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Delta-Variante in Spanien und Portugal: Bar- und Restaurantbesuch in Gefahr?

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Von: Christian Einfeldt

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In Spanien und Portugal nimmt die Ausbreitung der Delta-Variante bedenklich an Fahrt auf. Corona-Maßnahmen der Regierungen sollen jetzt schlimmeres verhindern.

Madrid – Vor wenigen Wochen konnte die Tourismusbranche in Spanien und Portugal aufatmen. Corona-Maßnahmen wurden gelockert und auch Politiker machten für Urlaub Hoffnung auf ein Sommer. Dies war bevor die Delta-Variante drohte auszubrechen. Über Großbritannien verbreitete sich die Mutation in ganz Europa. Innerhalb weniger Wochen griff die Delta-Variante auch in den beliebten Urlaubsländern Spanien und Portugal um sich. Nun planen die Regierungen neue Einschränkungen.

Corona-Variante:Delta
Wissenschaftlicher Name:B.1.617.2
Erstnachweis:Indien
Entdeckt am:5. Oktober 2020

Heiko Maas (SPD) beruhigt Urlauber: Corona-Situation in Spanien sei „nicht besorgniserregend“

Als SPD-Politiker Heiko Maas am Montag, dem 5. Juli, für ein Treffen zur nuklearen Abrüstung nach Madrid reiste, geriet immer wieder ein Thema abseits der Tagesordnung in den Fokus – die hohen Corona-Neuinfektionen in Spanien und Portugal. Kein Wunder, schließlich gelten die Länder trotz der sich verbreitende Delta-Variante als beliebte Reiseziele*. Maas verursacht die Urlauber zu beruhigen. Die aktuelle Corona-Lage in Spanien sei „nicht besorgniserregend“, so seine klare Meinung.

Die Antwort verwundert, ist das spanische Infektionsgeschehen aktuell 28-mal so hoch wie in Deutschland. Zum aktuellen Stand liegt die dortige Inzidenz bei 143. Entwicklungen, „die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können“, stünden laut Heiko Maas jedoch nicht bevor.

Portugal galt vor der Delta-Ausbreitung als sichereres Reiseziel

Im Nachbarland Portugal ist die Lage nicht entspannter. Galt das Land vor wenigen Wochen noch als sicheres Reiseziel, hinterlässt auch hier die gefährliche Delta-Variante, die auch in Nord-Deutschland um sich greift*, ihre Spuren. Zuvor wurde Portugal gar als einzig mögliches Reiseziel der Briten auserkoren. Wenig später erklärte das RKI Portugal als Virus-Varianten-Gebiet. Egal, ob Reisende vollständig geimpft waren oder nicht – sie mussten nach ihrem Portugal-Aufenthalt in 14-tägiger Quarantäne.

Mittlerweile wurde diese Regel jedoch aufgehoben. Das RKI, das zuletzt aufgrund der Delta-Variante eine hohe Impfbereitschaft forderte, setzte Portugal lediglich nur noch auf die Risikoliste als sogenanntes Hochinzidenzgebiet. Neben Portugal sind auch die spanischen Reiseziele Katalonien, Andalusien oder Kalabrien vertreten. Auch auf den Balearischen-Inseln stellt man mit Schrecken einen erhöhten Anstieg der Infizierten fest. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch die Inselgruppe rund um Mallorca, wo die sich Delta-Variante rasant verbreitet*, auch auf die Liste der Risikogebiete gesetzt wird.

Gäste nehmen bei Sonnenuntergang in einer Bar am Strand Playa de Palma einen Drink.
Spanien und Portugal wollen mit Corona-Maßnahmen die Ausbreitung der Delta-Variante stoppen. © Clara Margais/dpa

Portugiesische Regierung macht von Delta betroffene Regionen dicht

In Portugal beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile 148 pro 100.000 Einwohner. In Spanien nahm die Ausbreitung der Delta-Variante, die sich kürzlich auch im Hamburger Stadtpark verbreitete*, eine ähnlich bedenkliche Entwicklung. Innerhalb von nur zwei Wochen stieg die Fälle der Neuinfektionen von 43 auf 143 rasant an. Corona-Maßnahmen sollen in beiden Länder schlimmeres verhindern.

Die portugiesische Regierung beschloss etwa, die von der Delta-Variante heimgesuchten Regionen zeitweise abzuriegeln. Touristen sind von dieser Maßnahme nicht betroffen. Sie könnten noch weiterhin in die Risikogebiete reisen. Die weitere Forderung: Corona-Impfungen müssen schneller voranschreiten. Jetzt soll die zweite Impfung bereits vorgezogen werden.

„Inzidenz von fast 600“: Spanische Regierung schränkt Nachtleben wieder ein

Auch Spanien möchte nach den jüngsten Ergebnissen des Infektionsgeschehens Konsequenzen ziehen. Der spanische Epidemiologe des Gesundheitsministeriums Fernando Simon warnt insbesondere vor der Corona-Ausbreitung unter jungen Menschen. „Unter den Jüngsten haben wir eine Inzidenz von fast 600“, legte der Virologe zuletzt die erschreckenden Zahlen fest. Die Ergebnisse basieren auf der Auswertung der Corona-Fälle innerhalb von 14 Tagen, ist aber nicht weniger bedenklich.

Zuvor hatte die spanische Regierung die Corona-Regeln noch erheblich gelockert. Während hierzulande etwa noch über die Abschaffung der Maskenpflicht debattiert wird, setzte die spanische Regierung diese Maßnahme schon längst um. So fiel am 26. Juni etwa die Maskenpflicht im Freien und auch das Nachtleben normalisierte sich schrittweise.

Strände, Plätze, Bars und Diskotheken platzten. Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus* nahm seinen Lauf und bedroht vor allem Menschen mittleren Alters, die bislang nur eine Impfdosis erhalten hatten. Die Schließung der Innenräume von Bars soll nun ein weiterer Schritt sein, um den Corona-Ausbruch Einhalt gebieten zu können. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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