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Erde dreht sich schneller als zuvor: Forscher warnen vor Auswirkungen

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Von: Ulrike Hagen

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Die Erdrotation beschleunigt sich: 2020 wurde der kürzeste Tag seit Beginn der Messungen aufgezeichnet – eine Verkürzung der Tage könnte auf uns zukommen.

Frankfurt am Main – Nach den beunruhigenden Berechnungen der NASA, wann der Erde endgültig der Sauerstoff ausgeht*, und der Nachricht, dass laut NASA in ein bis drei Jahren ein Asteroid einschlagen wird, was ein Rettungsplan von Airbus verhindern soll*, sorgt nun eine weitere Astro-News für Aufsehen: Forscher stellten fest, dass die Erde sich immer schneller dreht. Die Experten des „International Earth Rotation and Reference Systems Service“ (IERS) haben sogar einen neuen Rekord verzeichnet: Der 19. Juli 2020 war kürzer als jeder seit Beginn der Aufzeichnungen gemessene Tag. 

Planet des Sonnensystems:Erde
Durchmesser:12.700 Kilometer
Alter:4,6 Milliarden Jahre
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit:29,78 km/s
Hauptbestandteile:Stickstoff: 78,08 %, Sauerstoff: 20,95 %, Argon: 0,93 %, Kohlenstoffdioxid: 0,042 %, Neon: 0,002 %

Die Erde dreht sich immer schneller: 28 Tage im Jahr 2020 waren zu kurz

Jedes Jahr zur europäischen Herbstzeit dreht sich die Erde plötzlich schneller – ein Wetter-Phänomen ist dafür die Ursache. Die nun festgestellte Veränderung der Erdrotation geht jedoch über diese normale Schwankung hinaus. Der IERS mit Zentrale in Frankfurt ist dafür zuständig, die Erdrotation zu messen, zu berechnen und gegebenenfalls – um die Schwankungen der Erdrotation auszugleichen – mit der Anpassung der Tageslänge zu reagieren. Das Institut stellte fest: Weitere 27 Tage im vergangenen Jahr 2020 waren aufgrund der beschleunigten Rotation der Erde kürzer als „normal“. Die Messungen, für die die Astronomen bestimmte Himmelspunkte vermessen, um zu ermitteln, wie lange eine Erdumdrehung dauert, ergaben Rekordwerte für das vergangene Jahr. Wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, rotiert die Erde schneller statt langsamer – und 2020 wurde der kürzeste Tag gemessen*.

Ein sich drehender Globus und Kalenderzettel, die davon fliegen
Kürzere Tage: Unsere Erde dreht sich immer schneller. (24hamburg.de-Montage) © Blickwinkel/Imago

Die Erde dreht sich zunehmend schneller: Erdrotation mit deutlichen Abweichungen von der Atomzeit

Im Abgleich mit exakt taktenden Atomuhren ergaben sich deutliche Abweichungen. Die Experten beobachteten, dass die Erde sich im vergangenen Jahr 2020 besonders schnell drehte. An ganzen 28 Tagen war die gemessene Tageslänge kürzer als der bisherige Rekordwert vom 5. Juli 2005. Damals war die 24-stündige Erdumdrehung 1,0516 Millisekunden kürzer als offizielle Tagesdauer.

Die Erde rotiert schneller – was sind die Auswirkungen: Probleme für GPS und Computer

Normalerweise dreht sich unser Heimatplanet einmal um sich selbst innerhalb von 24 Stunden – und in 365 Tagen, also einem Jahr, einmal um die Sonne. Dementsprechend ist der Tag 86.400 Sekunden lang – und ein Jahr 31.536.000 Sekunden. Dreht sich die Erde aber auch in Zukunft schneller, könnten wir in absehbarer Zeit, nämlich schon in ein paar Jahren, Probleme bekommen: Atomuhren und Erdgeschwindigkeit arbeiteten dann nicht mehr synchron. Das müssen sie aber, damit beispielsweise GPS-Systeme und auch Computer exakt arbeiten können.

Schwankungen der Erdrotation ausgleichen: in Atomuhr werden Schaltsekunden hinzugefügt

Bisher haben Astronomen immer Zeit hinzufügen müssen, weil die Erde sich langsamer drehte als „normal“. Zum Ausgleich könnte jetzt aber zum ersten Mal in der Geschichte eine „negative“ Schaltsekunde notwendig werden. Den umgekehrten Fall gab es dagegen schon häufiger: Seit 1972 hat das IERS bereits 27 „positive“ Schaltsekunden eingestellt, also dem Tag hinzugefügt. Das Institut gibt dazu jeweils ein halbes Jahr im voraus bekannt, ob sie eine Schaltsekunde eingefügt, um die Schwankungen der Erdrotation auszugleichen.

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Rotations-Schwankungen schon seit Jahrmillionen – früher war der Tag 30 Minute kürzer

Spüren kann der Mensch die beschleunigte Rotation übrigens nicht. Und auch die Schwankungen der Erdrotation sind ohne Messungen nicht feststellbar. Doch tatsächlich hat sie gerade über lange Zeiträume deutliche Auswirkungen. Vor 70 Millionen Jahren beispielsweise rotierte die Erde deutlich schneller als heute: Damals war ein Tag darum nur 23 Stunden und 31 Minuten lang, und das Jahr bestand darum aus 372 Tagen.

Die Erde dreht sich schneller: Die Auslöser sind Klimawandel, Mond und Naturkatastrophen

Ursache dafür, dass sich die Erde seit damals bisher langsamer drehte, ist die Erde-Mond*-Wechselwirkung. Der Mond*bremst die Rotation der Erde ab, beschleunigt und bewegt sich jährlich ein wenig mehr von der Erde weg. Doch auch hier kommt es zu Abweichungen: Weil der Mond seinen Zyklus ändert, warnt die NASA vor mehr Überflutungen. Warum aber die Erdrotation seit 2020 deutlich Fahrt aufnimmt, ist dennoch unklar. Neben der Mond-Erde-Konstellation könnten extreme Wetterlagen und Naturkatastrophen die Erdgeschwindigkeit, also die Länge der Tage, beeinflussen. Es gibt auch Vermutungen, dass der Klimawandel mitverantwortlich für die Beschleunigung ist. * 24hamburg.de , fr.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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