. Dazu zähle, die Kontrolle über Häufigkeit und Dauer des Spielens zu verlieren, nicht aufhören zu können, das Zocken vor andere Aktivitäten zu stellen und auch bei negativen Konsequenzen weiterzumachen.

„Süchtig nach Computerspielen ist jemand, der seine Familie und Freunde, die Schule oder die Arbeit vernachlässigt, der sich wegen des ständigen Spielens schlecht ernährt, kaum noch schläft, Hobbys und sportliche Aktivitäten sausen lässt“, erklärte er. Aber: „Spielen bis zum Umfallen – das ist offenbar immer noch die Ausnahme.“

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