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Leiche treibt vor Helgoland: Wer kennt den Toten?

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Von: Fabian Raddatz

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Die Lummenfelsen der Hochseeinsel Helgoland vom Wasser aus. Oben rechts die Skizze eines Toten.
Der Tote trieb westlich vor der Küste Helgolands. Die Skizze zeigt das rekonstruierte Gesicht des Mannes. © Marcus Brandt/dpa/Polizei Wilhelmshaven

Vor der Nordsee-Insel Helgoland ziehen Polizisten den Leichnam eines Mannes aus dem Wasser. Offenbar wurde er getötet. Jetzt soll der mysteriöse Fall aufgeklärt werden.

Helgoland/Wilhelmshaven – Es waren Beamte des Bundesgrenzschutzes, die den grausigen Fund machten. Mitten in der Nordsee, westlich von Helgoland, zogen sie die Leiche aus dem Wasser. Der Tote wies Verletzungen an Kopf und Oberkörper auf. Zudem hatte jemand den Körper mit Gewichten beschwert. Es ist der 11. Juli 1994.

Inselgruppe in Schleswig-Holstein:Helgoland
Fläche:170 ha
Einwohner:1307 (31. Dez. 2020)
Bürgermeister:Jörg Singer (unabhängig)

Auch heute, rund 30 Jahre später, gibt der Fall noch immer Rätsel auf. Woher stammt der Tote? Wurde er getötet und dann von einem Schiff ins Wasser geworfen? Die Identität des Mannes wurde nie geklärt, er passt zu keinem Vermisstenfall.

Leiche vor Helgoland: Polizei veröffentlicht Fotos zum Cold Case

Nur wenig ist über den Toten bekannt: Er war 1,97 Meter groß, wog zwischen 70 und 75 Kilogramm und soll zum Zeitpunkt seines Todes zwischen 40 und 50 Jahre alt gewesen sein. Die Polizei vermutet, dass er aus dem englischsprachigen Raum stammt. Trieb er aus Richtung Großbritannien nach Helgoland?

Als sogenannter Cold Case schlummerte der Fall in den Aktenschränken der Ermittler, bis ihn die Behörden nun am Dienstag, 1. Februar 2022, neu aufrollten. Die Polizei in Wilhelmshaven und die Staatsanwaltschaft Oldenburg veröffentlichten Fotos des Mannes, dessen Gesicht rekonstruiert wurde.

Eine Krawatte mit einem reinmontiertem Etikett.
Diese Krawatte mit diesem Etikett trug der Mann zum Todeszeitpunkt. © Polizei Wilhelmshaven

Auch mit Bildern der Kleidung des Toten hoffen die niedersächsischen Behörden auf einen Ermittlungserfolg. Die nun erfolgte internationale Öffentlichkeitsfahndung sei durch die Zusammenarbeit der Polizeiakademie Niedersachsen mit britischen Polizeistellen und elf britischen und australischen Universitäten entstanden.

Cold Cases aus Norddeutschland: Prostituierte aus Bremerhaven brutal ermordet

Der Fall des mysteriösen Toten vor Helgoland ist nicht der erste Cold Case aus Norddeutschland, der in diesem Jahr erneut aufgerollt wurde. Auch bei den Frauenmorden von Bremerhaven wandten sich Ermittler an die Öffentlichkeit. Der schockierende Fall wurde auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...“ gezeigt.

Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein Serienkiller die beiden Frauen brutal ermordete. Nach der Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY...“ gingen bei der Polizei zahlreiche Hinweise ein. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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