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Gasnotstand: Gasspeicher in Rehden bleibt Sorgenkind

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Von: Jan Knötzsch

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Das Gas in Deutschland wird knapp. Der Gasnotstand droht. Der Chef der Bundesnetzagentur schaut mit Unbehagen auf den Gasspeicher in Rehden.

Rehden – Es ist nur ein Wort. Aber allein das reicht aus, um Angst und Schrecken zu verbreiten und Betrüger in der Energiekrise 2022 auf den Plan zu rufen: Gasnotstand. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat längst an die Deutschen appelliert, Gas zu sparen, damit eines nicht eintritt: Dass irgendwann kein Gas mehr da ist. Staatshilfen gegen den Gasnotstand gibt es bereits: Fünf Milliarden Euro sollen die Pleite von Uniper abwenden. Und angesichts des Gasnotstands könnten die Gaspreise auch in der Zukunft in Deutschland noch weiter steigen.

Noch ist der Gastnotstand nicht beim extremsten Fall angelangt, sprich: Noch muss das Gas nicht abgestellt werden. Dass es allerdings bereits eine Gasknappheit gibt, ist nicht von der Hand zu weisen. Nicht nur anhand der Appelle aus der Politik. Bester Beleg dafür: der Gasspeicher in Rehden im Landkreis Diepholz in Niedersachsen.

Gastnotstand auch im Gasspeicher in Rehden: Füllstand liegt bei 20 Prozent

In einer Zeit, in der der erste Vermieter wegen des Gasnotstands das Warmwasser abgestellt hat und darüber spekuliert wird, ob Robert Habeck Industrie und Privathaushalten das Gas abdreht, war Europas größter Gasspeicher in Rehden schon fast leer und ein wachsames Auge auf eben jenen Gasspeicher im Süden von Niedersachsen nötig. Immerhin: Das Gas fließt wieder in den Gasspeicher in Rehden, wie kreiszeitung.de jüngst berichtete. So richtig rosig aber, und da reiht sich der Speicher in Niedersachsen in den Reigen der Gasknappheit ein, sieht die Lage noch immer nicht aus.

Der Gasspeicher in Rehden ist noch nicht einmal zu 25 Prozent gefüllt.
Er löst Sorgen: aus Der Gasspeicher in Rehden. Aktuell ist er noch nicht einmal zu einem Viertel gefüllt. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Der Füllstand des Gasspeichers in Rehden lag zuletzt bei fast 20 Prozent. Laut den Daten des Betreibers Astora, einer Tochter der unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur stehenden Gazprom Germania, werden aktuell in Zeiten des drohenden Gasnotstands 15 Millionen Kilowattstunden pro Stunde in das unterirdische Reservoir gepumpt. Seit dem 2. Juni ist der Füllstand von 0,85 auf 8,3 Milliarden Kilowattstunden (Stand: 29. Juni 2022) angewachsen. Das macht einen Stand von exakt 19,2 Prozent der Gesamtkapazität von 43 Milliarden Kilowattstunden.

Gasnotstand: Bundesnetzagentur-Chef Müller im Gasspeicher in Rehden - Appell zum sparsamen Umgang mit Gas

Entnommen wurde wegen des Gasnotstands in Deutschland seit dem 1. Juni gemäß der Daten kein Gas mehr. Und trotzdem ist, was den Gasspeicher in Rehden angeht, längst nicht alles im grünen Bereich – auch, wenn die Zahlen schon einmal schlechter ausgesehen haben. Für Bürger, die wegen des Gasnotstands Energie sparen wollen, gibt es übrigens Tipps, wie dies funktioniert. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat derweil einen Plan, wie er während des Gasnotstands die Gasversorgung retten will. Derweil hat Klaus Müller, der Chef der Bundesnetzagentur, Privathaushalte und Industrie dazu aufgefordert, im Umgang mit Gas sparsam umzugehen. Dies berichtet der NDR, nachdem Müller den Gasspeicher in Rehden besucht hat.

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„Wir appellieren an alle privaten Haushalte, jetzt schon zu überlegen, wo kann man im Herbst selber Gas einsparen“, erklärte Klaus Müller bei seinem Besuch in Rehden, so der NDR. Laut des Chefs der Bundesnetzagentur seien derzeit die Gasspeicher in Deutschland zu knapp 63 Prozent gefüllt. Im Gasspeichergesetz heißt es, dass die deutschen Gasspeicher bis zum 1. Oktober 2022 zu 80 Prozent gefüllt sein sollen. Zum 1. November 2022 soll dieser Wert dann sogar bei 90 Prozent liegen. Laut Müller sei es unklar, ob diese Ziele in Zeiten des Gasnotstands wirklich erreicht werden. Aktuell gäbe es noch zu viele Unwägbarkeiten.

Gasnotstand: Deutsche Gasspeicher im November wirklich zu 90 Prozent voll? Warum Rehden Sorgen macht

Unter anderem die, ob Russland nach Beendigung von Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1 Ende Juli 2022 wieder Gas nach Deutschland leiten wird. Was im Zuge des Gasnotstands Gaslieferungen aus Norwegen angeht, sei es unsicher, ob das Land überhaupt Gas in der vereinbarten Menge liefern kann. Hintergrund: In Norwegen sind Streiks auf diesem Sektor angekündigt.

Der Gasspeicher in Rehden seien für ihn, so Müller, das größte Sorgenkind, da dieser noch nicht einmal zu einem Viertel seiner Kapazität gefüllt ist. „Hier liegt eine Herausforderung für uns alle“, sagte der Chef der Bundesnetzagentur bei seinem Besuch des Gasspeichers in Rehden.

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