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Die kuriosesten Villen in Bremen und Niedersachsen

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Von: Maria Sandig

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Villen sind überall in Deutschland zu finden. Doch so mancher Prunkbau sticht durch spezielle Räume und Eigenschaften hervor. Welche kuriosen Eigenheiten Villen in Bremen und Niedersachsen haben.

Bremen – Ein pompöser Treppenaufgang, Herrenräume, Echtholz-Fußboden, Stuck und hochwertige Baumaterialien haben die meisten Villen in Niedersachsen und Bremen. Doch es gibt auch solche, die durch kuriose Besonderheiten herausstechen.

Die Immobilienfirma vom Bremer Immobilienmakler Benjamin Dau wirbt damit, sehr diskret zu sein und keine Namen von Besitzerinnen oder Besitzern preiszugeben. Deshalb gebe er auch keine Kaufpreise heraus. „Diskretion ist uns unglaublich wichtig, um die Privatsphäre unserer Klienten zu schützen“, sagt Dau. Unter den Käuferinnen und Käufern seien Fußballprofis, Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Ölgeschäft, aus der Musikbranche und Softwareentwicklung.

Villa in Bremen: Rutsche führt in einen Pool im Keller

So passiert es ab und an, dass der Immobilienmakler in Villen steht, die durch kuriose Eigenheiten auffallen. „Ich habe schon einige Objekte gesehen, in denen eine Rutsche vom ersten Obergeschoss bis in einen Pool im Keller führt. Das ist beeindruckend“, sagt der Bremer Immobilienmakler.

Auch gebe es Villen mit eigenem riesigen Kinosaal und Kinosesseln. „Ein Objekt von jungen, sehr vermögenden Leuten war auch spannend: Es gab zwei riesige Räume mit Leinwänden, zwei Leute saßen in zwei unterschiedlichen Räumen und haben miteinander Playstation gespielt. Zwischen den beiden war nur eine Miniwand. Wenn Geld keine Rolle spielt, ist das schon sehr spannend“, erklärt Dau.

Als Mieter residieren hier Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) und das Bremer Friedensforum.
Während viele Villen in Bremen und Niedersachsen von Prominenten bewohnt werden, gibt es auch Villen, die von Vereinen genutzt werden. Die Villa Ichon gilt als etabliert-linkes Veranstaltungszentrum. Als Mieter residieren hier Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) und das Bremer Friedensforum. © imago

Villen in Bremen: Kuriose Räume – „wohl sehr interessiert an seinem eigenen Spiegelbild“

Das skurrilste, was Benjamin Dau gesehen habe, war ein riesiger Spiegelraum: „Der Raum war über und über mit Spiegeln. Der Fußboden war der einzige Bereich, der nicht verspiegelt war, sondern hochwertige Marmofliesen hatte.“ Der Besitzer habe den Raum als Aufenthaltsraum genutzt. „Und war wohl sehr interessiert an seinem eigenen Spiegelbild“, weiß der Makler aus Erzählungen.

„Oft kommt es auch vor, dass Inhaber von Villen besonders teure Autos fahren und diese in eine Glasgarage stellen, um sie vom Wohnzimmer aus betrachten zu können“, erzählt der Immobilien-Makler. „Es ist ein toller und spannender Job – es gibt nichts, was Sie nicht sehen.“

Villen in Bremen und im Oldenburger Land: Nachfrage steigt

In Bremen und im Oldenburger Land steige die Nachfrage nach Villen momentan, sagt Dau. Viele wohlhabende Menschen nutzen diese als Wertanlage. Dau: „Kürzlich haben wir eine Villa mit fast 2000 Quadratmetern Wohnfläche verkauft.“

Auch moderne Bauten können als Villen bezeichnet werden.
Auch moderne Bauten können als Villen bezeichnet werden. © R ARCHITECTURE/ Unsplash

Was macht eine Villa aus?

Wann ist eine Villa eine Villa?

Bei einer Villa handelt es sich um ein frei stehendes Wohnhaus, das von einem Garten umgeben ist. In der Regel liegt die Größe der Prunkbauten zwischen 300 bis 600 Quadratmetern.

Wie sahen Villen früher aus und wie erkennen wir sie heute?

Früher waren ländlich gelegene Villen architektonisch simpel gestaltet. Ab dem 16. Jahrhundert war die Villa eine Wohnform der oberen Gesellschaftsklassen und musste daher auch entsprechend aussehen. Seit dem 19. Jahrhundert sind Villen von ganz unterschiedlicher Gestalt.

Ist eine Villa automatisch luxuriös?

In der Antike und auch im 19. Jahrhundert ging der Begriff Villa mit gehobener Ausstattung einher. Heute wird der Begriff schnell mal verwendet. Stadtvillen von Fertighausanbietern sind hier ein Beispiel: Da wird die Bezeichnung Villa als Kaufanreiz genutzt, weil immer noch eine Vorstellung von Luxus damit verbunden ist. Auch wenn das auf die meisten Fertighäuser nicht zutrifft.

Wie viele Villen gibt es in Bremen und wo stehen die meisten?

„Wir führen kein vollständiges Verzeichnis der Villen in Bremen“, sagt Uwe Schwartz vom Denkmalschutzamt in Bremen. „Da die Bauart und Wohnform des Bremer Hauses eine lokale Besonderheit darstellt, gibt es hier sicherlich in Relation gesehen weniger frei stehende Villen als in anderen deutschen Großstädten“, sagt Schwartz. Das Bremer Haus ist ein in Reihenhaus-Bauweise errichtetes Einfamilienhaus. „Dennoch haben sich auch noch zahlreiche historische Villen erhalten, beispielsweise in Schwachhausen, am Osterdeich oder in Oberneuland“.

Gibt es auch moderne Villen?

„Natürlich. Auch heute kann ein frei stehendes Wohnhaus noch als Villa bezeichnet werden“, sagt der Experte vom Landesamt für Denkmalpflege.

Wie hoch ist der Quadratmeterpreis für eine Villa in Bremen?

„Das ist schwer pauschal zu beantworten“, sagt Immobilienmakler Benjamin Dau. „Generell liegt der Preis für Altbauten in Bremen zwischen 4.500 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter.“ Der Preis sei vom Renovierungsstand des Hauses abhängig. „So richtig schöne alte Bremer Häuser kommen selten auf den Markt“, sagt der Makler. Erst kürzlich habe seine Immobilienfirma ein Objekt in der Schwachhauser Heerstraße verkauft. Den Kaufpreis verrät er nicht, dieser habe aber im oberen Preissegment gelegen. „Das war dann ein richtiges Liebhaberstück.“ Bremen sei im Hochpreissegment vergleichsweise günstig. „In Hamburg oder München kosten Villen in Toplage zwischen 10.000 und 15.000 Euro pro Quadratmeter.“

Wer wohnt in den Bremer Villen?

„Zum Teil werden die Villen in Bremen gewerblich genutzt, zum Teil aber auch privat. Manchmal gibt es auch eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe“, erklärt Benjamin Dau. Bei den letzten Objekten habe es eine große Spanne an Interessenten mit unterschiedlichen Beweggründen gegeben: „Ein Eigennutzer aus Mitteldeutschland, der Platz braucht und in der Villa sein Traumhaus gefunden hat. Oder eine Steuerberatung, die mit einer Kanzlei im unteren Geschoss einziehen wollte und die Wohnung im oberen Bereich vermietet hätte“, erklärt der Bremer Makler.

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