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Gänsebraten-GAU an Weihnachten: Jetzt wird auch noch Geflügel knapp

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Von: Ulrike Hagen

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Gänsebraten wird Weihnachten Mangelware. Experten warnen schon jetzt, Grund für den drohenden Festtags-Geflügel-GAU sind Coronavirus und Vogelgrippe.

Bonn – Für viele ist Weihnachten ohne ihn möglich, aber sinnlos: der Gänsebraten. In diesem Jahr dürfte die Vorfreude für die Fans dieses Festtagsmahls durch eine schlechte Nachricht allerdings deutlich getrübt werden. Die begehrten Vögel werden nämlich nicht nur deutlich teurer, sondern auch verdammt knapp, warnen Experten. Wer sich also ein gänsesicheres Weihnachten wünscht, sollte sich unbedingt rechtzeitig darum kümmern.

Vogelart:Gans
Familie:Entenvögel (Anatidae)
Flügel-Spannweite:Kanadagans: 1,30-1,80 Meter, Schwanengans: 1,60-1,80 Meter
Lebenserwartung:Kanadagans: 10-24 Jahre, Schwanengans: 20 Jahre, Weihnachtsgans: 16- 23 Wochen

Weihnachten droht der Gänsebraten-GAU: Gänsefleisch ist knapp und teuer

Das Festtags-Geflügel-Drama hat bereits am kürzlichen Martinstag, dem 11. November, seinen dramatischen Schatten vorausgeworfen: Bereits Anfang November waren regionale Gänse knapp – und die Landwirtschaftskammer riet zur Vorbestellung*. Nun folgt die offizielle Warnung der „Marktinfo Eier & Geflügel“ (MEG): „Der Markt für Wassergeflügel ist zu Weihnachten wohl leergefegt“, so Marluis Gentgen von der Marktbeobachtungs-Firma gegenüber der Zeitung „Welt am Sonntag“. Es könnte also Weihnachten dieses Jahr ein richtig teures Fest werden, denn auch Weihnachtsbäume kosten mehr*.

Eine Weihnachtsgans dekoriert mit Äpfeln und Kastanien
Experten warnen vor dem Gänse-GAU: „Markt zu Weihnachten wohl leergefegt“.(Symbolbild) © imago

Die Weihnachtsgans wird zur Mangelware: Vogelgrippe und Coronavirus sind schuld

Ursache der Knappheit und damit auch der Verteuerung sind die Spät-Folgen der Vogelgrippe und der Corona-Pandemie. Fast alle Züchter Deutschlands sowie die Züchter in den wichtigsten Lieferantenländern Polen und Ungarn sind davon betroffen.

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Weihnachts-Wucher: Gänse zwischen 20 und 40 Prozent teurer

Kundinnen und Kunden müssen sich nach Einschätzung von Experten auf deutlich höhere Preise einstellen: Für Gänse aus Deutschland müssten mindestens 20 Prozent mehr gezahlt werden, so Mechthild Cloppenburg von der Bonner Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) laut „Welt am Sonntag“. Importiertes Gänsefleisch kostet demnach teilweise sogar 40 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

„Markt zu Weihnachten wohl leergefegt“ – Braten gefährdet

Theoretisch wäre es der richtige Zeitpunkt, es mit einer veganen oder zumindest vegetarischen Alternative zu probieren. Laut Ernährungsreport 2021 hat sich der Anteil der Vegetarier und Veganer in der Coronakrise immerhin auf zehn beziehungsweise zwei Prozent verdoppelt. Und das Angebot ist da: Wo doch der Hamburger Fischmarkt sogar mit Tofu-Fischbrötchen vegan werden soll*, und immer mehr Discounter fleischlose Alternativen ins Sortiment aufnehmen, was allerdings nicht jedem schmeckt: Als beispielsweise Aldi einen veganen Bacon ins Sortiment nahm, sind Fleischesser-Kunden regelrecht ausgerastet.

Unter ihnen finden sich sicher nicht wenige der 73 Prozent Männer, die lieber sterben würden, als auf Fleisch zu verzichten, wie eine Umfrage ergab. Für ein friedvolles Fest könnte der Griff neben die Fleischtheke also durchaus auch die falsche Entscheidung sein. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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