Maskenpflicht

Coronavirus-Sars-CoV-2: Mundschutz sinnvoll, aber keine Pflicht

Junge Frau steht mit Mundschutz und Koffer vor dem Bahnhof in Wolfsburg
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Wolfsburg führt Maskenpflicht ein: Benigna trägt am Bahnhof einen selbstgenähten Mundschutz ihrer Großmutter.

Freiwillig oder verpflichtend - welcher ist der bessere Ansatz, um mehr Menschen zum Tragen von Mundschutz in der Öffentlichkeit zu bewegen? Die Städte und Gemeinden in Niedersachsen setzen auf eine Mischlösung.

  • Städte- und Gemeindebund hält Schutzmasken für sinnvoll.
  • Braunschweig und Wolfsburg führen Maskenpflicht ein.
  • Über Maskenpflicht entscheiden die Gemeinden eigenverantwortlich.

Hannover – Die Kommunen in Niedersachsen halten eine Ausweitung des freiwilligen Mundschutz-Tragens im Kampf gegen die Ausbreitung von Coronavirus-Sars-CoV-2 für sinnvoll. Verpflichtende Regeln sollten aber nur unter speziellen Umständen erlassen werden.

„Es ist sinnvoll dort, wo sich der Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht sicher einhalten lässt“, sagte der Sprecher des Städte- und Gemeindebunds (NSGB), Thorsten Bullerdiek. Verbindliche Vorgaben seien jedoch nur erforderlich, falls Gemeinden dies für sich selbst so entscheiden.

„Der Mundschutz ist kein Freibrief für unvorsichtiges Verhalten“

„Wenn einzelne Städte einen besonderen Bedarf vor Ort für eine Maskenpflicht sehen, kann eine entsprechende Regelung erfolgen“, sagte Bullerdiek. Die Bürger sollten auch in solchen Fällen aber nicht leichtsinnig werden: „Damit nehmen diese Städte den Menschen nicht die Verantwortung ab. Es sollte jeder Einzelne daran denken, dass der Mundschutz kein Freibrief für unvorsichtiges Verhalten ist.“ Deutlich wichtiger sei es etwa, den Sicherheitsabstand einzuhalten, sich häufiger die Hände zu waschen und in die Armbeuge zu husten.

Maskenpflicht in Wolfsburg und Braunschweig

Nach Wolfsburg hatte kürzlich Braunschweig als zweite Großstadt in Niedersachsen angekündigt, eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken einzuführen. Die Regelung greift ab Samstag, den 25. April 2020, eine zugehörige Verordnung wird vorbereitet.

In Wolfsburg wurde eine Maskenpflicht im Einzelhandel sowie in öffentlichen Gebäuden, Bussen, Arztpraxen und medizinischen Einrichtungen beschlossen. Die Stadt erließ eine Allgemeinverfügung, deren Regeln mit einer Übergangsfrist von einer Woche zunächst bis zum 6. Mai gelten. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind kleine Kinder.

dpa/lni/wka

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