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Erdloch in Seesen aufgetaucht – es ist 20 Meter tief und 50 Meter breit

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Von: Anika Zuschke

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Zwischen Amtsgericht und Schützenplatz in Seesen befindet sich ein großes Loch im Boden.
In Seesen tut sich der Boden auf: 20 Meter tiefes und 50 Meter breites Loch entdeckt. © Stadtverwaltung Seesen

In der Stadt Seesen ist in der Nacht auf Freitag plötzlich ein großes Loch im Boden aufgetaucht. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt – Lebensgefahr besteht.

Seesen – Im niedersächsischen Seesen im Landkreis Goslar hat sich in den frühen Morgenstunden von Freitag, 10. Juni 2022, plötzlich der Boden aufgetan. Angaben der Polizei zufolge soll es im Seesener Wilhelmsplatz zu einem Erdfall gekommen sein. Bei einer ersten Begutachtung wurde ein Erdloch mit 20 Meter Tiefe und 50 mal 15 Meter Breite festgestellt. Es wurde niemand verletzt, doch der Bereich wurde aus Vorsichtsmaßnahmen großräumig abgesperrt. Es besteht nach wie vor Lebensgefahr.

Großes Erdloch in Seesen aufgetaucht – es ist 20 Meter tief und 50 Meter breit

Gegen 6:15 Uhr am Freitagmorgen wurden die Stadt Seesen sowie die Polizei darüber informiert, dass es in einem Park in der Nähe des örtlichen Amtsgerichtes zu einem erheblichen Erdfall gekommen ist. Was genau dazu führte, ist bislang unklar. Da der Boden immer noch „arbeite“, bestehe in dem Bereich jedoch Lebensgefahr, berichtet der NDR. Aus dem Grund wurde das Areal großräumig abgesperrt.

Für angrenzende Gebäude und Anwohner besteht einem geotechnischen Gutachter zufolge keine akute Gefahr, berichtet die Polizei. Nichtsdestotrotz sollten Anwohner im Nahbereich sich vorsorglich nicht mehr in ihren Gärten aufhalten. Denn der Gutachter sei laut NDR zu dem vorläufigen Schluss gekommen, dass auch das Erdreich um das Loch herum Risse habe und sich das Loch noch weiter ausbreiten könnte.

Durch den Erdfall sei einer Sprecherin der Stadt zufolge zudem der Bach Seckau verschüttet worden, sodass dieser trocken laufe und das Wasser an anderer Stelle wieder an die Oberfläche komme. Um das Gelände von oben zu begutachten, wurden Drohnen der Feuerwehr eingesetzt. In der kommenden Woche soll die Ursache des Erdfalls weiter untersucht werden.

Stadt Seesen in Niedersachsen gilt als Erdfallgebiet – plötzlich tat sich der Boden auf

Wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie mitteilte, treten Erdfälle unerwartet auf. Sie entstünden demnach häufig, wenn sich wasserlösliches Gestein im Grundwasser auflöse. „In einigen Gebieten Niedersachsens besteht der Untergrund aus wasserlöslichen Kalk-, oder Gipsgesteinen. Löst Grundwasser diese Gesteine, bilden sich weitläufige Höhlensysteme. Im Laufe der Zeit werden diese Höhlen häufig instabil – Teile der Höhlendecke können einbrechen. Setzt sich ein solcher Einsturz bis an die Erdoberfläche fort und der Erdboden sackt ein, entsteht ein Erdfall“, erklärte ein Sprecher des Landesamtes laut Stadtverwaltung Seesen.

Der letzte größere Erdfall liegt in Seesen rund 20 Jahre zurück, doch gilt die Stadt in Niedersachsen wohl als Erdfallgebiet. Im Bereich von Seesen kam es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Erdfällen. Anfang Dezember 2021 ereignete sich weiter südöstlich im Harz, in Wildemann, ein Tagesbruch. Damals hatte sich laut dpa ein vier Meter tiefer Schlund mit zweieinhalb Metern Durchmesser aufgetan. Ursache war in dem Fall der Einsturz eines kleinen Bergarbeiterstollens.

Weitere Blaulicht-Nachrichten aus Niedersachsen: 250 Feuerwehrleute versuchen, Betriebe vor Großbrand zu retten

In Niedersachsen kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu aufsehenerregenden Vorfällen: So versuchten in Zeven, im Landkreis Rotenburg, 250 Feuerwehrleute, zwei Betriebe vor einem Großbrand zu retten. Und gegen einen 27-Jährigen wurde ein Haftbefehl erlassen, weil er seine Eltern in der Region Hannover brutal erstochen haben soll. Auf der A7 sorgte zudem ein psychisch kranker Mann für eine Vollsperrung.

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