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Corona-Partys, um sich anzustecken: neuer Trend junger Impfgegner

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Von: Bjarne Kommnick

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Menschen treffen sich zu Partys mit Corona-Infizierten, um sich mit dem Virus anzustecken: absurd, lebensgefährlich – und bei jungen Impfgegnern immer beliebter.

München – Es häufen sich Berichte von sogenannten „Leberkäspartys“ in Bayern – ein harmlos klingender Deckname. Denn das sind Feiern, bei denen sich die Gäste bewusst mit dem Coronavirus infizieren wollen. Das Ziel: Eine Immunisierung gegen das Virus, in vielen Fällen wollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer so um eine Impfung herumkommen. Diese Art der Veranstaltungen existiert bereits seit Ausbruch der Pandemie, immer wieder kamen Zusammentreffen ans Licht, bei denen sich Menschen zum „Feiern“ getroffen haben, um sich bewusst eine Infektion „abzuholen“.

LandBayern
Bevölkerung13,08 Millionen
Fläche70.550 km²
HauptstadtMünchen

Partys, um sich mit Corona anzustecken: Besonders beliebt bei jungen Menschen

Durch solchen Corona-Partys gab es bereits mehrere tragische Vorfälle: Ein Gast verstarb am Virus, andere haben bis heute mit den Langzeitfolgen von Long-Covid zu kämpfen. Dennoch scheinen besonders jetzt in der vierten Corona-Welle Corona-Partys parallel zur Debatte um eine Impfpflicht und sich häufende Experten-Empfehlungen in Sachen Booster-Impfungen besonders bei jungen Menschen wieder beliebter zu werden. Das Phänomen trete dabei besonders im Süden Deutschland und in Österreich auf. Derweil müssen erste Patienten aus Überlastung der Krankenhäuser verlegt werden.

Ein verzweifelter Arzt und Jugendliche, die ohne Maske feiern
Gefährlicher Trend in Bayern: bei Corona-Partys versuchen Jugendliche, sich mit dem Virus zu infizieren. (kreiszeitung.de-Montage) © Andrey Arkusha/imago/Markus Scholz/dpa

Party, um Corona zu bekommen: In Österreich verstarb ein Mann dann am Virus

Im österreichischen Liezen berichten Medien über den Tod eines 55-Jährigen nach einer Corona-Party. Sein Todesfall sei unmittelbar auf die Party zurückzuführen, er habe sich bewusst mit dem Virus anzustecken versucht. Dies sei ihm gelungen, jedoch war die Schwere der Erkrankung dann so ausgeprägt, dass er an dem Virus verstarb. Die Hinweise auf solche Partys seien jedoch nicht konkret genug, ob telefonisch oder per Social Media „vor allem Facebook, allerdings ist das meistens nicht konkret genug, dass wir was machen können“, erklärt Bezirkshauptmann der Stadt Liezen, Dr. Christian Sulzbacher.

Corona-Partys mit dem Ziel einer Ansteckung: Bayrische Behörden alarmiert

Auch die bayrischen Behörden sind alarmiert. „Wir haben bereits von Corona-Partys in unserem und auch in anderen Landkreisen gehört. Nun wurde mir berichtet, dass es die sogenannten Leberkäspartys gibt, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Es soll so ablaufen, dass eine Person, die Corona hat, zur Leberkäsparty einlädt, und die anderen, die bisher nicht infiziert waren, kommen, um sich zu infizieren“, erklärt Olaf von Löwis, Landrat des Kreises Miesbach unweit der Landeshauptstadt München.

„Spritzenparty“, „Leberkäsparty“ – Namen gibt es viele für die Corona-Ansteckpartys

Die Namen könnten jedoch variieren, das Prinzip sei jedoch immer gleich. So berichteten mehrere Medien ebenfalls über sogenannte „Spritzenparty“ im oberbayerischen Münsing, wo Jugendliche Alkohol aus Spritzen ausgeschenkt hatten, wohl auch mit dem Ziel, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

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Ein Pressesprecher der Polizei Oberbayern Süd bestätigte ebenfalls, dass die Behörden von diesen Partys wüssten, es jedoch in ihrem Wirkungsbereich noch keine polizeilich bestätigten Fälle gebe. Auch aus dem Landkreis Miesbach heißt es, „dass ihnen keine bestätigten Informationen zu derartigen Partys bekannt sind.“ Landrat von Löwis wünscht sich von der Bevölkerung, „dass die Leute nicht nur auf Verordnungen von oben warten, sondern gesunden Menschenverstand walten lassen.“ Lebensgefährliche Partys zu feiern, ist ein weiteres trauriges Phänomen, das Corona erst möglich gemacht hat – als wäre die Gewaltzunahme als Reaktion auf ungeliebte Regeln nicht schon genug. Gerade erst hat ein Maskenverweigerer in Hamburg auf einen Türsteher geschossen*. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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