Beim 4:2-Erfolg gegen Portugal

EM 2021: Corona egal? DFB-Fans pfeifen auf Maskenpflicht im Stadion

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Etwa 14.000 Menschen wurden Zeuge des beeindruckenden 4:2-Siegs der DFB-Elf gegen Portugal. Nur die wenigsten von ihnen hielten sich jedoch an die Maskenpflicht.

München – Die Freude über den 4:2-Erfolg über Portugal ist auch ein Tag später riesengroß. Mit viel Engagement wie spielerischer Klasse ragte das DFB-Team über sich hinaus. Das wusste auch die internationale Presse: Der englische „Mirror“ sprach gar von einer Blamage für Portugal. Nun hat Deutschland ein Weiterkommen in der EM 2021 wieder in der eigenen Hand. Doch das Spiel brachte nicht nur positive Konsequenzen mit sich. Im Zuge der Feierlichkeiten „vergaß“ so manch ein DFB-Fan, dass auch weiterhin die Maskenpflicht gilt.

Fußballverband:Deutscher Fußball-Bund (DFB)
Präsident:Fritz Keller
Hauptsitz:Frankfurt am Main
Gründung:28. Januar 1900, Leipzig

Tausende Fans ohne Maske: Auch der DFB gerät in die Kritik

Rund 14.000 Zuschauer wurden gestern Zeuge des brillanten Auftritts der deutschen Nationalmannschaft. In der Münchner Allianz Arena, die beim kommenden Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben aufleuchten wird, machte die DFB-Elf einen wichtigen Schritt Richtung EM-Achtelfinale. Scheinbar nichts konnte die gelöste Stimmung trüben. Feucht-fröhlich bejubelten die Fans die deutsche Mannschaft, doch ausgerechnet ihr Verhalten könnte nun für einen faden Beigeschmack sorgen.

Wie schon beim EM-Auftakt gegen Frankreich beobachten auch gegen Portugal viele DFB-Fans das Spiel ohne die verpflichtende FFP2-Maske. Bayern Gesundheitsminister Klaus Holetschek brachte für die Fan-Ereignisse rund um das Deutschland-Spiel, bei dem Robin Gosens zum neuen EM-Helden mutierte*, wenig Verständnis auf.

Es sei fahrlässig, „dass sich schon wieder viele Fans im Fußballstadion nicht an die Spielregeln gehalten haben“, sagte der CSU-Politiker. Der DFB sei nun gefragt, ein Konzept zu entwickeln, damit am kommenden Mittwoch, den 23. Juni, Fans ihre FFP2-Masken auch während des Spiels gegen Ungarn aufziehen.

EM 2021: Nur die wenigsten hielten sich beim Deutschland-Spiel gegen Portugal an die Maskenpflicht.

EM 2021: „Im Zweifel müsste man die Person aus dem Stadion führen“

Beatrix Zurek, Leiterin des Gesundheitsreferats der Stadt München, fordert harte Konsequenzen für Fans, die sich auch künftig nicht an die Maskenpflicht halten wollen. „Im Zweifel müsste man die Person aus dem Stadion führen“, sagte sie im „Players“-Podcast des Deutschlandfunks.

Schon beim ersten Vorrunden-Spiel von Deutschland, dessen EM-Ergebnis das Hagenbecker Elefantenorakel schon vor dem Frankreich-Spiel richtig einzuschätzen wusste*, zeigte sich die Polizei besorgt. Nach Polizeiangaben hätte „die überwiegende Mehrheit (etwa zwei Drittel) der anwesenden Zuschauer auf den Sitzplätzen keinen vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz“ getragen.

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter machte im Anschluss der Partie darauf aufmerksam, dass die Maskenpflicht, die wie zuletzt etwa in Hamburg vielerorts schrittweise gelockert wird*, stärker kontrolliert werden müsse.

EM 2021: In Stadien herrschen nicht die gleichen Regeln

Inwieweit geforderte Maßnahmen nach dem Frankreich-Spiel bei der Partie gegen Portugal zu Tragen kamen, ist aktuell noch nicht bekannt. Auch wenn einer aktuellen Umfrage zufolge, der Stadionbesuch ohne Maske sicherer sei*, müssen sich DFB-Fans in der Allianz Arena jedenfalls noch länger mit ihr begnügen. Doch nicht in allen elf Ländern, die die Austragungsorte der EM 2021* stellen, gelten die gleichen Corona-Auflagen.

So ist das Tragen einer FFP2-Maske beim Stadionbesuch in München, London, Rom, Sankt Petersburg, Baku, Sevilla, Glasgow und Bukarest Pflicht. In Kopenhagen und Amsterdam dürfen die Masken am Sitzplatz abgenommen werden und im ungarischen Budapest, wo zuletzt Spieler von Frankreich rassistisch beschimpft wurden*, bleibt die Maskenpflicht hingegen nur eine Empfehlung. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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