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Extreme Hitzewelle in Europa: Was bedeutet das für meinen Urlaub?

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Von: Christian Einfeldt

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Weiten Teile Europas werden weiterhin von einer extreme Hitzewelle beherrscht. In Frankreich wüten sogar Waldbrände. Was müssen Urlauber nun beachten?

Département Aude, Frankreich – Die Hitzewelle hat Europa weiterhin fest im Griff. Besonders leidgeplagt ist aktuell die Süd-französische Region rund um das französische Departement Aude. Massive Trockenheit sorgen für einen gewaltigen Waldbrand, der sich auch einen Tag nach Ausbruch noch nicht bändigen lässt.

Die Folge: Menschen müssen ihre Häuser verlassen. Der Brand führt dann auch noch zu einem Stromausfall, der nicht nur das Netz im Süden Frankreichs lahmlegt. Parallel zu Waldbrandgefahr und den Auswirkungen der Bullenhitze gilt für den Urlaub in ganz Europa neue Beschränkungen und Regeln. Was müssen Urlauber jetzt alles wissen?

Französisches Departement:Département Aude
Fläche:6.139 km²
Bevölkerung:368.011 (2019)
Hauptstadt:Carcassonne

Bullenhitze trifft Europa: Was müssen Urlauber jetzt wissen?

Es ist erst wenige Wochen her, dass in Europa die Bullenhitze Einzug erhielt: Menschen gerieten ins Schwitzen und Rekorde ins Schwanken. Mancherorts wurden gar Temperaturen um die 45 Grad gemessen. Während die Wetter-Entwicklung in Deutschland verhältnismäßig moderat blieb, gehörten in Süd-Europa Temperaturen rund um 40 Grad lange Zeit zur Tagesordnung.

Stark betroffen von der Hitzewelle ist vor allem Spanien, das vom RKI zuletzt als Hochinzidenzgebiet eingestuft wurde*. „In der Spitze berechnen die Wettercomputer stellenweise Höchstwerte bis knapp 44 Grad. Das sind durchaus gefährliche Temperaturen - vor allem für ältere Menschen“, bewertete kürzlich RTL-Meteorologe Björn Alexander die aktuell vorherrschende Wetter-Lage.

Auch vor Mallorca, wo nach der rasanten Verbreitung der Delta-Variante längst ein zweites Quarantänehotel eröffnet wurde*, macht die Bullenhitze keinen Halt. Durchschnittlich seien etwa 36 bis 38 Grad zu erwarten. Urlauber sollten daher immer genügend trinken und sich schonen.

Ursache für die anhaltende Hitzewelle in Spanien ist eine Heißluftblase, die sich über den Norden Afrikas ihren Weg gemacht hat. Darüber hinaus bringt die Luftbewegung Saharastaub mit ins beliebte Reiseziel der Deutschen. Das große Problem: Der Regen bleibt aus. Doch nicht nur für Spanien stellt der fehlende Regen ein ernsthaftes Problem dar.

Waldbrandgefahr in Frankreich: „Die Situation ist heikel und kompliziert“

Am Samstag, dem 24. Juli, bekam auch Süd-Frankreich die Folgen der Hitzewelle zu spüren. Rund 850 Hektar einer Waldfläche seien laut Medienberichten verwüstet worden. Einen Tag später, am Sonntagmorgen, kämpfen noch immer hunderte Feuerwehrleute gegen den Waldbrand. „Die Situation ist heikel und kompliziert“, sagte ein Feuerwehrmann der Nachrichtenagentur AFP. Schließlich sei die Waldbrandgefahr im Gebiet derartige prekär, dass sich aufgrund der Dürre stets neues Feuer entfachen könne.

Über 800 Feuerwehrleute waren die ganze Nacht im Einsatz, um das am frühen Samstagnachmittag ausgebrochene Feuer zu bändigen. Medienberichten zufolge entfachte der Brand auf dem Mittelstreifen der A61 zwischen den französischen Städten Moux und Foncouverte. 90 Menschen mussten infolgedessen ihre anliegenden Wohnungen verlassen und evakuiert werden.

Feuerwehr kämpft gegen Waldbrand an der Côte d’Azur.
Bereits im vergangenen Jahr mussten Feuerwehrleute gegen Waldbrände in Frankreich ankämpfen. © Christophe Simon/picture alliance/dpa/AFP

Währen Einsatzkräfte zwischen Foncouverte und ihrer Nachbarstadt Fabrezan 15 Häuser retten konnten, sei ein Haus in der Nacht niedergebrannt. Dies bestätigte der zuständige Feuerwehrleiter des französischen Departements, Jean-Michel Dubois. Wie Veranschaulichungen des Copernicus-Dienstes für Katastrophen- und Krisenmanagement belegen, greift die Waldbrandgefahr jedoch auch in anderen Regionen Europas um sich. So sorgten Waldbrände zuletzt etwa auch in Griechenland, wo die Gefahr vor einem zweiten Corona-Lockdown groß ist, zu einer Evakuierung auf der Touristen-Insel Euböa. Auf der Copernicus-Karte können sich Urlauber über die Waldbrandgefahr in ihrem Reiseland informieren.

Waldbrände in Frankreich verursachen Stromausfall – auch Teile Spaniens und Portugals betroffen

Die Folgen der Waldbrände in Frankreich sind verheerend. Tausende Menschen waren von einem Stromausfall betroffen, der sich bis nach Spanien und Portugal bemerkbar zog. „Die Iberische Halbinsel wurde vom europäischen Stromnetz getrennt“, teilte das Electricity Transmission Network (RTE) mit. Insgesamt waren rund 89.000 Haushalte in den französischen Departments Pyrénées-Orientales und Pyrénées-Atlantic ohne Strom.

Auslöser war das Feuer, dass gegen 16:30 Uhr die Hochspannungsleitung zwischen Perpignan und dem Westen von Narbonne abgeschnitten hatte. Der Strom wurde in der Folge auf die Leitungen der westlichen Pyrenäen übertragen, was wiederum zu einer starken Überlastung führte.

Der Waldbrand und Stromausfall sind allerdings nicht die einzigen Meldungungen aus Frankreich, die am Wochenende für Schlagzeilen sorgten. Wie fr.de berichtete, kam es aufgrund der Impfpflicht und des Gesundheitspasses erneut zu Corona-Protesten in ganz Frankreich*.

Inzidenz steigt weiterhin an: Diese Corona-Regeln gelten für Urlauber

Für Menschen, die diesen Sommer in den von der Hitzewelle heimgesuchten Ländern Urlaub machen wollen, gilt es nicht nur das Wetter und ihre Auswirkungen im Blick zu halten. Spanien und die Niederlande sind seit dem 23. Juli Hochinzidenzgebiete* – und auch in anderen Regionen Europas, die als Virusvarianten oder Risikogebiet eingestuft wurden, müssen Urlauber Regeln beachten*.

Auch wenn es mit Italien, Island oder Kroatien noch verlockende Urlaubsziele in Europa gibt*, werden vielerorts die Corona-Urlaubsbeschränkungen immer konsequenter. Wie ein Reiseveranstalter kürzlich bekannt gab, soll der Spanien-Urlaub etwa nur noch für Geimpfte und Genese ermöglicht werden*.

Vor allem die Maßnahme der Quarantäne wird nach wie vor heiß diskutiert. In Hamburg würde der Inzidenzwert vor allem durch Reiserückkehrer in die Höhe schießen*. Es wäre nicht unwahrscheinlich, wenn schon bald der Forderung nach einer erneuten Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer, die zuletzt Bürgermeister Peter Tschentscher ins Gedächtnis rief*, greifen würde. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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