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Netz flippt aus: 20 Euro-Gutschein für 40 Jahre Arbeit – „da würde ich kündigen“

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Von: Sebastian Peters

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Dieses Schreiben mit einem 20€ Gutschein bekam die Mitarbeiterin von dem Krankenhaus für 40 Jahre Arbeit.
Dieses Schreiben mit einem 20-Euro-Gutschein bekam die Mitarbeiterin eines Krankenhauses für 40 Jahre Arbeit. © Twitter/Screenshot/@KarinMl55148359

Gefrustet postet eine Krankenhausmitarbeiterin ihr Schreiben zum Betriebsjubiläum. Umgerechnet 50 Cent pro Jahr scheint ihre Arbeit zusätzlich Wert zu sein, oder?

Hannover – „Im Namen der Krankenhausleitung gratuliere ich Ihnen zu Ihrem 40-jährigen Betriebsjubiläum im DIAKOVERE Friederikenstift.“ Mit diesen förmlichen, aber netten Worten beginnt ein Brief, der am 5. Oktober 2022 von der Empfängerin gepostet wurde. Auf Twitter. Die Folge: Das Netz flippt aus. Aber nicht aus Begeisterung, sondern aus Empörung.

40 Jahre Arbeit für 0,50 € pro Jahr – Krankenhaus erntet Shitstorm wegen Jubiläumsschreiben

Zwar bedankt sich das Krankenhaus aus Hannover für den Einsatz und die Arbeit, die die Frau an immerhin rund 14.600 Tage Arbeit geleistet hat – dennoch sorgt das Schreiben für große Empörung bei Twitter. Der Grund ist zunächst offenbar klar: Dem Schreiben ist, neben den dankbaren Wörtern, ein Buchgutschein mit dem unfassbaren Wert von 20 Euro beigelegt. Umgerechnet bedeutet das, dass die Mitarbeiterin pro Arbeitsjahr 50 Cent bekäme – unglaublich!

Was sicherlich eine Geste der Dankbarkeit werden, löst allerdings einen regelrechten Shitstorm aus. Die Nutzerinnen und Nutzer bei Twitter sind durchgängig einer Meinung. Eine Userin lässt ihre Emotionen einfach raus. Sie schreibt: „Ich würde denen das um die Ohren hauen, bis es Konfetti ist. Unverschämtheit! Da sieht man, was man wert ist als Arbeitnehmer“, Ein weiterer Nutzer würde sofort die Reißleine ziehen: „Da würde ich ja morgen kündigen.“

Kein Einzelfall bei Twitter. Ein Twitch-Streamer löste bei Twitter ebenfalls bereits auch einen Shitstorm aus. Der Grund hier: Er stellte falsche Behauptungen anstellte. Der Streamer befand, dass Frauen eine Mitschuld an Vergewaltigungen hätte. Auch Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn hat bereits Twittererfahrung. Allerdings meinte der Ex-Minister, dass die Plattform schlechte Laune macht.

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Nutzer bei Twitter

Bei über 15.500 „Gefällt mir“ Angaben und über 3.500 Kommentare hat übrigens auch das Krankenhaus, dass seiner Mitarbeiterin den zweifelhaften Gutschein schickte, „Wind“ von dem Posting bekommen. Mit dem DIAKOVERE Twitter-Account wird ein Kommentar unter dem Posting der Krankenhausmitarbeiterin gesetzt. „Liebe Kollegin, wir freuen uns sehr und danken Ihnen dafür, dass Sie schon so lange bei uns sind. Dafür gibt es nebenbei fünf Tage Urlaub und eine Feier mit Ihrer Familie extra für unsere Jubilare. Und dazu diese kleine Aufmerksamkeit“, teilt das Krankenhaus öffentlich unter dem Posting der enttäuschten Mitarbeiterin mit.

Anschließend folgte ein kurzer „Schlagabtausch“ zwischen dem Krankenhaus und der enttäuschten Mitarbeiterin. Beendet wurde die Unterhaltung mit den Wörtern „Wir reden gerne persönlich weiter – hier aber nicht, okay?“ Diese letzte Nachricht des Krankenhauses wurde wiederum von anderen Nutzern als mögliche „Drohung“ wahrgenommen. Ein Nutzer kommentiert: „Ist das jetzt eine Drohung...?“

Krankenhaus DIAKOVERE Friederikenstift reagiert – extra Urlaub und Jubiläums-Feier

Auf 24hamburg.de-Anfrage äußert sich das Krankenhaus wie folgt zum „missglückten“ Betriebsjubiläum. „Wir bei DIAKOVERE sind froh und dankbar über alle Mitarbeitenden, die uns lange die Treue halten. Deshalb gewähren wir grundsätzlich bei allen Jubiläen (10, 20, 25, 30, 40 und 45 Jahre) bis zu fünf zusätzliche Urlaubstage, richten eine Jubiläumsfeier aus und schenken zusätzlich eine Kleinigkeit“, sagte Matthias Büschking, der Leiter der Unternehmenskommunikation.

Im geposteten Krankenhaus-Schreiben ist jedoch nichts von den „fünf zusätzlichen Urlaubstagen“ zu lesen. Ist der Brief vielleicht gefälscht oder versucht das Krankenhaus die Situation nun mehr oder weniger zu retten? „In der Regel wird dies den Jubilaren persönlich durch die direkten Vorgesetzten übergeben“, so der Leiter der Unternehmenskommunikation. Warum die Mitarbeiterin von den zusätzlichen Urlaubstagen und der Feier nichts wusste, liegt im Auge des Krankenhauses „auf der Hand“. „Wenn die Mitarbeitenden länger krank sind, ist das naturgemäß nicht möglich“, so Matthias Büschking.

Ob diese Angaben stimmen, konnte 24hamburg.de nicht überprüfen. Auf eine Anfrage bei Twitter reagierte die Mitarbeiterin bislang nicht.

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