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Illegale Müllentsorgung in Niedersachsen: Der Wald ist keine Mülldeponie

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Von: Andree Wächter

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Bauschutt, alte Autoreifen oder Grünabfälle, der Wald ist in einigen Orten zu einer kostenlosen Müll-Deponie geworden. Förster schlagen nun Alarm.

Hannover – Das Entsorgen von Abfällen im Wald ist nicht nur verboten und ein hässlicher Anblick – es sind Umweltsauereien. Dazu birgt sie auch Gefahren für Tiere und Umwelt. Gartenabfälle, gemischt mit Plastik-Müll, findet man häufig in den ortsnahen Waldgebieten. Wer eine illegale Müllentsorgung entdeckt, kann sich an das zuständige Ordnungsamt wenden. Bei Beobachtungen einer illegalen Entsorgung sollten man sich das Nummernschild merken oder sonstige Merkmale am Fahrzeug.

Waldgebiet Mühlenberg254,5 Hektar (ha)
Butterberg59,7 ha
Neue Forst53,5 ha
Huntebruch36,5 ha

Illegale Müllentsorgung in Niedersachsens Wäldern: „Eindeutig mehr geworden“

Förster und Naturschützer beklagen eine zunehmende illegale Müllentsorgung in niedersächsischen Wäldern. „Es ist eindeutig mehr geworden“, sagte Förster Marcus Hoffmann, der Revierleiter der Försterei Oldenburg. Nach Angaben von Tonja Mannstedt, Geschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Niedersachsen, stellten auch die Nationalparkhäuser in den vergangenen zweieinhalb Jahren „eine teils deutliche Zunahme von Müll in der freien Natur fest“. Genaue Zahlen lagen nicht vor.

Die illegale Entsorgung gefährlicher Abfälle kann unter Umständen sogar eine Straftat darstellen. Chemikalien oder Altöl gefährden den Boden und das Grundwasser. Oft weiß niemand, wie gefährlich die einzelnen Bestandteile der Abfälle sind. Elektroschrott kann gefährliche Stoffe wie Blei, Quecksilber und Cadmium enthalten, die für Tiere und Menschen giftig sind.

300 Autoreifen illegal im Wald entsorgt

Nicht nur Privatleute entsorgen nach Einschätzung des Försters ihren Müll im Wald - 300 alte Autoreifen wurden unlängst in der Nähe des Friedwalds Hasbruch zwischen Oldenburg und Bremen gefunden. „Da vermuten wir eher einen gewerblichen Hintergrund. Einen landwirtschaftlichen Betrieb oder einen Reifenhandel“, sagte er. In diesem Fall wurde Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt.

Grund für die illegale Entsorgung ist zum Beispiel: „In der Regel finden wir Abfall im Wald, der in der Entsorgung Geld kostet“, erklärte der Revierleiter der Försterei Hasbruch, Jens Meier. Doch nicht nur im Wald findet sich Plastikmüll. Auch die Meere sind davon betroffen.

Reifen in der Natur illegale Müllentsorgung
Schon wieder: Unbekannte haben sich ihrer Reifen einfach in der Natur entledigt. © Polizei Uslar

Illegale Müllentsorgung im Wald kann richtig teuer werden

Zwar spare die illegale Entsorgung im Wald zunächst Geld, später aber könne es für alle teuer werden. Mehrkosten entstünden bei der Abfallbeseitigung, für die der Landkreis oder Gemeinde ein Unternehmen anheuern müsse, diese Kosten würden an die Bürger weitergegeben, sagte Tobias Bruns vom Amt für Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg. „Wir versuchen dann, den Verursacher zu finden. All das verursacht Kosten, die wir weitergeben.“ Werden illegale Abfallentsorger erwischt, müssen sie zahlen. „Die Höhe kann durchaus empfindlich ausfallen“, warnte er. Laut Bußgeldkatalog liegen die Strafen bei maximal 50.000 Euro.

Zudem kann die Müllentsorgung Schäden im Wald anrichten. „In Gartenabfällen finden sich oft Samen oder Pflanzenteile von sogenannten Neophyten. Das sind Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind“, erklärte Förster Hoffmann. Diese Pflanzen könnten sich so stark ausbreiten, dass sie heimische Arten verdrängen. Ein Beispiel dafür wurde kürzlich gefunden: 15 Säcke mit Hanfpflanzen. Die Förster vermuten, dass eine unerlaubte Hanfplantage aufgelöst werden musste.

Bringen Sie Ihren Müll zum Abfallzentrum

 Förster Marcus Hoffmann

In Zeiten von Dürre benötigt der Wald laut Revierleiter Meier besondere Unterstützung. „Dass der Wald in Zeiten von Dürre und Käferproblemen von uns gerade besonders viel Unterstützung benötigt, weiß ja inzwischen jeder. Wenn wir uns dann auch noch mit dem illegalen Müll beschäftigen müssen, fehlt die Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben“, betonte Förster Marcus Hoffmann und appellierte an die Menschen: „Bringen Sie Ihren Müll zum Abfallzentrum und leisten Sie damit einen Beitrag zum Waldschutz.“

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