Mehr Termine erst im Juni

Niedersachsen reduziert Corona-Erstimpfungen – Das sind die Folgen

  • Mirja Mader
    vonMirja Mader
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Um die Zweitimpfungen in Niedersachsen gewährleisten zu können, finden vorerst weniger Erstimpfungen statt. Impfstoff-Lieferungen bis Juni sind allein für Zweitimpfungen bestimmt.

Hannover - Das Tempo der Corona-Erstimpfungen in Niedersachsen wird sich im Mai verlangsamen. Die Erstimpfungen werden zwar nicht komplett ausgesetzt, werden jedoch ins Stocken geraten. Das Land hatte zu Beginn der Impfkampagne jeweils Dosen für die Zweitimpfung zurückgehalten, dieses Vorgehen jedoch nach und nach aufgegeben, da es mit den Erstimpfungen langsamer voranging als in anderen Bundesländern. Niedersachsen war dann dazu übergegangen, den Menschen beschleunigt einen ersten Schutz anzubieten.

Bundesland: Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Die vielen Menschen, die dadurch ihre Erstimpfung bereits erhalten haben, müssen nun zunächst die zweite Dosis bekommen, um die Schutzwirkung nicht zu gefährden. Erst wenn das geschehen sei, könnten die Erstimpfungen im gewohnten Umfang fortgeführt werden, erklärte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, am Mittwoch in Hannover. „Es wird sich das Tempo etwas verlangsamen, es wird sich aber das Tempo der Zweitimpfungen erhöhen“, sagte er.

Die Erstimpfungen in Niedersachsen finden weiterhin statt, werden jedoch vorerst reduziert. Vorhandener Impfstoff wird zunächst für Zweitimpfungen genutzt.

Es sei zudem bereits vor Auslieferung der Impfstoffe in die Zentren festgelegt, ob die Lieferung für die Erst- oder die Zweitimpfung bestimmt ist. Dadurch könnten einige Impfzentren sogar noch Termine für die erste Injektion vergeben, da sie über Restbestände verfügten, erklärte Grimm auf Nachfrage von kreiszeitung.de. In der kommenden Woche stünden somit landesweit noch rund 56.700 Termine zur Erstimpfung, in der Woche danach rund 9.000, an. Die Menge werde nun zunächst abnehmen, sagte der Ministeriumssprecher. „Die Lieferungen bis Anfang Juni sind für die Zweitimpfungen bestimmt“, so Grimm.

Corona-Erstimpfungen geraten ins Stocken: Melden für Warteliste weiterhin möglich

Zum Umfang, in dem bereits vereinbarte Termine für die erste Impfung in Impfzentren abgesagt werden mussten, konnte Grimm keine Angabe machen. Die Impfzentren hätten jedoch eigentlich nur Termine in das Portal zur Buchung einstellen können, für die sie den Impfstoff sicher in Aussicht hätten, das heißt, deren Lieferung ihnen bereits angekündigt wurde. Nach derzeitigem Stand sei nun auf jeden Fall die Zweitimpfung gewährleistet, betonte der Ministeriumssprecher. Neben den Impfzentren müssten sich auch die Arztpraxen vorerst auf die zweite Injektion konzentrieren. Ab Anfang Juni seien wieder verstärkt Erstimpfungen möglich, stellt Grimm in Aussicht.

Kreiszeitung.de gegenüber betonte Grimm jedoch, dass es weiterhin möglich sei, sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Es sei auch völlig in Ordnung, sich sowohl im Impfzentrum für einen Termin zu melden, als auch beim Hausarzt. Er bitte nur darum, sollte man einen Termin erhalten, sich auf der jeweils anderen Liste streichen zu lassen oder einen Termin beim jeweils anderen dann abzusagen. So würden andere Impf-Interessierte ebenfalls die Möglichkeit auf einen Termin erhalten.

Aktuell stehen 590 000 Niedersachsen auf der Warteliste für einen ersten Impftermin. Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler / picture alliance / dpa

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