Verdacht der fahrlässigen Tötung

Coronavirus in Wolfsburg: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Todesfällen in Pflegeheim

In Schutzkleidung stehen Pflegekräfte vor dem Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg.
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Pflegekräfte in Schutzkleidung vor dem Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg.

Ein Anwalt hatte Anzeige wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung gestellt. Jetzt untersucht die Staatsanwaltschaft das Hanns-Lilje-Pflegeheim in Wolfsburg.

  • Im Hanns-Lilje-Pflegeheim in Wolfsburg sind bereits 22 Menschen verstorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.
  • Daraufhin hat ein Rechtsanwalt Anzeige wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung erstattet.
  • Jetzt nimmt die Staatsanwaltschaft Untersuchungen in dem Fall auf.

Wolfsburg - Nach den Coronavirus-Todesfällen in einem Wolfsburger Seniorenheim ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Anlass war eine Strafanzeige, in der Pflegemissstände im betroffenen Hanns-Lilje-Heim angeprangert wurden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag sagte. Das Ermittlungsverfahren richte sich nicht gegen die Verantwortlichen der Diakonie Wolfsburg, sondern gegen unbekannt.

Coronavirus-Tote in Pflegeheim: So wird die Staatsanwaltschaft in Wolfsburg vorgehen

Zur weiteren Klärung will die Staatsanwaltschaft Patientenakten des Heims einsehen. Eine Befragung des Rechtsanwalts, der die Anzeige gestellt hat, solle außerdem ergeben, wie stichhaltig die Vorwürfe sind. „Sollte es sich um bloße Angaben vom Hörensagen handeln, also ohne verlässliche, identifizierbare Quelle, werden die Ermittlungen sicherlich erschwert, weil es dann keinen konkreten Ermittlungsansatz gäbe“, betonte der Sprecher.

Der Rechtsanwalt berief sich einem Bericht der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ zufolge auf Hinweise von Diakonie-Beschäftigten über Missstände in Pflegeheimen. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Diakonie, dort herrschten „katastrophale hygienische Zustände“. Der Besucherstopp in den Heimen sei zu spät gekommen.

Die Diakonie weist die Vorwürfe von sich. Auch die Behörden konnten bei einer Begehung keine Mängel erkennen, wie Krisenstabsleiter Lothar Laubert am Montag sagte. „Der Betreiber hat alles Mögliche veranlasst, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.“ Mit Stand Mittwochabend waren in dem Heim 22 Menschen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Indes wird in Hamburg intensiv nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht und in Lübeck setzten Virologen auf den Wirkstoff „13b“, wie 24hamburg.de berichtet.

dpa/lni

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