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Frau ersticht tyrannischen Ehemann: „Wollte sein Herz treffen, aber er hat keins“

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Von: Christian Einfeldt

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Familientragödie in einem englischen Dorf: Eine Ehefrau sticht mehrmals auf ihren Mann ein. Später sagt sie: Sie wollte sein Herz treffen – „aber er hat keins“.

Berrow, England – Ein Blutbad überschatte den Alltag eines kleinen Dorfs in England. Normalerweise bekannt für seinen Tourismus, geriet der Küstenort Berrow im Februar 2021 durch ein Familiendrama in die Schlagzeilen. Eine 66-jährige Frau sticht mehrfach auf ihren Ehemann ein. Wie dailymail.co.uk berichtete, sah sie keinen anderen Ausweg, sich der Tyrannei ihres Ehemanns zu widersetzen.

Dorf in England:Berrow
Bevölkerung:1,534 (Stand: 2011)
Bezirk:Sedgemoor
Grafschaft:Somerset

24 Jahre war das Ehepaar zusammen. Nach dem schrecklichen Mord, ähnlich brutal wie die tödlichen Messerattacken in Delmenhorst*, zeigt Penelope Jackson wenig Reue: „Ich würde es wieder tun“, gesteht sie die Tat später der Polizei. Eine Tat, bei der sie ein exaktes Ziel verfolgte: Sie wollte einzig und allein sein Herz treffen – „aber er hat keins“, so die Mörderin aus England.

Ehefrau sticht mehrmals auf ihren Mann ein: Nach gemeinsamen Abendessen eskaliert die Situation

Wie die 66-jährige Engländerin nach dem angerichteten Blutbad angibt, bröckelte die Ehe von Penelope und David Jackson schon seit längerem. Sogar mehr als das: Ihr Mann habe sie tyrannisiert. Ein Ende war nicht in Sicht. Unwahrscheinlich also, dass ein gemeinsames Abendessen mit der Tochter die zerrüttete Ehe noch einmal zusammenführen könnte. Doch das Paar gab dem Ganzen ein Versuch. Corona-bedingt traf sich die Familie im Februar 2021 zu einem Zoom-Meeting. Statt die Wogen zu glätten, hing der Haussegen wenig später schiefer als je zuvor. Es kam zum finalen großen Krach.

Streitthema war das Essen. Aufgrund dessen fasste Penelope Jackson einen folgenschweren Entschluss. Der Ehekrach sollte sie dazu veranlassen, ein Messer mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Sie wollte sich verteidigen, erklärte sie später dem Gericht. Nach dem Streit fand Penelope keine ruhige Minute. Inmitten der Nacht wachte die 66-jährige Engländerin auf. Wie viel Wut sich bei ihr angestaut hatte, zeigte sich wenige Momente später. Ihr erster Impuls: „Als ich aufgewacht bin, dachte ich: Ich kann nicht mehr“, zitiert der britische Sender BBC die Ehfrau.

Dabei soll sie zunächst gar nicht an Mord gedacht haben. Ganz anders: Sie wollte sich selbst umbringen. Als Penelope ihren Mann mit ihren Gedanken konfrontierte, eskalierte die Situation. „Dann zieh das auch durch“, sagte ihr Mann. Worte, die die Situation zur Eskalation brachten. „Warum sollte ich sterben? Du wirst es“, erwiderte Penelope – und stach brutal auf ihren Ehemann ein. Sie handelte skrupellos, ähnlich wie zuletzt ein Mann, der in Ahrensburg eine Frau mit 28-Messerstichen getötet haben soll*. Womöglich wäre es beim Fall in England bei einem Stich geblieben. Als der 78-jährige Ex-Oberstleutnant weiter auf seine Ehefrau einredete, platzte ihr jedoch der Kragen. Sie würde sich ohnehin nicht trauen, ihren Worten Taten folgen zulassen, höhnte er – da stach sie noch zweimal zu.

Ein Polizeiauto vor einem Backsteinhaus und die Gerichtssaalskizze der Täterin
Großbritannien: Frau ersticht ihren Ehemann, weil sie genug von seiner Tyrannei hatte. Rechts die Skizze der Täterin im Gerichtssaal. (Symbolbild/24hamburg.de-Montage) © Elizabeth Cook/imago

Ehefrau ersticht tyrannischen Ehemann – keine Reue: „Vielleicht sollte ich noch mal hingehen und noch mal auf ihn einstechen“

Mit seiner letzten Kraft schaffte es der schwer verletzte Mann, die Telefonnummer des Notrufs zu wählen. Doch statt des blutüberströmten Ehemanns ist es Penelope, die mit den Beamten spricht. Die 66-Jährige, die zuvor das Telefon an sich riss, schilderte die Situation folgendermaßen: „Er liegt in der Küche und verblutet mit ein bisschen Glück.“ Aufforderungen ihren Mann zu helfen, beißen bei Penelope Jackson auf Granit. Sie hat einen anderen Vorschlag: „Vielleicht sollte ich noch mal hingehen und noch mal auf ihn einstechen“. Auch als die Beamten versuchten, dem schwer verletzten David Jackson in letzter Not das Leben zu retten, wehrte sich Penelope. „Oh tun Sie das nicht, nein, nein, nein, bitte nicht! Ich hätte noch ein bisschen mehr auf ihn einstechen sollen“, sagte die 66-Jährige den Sanitätern.

Später erklärte die 66-jährige Ehefrau ihr Tatmotiv: „Ich habe nicht den Verstand verloren, aber ich habe genug von der Gewalt und den Gemeinheiten“. Nach Berichten von RTL hätte sie sich von ihrem Mann bedroht gefühlt. Ihr Ziel war es, sein Herz zu treffen – „aber er hat keins“, sagt Penelope später der Polizei. David Jackson überlebte die Tat nicht.

Von Läuterung kann bei Penelope nicht die Rede sein: „Wenn ich noch mal die Chance bekäme, würde ich es wieder tun“. Im Gegensatz zum Raser vom Ballindamm, der mit einem milden Urteil davon kommt*, droht der 66-Jährigen nun eine lebenslange Haft. Für Penelope Jackson ein Urteil, mit dem sie leben könnte. „Ich akzeptiere meine Strafe“, sagte sie der Polizei. Sie hoffe nur, dass ihr Mann jetzt in der Hölle schmort. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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