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GDL-Streik: Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen stark eingeschränkt

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Von: Fabian Raddatz

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Lokführer-Streik im Personenverkehr – Niedersachsen Hannover Hauptbahnhof
Ein Mann sitzt in der Eingangshalle vom Hauptbahnhof Hannover. Der Bahnstreik trifft auch Norddeutschland. © Michael Matthey/dpa

Wegen des erneuten bundesweiten Streiks der Lokführer kommt es im Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen seit Donnerstagmorgen zu massiven Einschränkungen.

Hannover/Bremen – Reisende der Deutschen Bahn müssen sich seit Donnerstagmorgen, 2. September 2021, auf zahlreiche Zugausfälle und -verspätungen einstellen. Ein Ersatzfahrplan soll den Verkehr auf bestimmten Streckenabschnitten sichern. „Wir hoffen, dass es genauso abläuft wie bei den letzten beiden Streiks und wir ein verlässliches Mindestfahrplanangebot aufrechterhalten können“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am frühen Donnerstagmorgen.

Eisenbahnunternehmen:Deutsche Bahn AG
CEO:Richard Lutz (22. März 2017–)
Hauptsitz:Berlin
Umsatz:42,7 Milliarden EUR (2017)
Gründung:Januar 1994, Berlin

Im Regionalverkehr verkehrt der RE1 zwischen Bremen und Oldenburg voraussichtlich im Zweistundentakt, genau wie der RE9 zwischen Bremen Hauptbahnhof und Osnabrück. Fahrgäste werden dazu angehalten, auf dem Streckenabschnitt Bremen Hbf und Bremerhaven-Lehe die NordWestBahn zu nutzen. Die NordWestBahn ist als privates Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht vom Streik betroffen.

Bundesweiter Bahnstreik: Auch S-Bahnen beeinträchtigt

Auch Fahrgäste der S-Bahn müssen sich auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. Die S5 zum Flughafen Hannover verkehrt etwa nur im Stundentakt zwischen Hannover Flughafen und Hameln/Bad Pyrmont - zwischen Hameln und Paderborn im Dreistundentakt. Die Linien der S4 (Bennemühlen – Hannover Hbf – Hildesheim Hbf) fallen voraussichtlich aus. Alternativ dienen auf der Strecke Hannover Hbf und Hildesheim Hbf die Züge des erixx.

Im Güterverkehr hatte der Arbeitskampf der GDL bereits am Mittwochnachmittag begonnen. Kurz vor dem geplanten neuen Streik im Personenverkehr hatte sich die Deutsche Bahn mit einem neuen Angebot an die Lokführergewerkschaft gewandt - ohne Erfolg. Bis voraussichtlich Dienstagmorgen müssen sich Bahnkunden damit vorerst weiter auf starke Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr einstellen. Die Bahn hat angekündigt, rund jeden vierten Fernverkehrszug fahren zu lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr soll rund 40 Prozent des sonst üblichen Angebots Bestand haben.

Streik schränkt Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen stark ein: Metronom-Züge nicht betroffen

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Lesen Sie auch: Fünf-Tage-Streik bei der Deutschen Bahn ab heute: Ticket-Rückgabe für Fahrgäste möglich?

Die GDL kündigte mehrere Streikkundgebungen für Donnerstag, Freitag und Montag an. Gewerkschaftschef Claus Weselsky plant demnach Auftritte in Leipzig, Nürnberg, Magdeburg und Berlin. Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Demnach sind Züge des Metronoms nicht betroffen. Ein Bremer Experte hat derweil vor einem erhöhten Corona-Risiko aufgrund des Bahnstreiks gewarnt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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