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Erst einchecken, dann zahlen: Niedersachsen will Vorkasse bei Flügen kippen

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Von: Mark Stoffers

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Vorkasse könnte bei Flügen gekippt werden. Niedersachsen präsentiert eine entsprechende Initiative, die Flugkosten erst beim Check-In fällig werden lassen.
Niedersachsen will einen Vorstoß im Bundesrat wagen, um mehr Rechte für Reisende nach Flugausfall einzufordern. © Roberto Pfeil | dpa

Eine Initiative aus Niedersachsen soll es im Bundesrat richten: Das Vorkasse-Prinzip bei Flugreisen soll so abgeschafft werden und ermöglichen, dass Reisende bei Flugausfall ihrer Erstattung hinterherlaufen.

Hannover – Es wäre möglicherweise ein Durchbruch, der Reisenden eine ganze Menge Ärger ersparen würde. Niedersachsen will mit einer Bundesratsinitiative das Vorkasse-Prinzip bei Flugreisen abschaffen. Um den Verbraucherschutz für Flugreisende zu verbessern, sollen demnach Ticketpreise künftig frühestens am Flughafen beim Check-in verlangt werden dürfen, wie aus der Bundesratsinitiative hervorgeht.

Wie das Wirtschaftsministerium in Hannover am Samstag auf Anfrage mitteilte, will die Landesregierung nach Angaben des Handelsblatts den Vorschlag am Dienstag im Kabinett beschließen und in der nächsten Bundesratssitzung am 16. September auf die Tagesordnung bringen.

Niedersachsen will Vorkasse bei Flügen kippen – Anlass Reisechaos im Sommer und mühsame Rückerstattung nach Flugausfall

Anlass für die Initiative, um die Vorkasse bei Flügen zu kippen, seien die chaotischen Zustände bei der Abfertigung von Reisenden an mehreren deutschen Flughäfen in diesem Sommer, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Wegen fehlendem Personal seien bereits tausende Flüge infolge des Reise-Chaos in den Sommerferien ausgefallen. Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte dem Handelsblatt, diese Flugausfälle gingen fast immer zulasten der Reisenden. „Sie haben oft Monate zuvor das Flugticket bezahlt, müssen sich im Falle einer Stornierung aber mühsam und teilweise langwierig um eine Rückerstattung bemühen.“

Dem Bericht des Handelsblatts zufolge haben die Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) zuletzt deutlich zugenommen. Demnach gingen zwischen dem 1. Juli und dem 15. August 2022 bei der Stelle 3082 Anträge ein – das waren 127,5 Prozent oder 1727 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Rund 80 Prozent der Streitfälle gingen auf den Flugverkehr zurück. Die Bahn betraf rund 15 Prozent der Fälle, weitere drei Prozent umfassten Fernbusse und den Nahverkehr. Über diese Zahlen hatte zuvor der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. (mit Material der dpa)

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