Internationale Studien zeigen:

Corona-Risiko Geschlecht: Frauen erkranken öfter, Männer sterben häufiger

  • Bjarne Kommnick
    VonBjarne Kommnick
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Bei einer Infektion mit dem Coronavirus ist laut Studien auch das Geschlecht ein Risikofaktor. Demnach würden Männer häufiger an Covid-19 sterben als Frauen.

Frauen erkranken häufiger an Corona, dafür bleibt der Verlauf im Schnitt geringer als bei Männer. Das berichtete die Apotheken Umschau. Forscher seien den Ursachen nun auf der Spur. Weltweit hätten demnach Männer schwerere Krankheits-Verläufe. Das bedeutet, sie kommen häufiger ins Krankenhaus auf eine Intensivstation und ihr Risiko an Corona zu sterben ist höher.

Sterberate-Verhältnis Mann / Frau: Deutschland53 Prozent / 47 Prozent
China70 Prozent / 30 Prozent (Studie mit über 1000 Untersuchten)
SchweizRund 60 Prozent / 40 Prozent
ItalienRund 60 Prozent / 40 Prozent
EnglandRund 60 Prozent / 40 Prozent

Eine internationale Analyse mit der Beteiligung der Universität Bielefeld bestätigte die These, dass sich Frauen häufiger anstecken würden. Gründe dafür seien, dass Frauen beispielsweise häufiger in der Pflege tätig seien als Männer oder in Berufen, wo es vermehrt zu Kundenkontakt kommt.
Eine weitere Studie der DAK hatte im Frühjahr 2021 herausgefunden, dass besonders Frauen unter psychischen Folgen leiden. Außerdem

Corona-Risikofaktor Geschlecht: „Sehr viele Männer auf der Intensivstation“

Catherine Gebhard, Professorin für Kardiovaskuläre Gendermedizin am Universitätsspital Zürich sagte gegenüber der Apotheken Rundschau: „Wir sehen sehr, sehr viele Männer auf der Intensivstation. Zwischen 70 und 80 Prozent der Patienten, die eine Intensivbehandlung brauchen, sind männlich.“ Sie veröffentliche gemeinsam mit Kolleginnen aus Deutschland, der Schweiz und den USA eine Studie über klinische und epidemiologische Daten zu diesem Thema. Die Gründe lassen sich demnach auf soziale und biologische Unterschiede zurückführen.

Frauen erkranken laut Studien zwar häufiger an Corona, Männer hingegen sterben öfter an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. 

Besonders in China sei der Unterschied bei Corona-Erkrankungen zwischen Männern und Frauen riesig. Eine Untersuchung zeigt, dass demnach 70 Prozent aller Corona-Toten in China männlich seien. Die Sterberate sei 2,4 mal so hoch, wie bei Frauen. Das berichteten Forscher um Jin-Kui Yang vom Tongren Hospital in Peking.

Europa und China: Männer sterben häufiger an Corona

Auch in Europa sieht es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation selten ähnlich im Geschlechtervergleich aus. Zwar ist der Unterschied nicht ganz so groß wie in China, jedoch läge die Sterberate von Männern im Verhältnis zu Frauen in Italien, England, den Niederlanden und der Schweiz bei rund 60 Prozent. In Deutschland seien die Zahlen nicht ganz so deutlich, hierzulande seien laut Robert-Koch-Institut (RKI) rund 53 Prozent der Todesopfer männlich. In der Hansestadt Hamburg sind seit Beginn der Pandemie im März 2020 mehr als 1.600 Männer un Frauen an oder mit Corona gestorben, weshalb die Politik eine Gedenkstätte plant.

Das RKI berichtete jedoch auch, dass Frauen häufiger mit Corona infiziert werden. Umso erstaunlicher sei es, dass Männer häufiger einen schweren Verlauf haben und prozentual häufiger daran sterben. Zu den Ursachen einer schweren Corona-Erkrankung gehören bekanntlich oft Risikofaktoren wie hohes Alter, Vorerkrankungen und Übergewicht. Ob diese Gründe auch etwas mit den Geschlechter-Unterschieden haben, versuchen Forscher nun herauszufinden. Bereits herausgefunden hatte ein vorheriges Forschungsteam, dass Frauen eher von Langzeitfolgen einer Covd-19-Erkrankung betroffen sind.

Auch beim Impfen Geschlechter Unterschiede

Auch beim Impfen soll es Unterschiede zwischen Mann und Frau geben: „Bei Frauen ist das Vertrauen in die Sicherheit der Impfung etwas niedriger“, sagte Cornelia Betsch von der Universität Erfurt gegenüber der dpa. So halte sich etwa hartnäckig der Mythos, die Impfung beeinträchtige die Fruchtbarkeit. Männer würden dagegen eher durch praktische Hürden zurückgehalten.* 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Thomas Frey

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