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Bundestagswahl: AfD will Sex statt mit Maske „lieber ohne Gummi“

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Mit dem Slogan „Lieber ohne Gummi als mit Maske“ wirbt die AfD um Stimmen für die Bundestagswahl. Und das ist nicht als Scherz gemeint.

Zwickau – Der sächsische AfD-Politiker Jonas Dünzel ist stolz. Sehr stolz. Auf seinen Social-Media-Kanälen posiert der ehemalige AfD-Kandidat für die EU-Wahl und stellvertretende Kreisvorsitzende der AfD Zwickau strahlend mit einem Wahlplakat der „Jungen Alternative Landesverband Sachsen“ zur Bundestagswahl 2021* im Arm, das eine mehr als zweifelhafte Botschaft transportiert.

Bundesland:Sachsen
Fläche:18.416 km²
Bevölkerung:4,078 Millionen (2019)
Hauptstadt:Dresden

Bundestagswahl: AfD Sachsen wirbt auf Plakaten für Sex „ohne Gummi“

„Lieber ohne Gummi als mit Maske“ steht auf dem in weiß und AfD-blau gehaltenem Wahlplakat mit Kinderwagen-Piktogramm. Die Aussage? Mannigfaltig interpretierbar und ziemlich verschwurbelt. Das finden auch die politischen Gegner der Rechtsaußen-Partei. Der Spott trifft die Partei nicht nur wegen einem orthographischen Fehler in der Unterzeile. „Ja zu echter Familienpolitk“ heißt es dort.

AfD-Politiker Jonas Dünzel hält Wahlplakat mit Slogan „Lieber ohne Gummi als mit Maske“.
Politiker Jonas Dünzel und die AfD in Sachsen fordern zur Bundestagswahl „lieber ohne Gummi“ zu verkehren. © Jonas Dünzel/Twitter

„Wenn man Familienpolitik machen möchte, sollte man als Erstes erstmal das Wort richtig schreiben können“ lautet dazu eine harmlosere Bemerkung. Ein weiteres Fiasko für die Partei, denn gerade erst hat Edeka einen AfD-Smoothie aus dem Sortiment geworfen.

Reaktionen auf das AfD-Wahlplakat: „Wer nichts gegen Tripper und HIV hat...“

Während die AfD-Anhänger die Posts des 27-Jährigen Lokalpolitikers abfeiern, lassen die weniger AfD-affinen User ihrem Spott freien Lauf. Die Kommentare aus dem Netz legen nahe, dass die Kampagne vor allem ein Riesen-Potential zum Eigentor hat: „Deutschland. Aber mit Genitalherpes“ heißt es, „Wenn alles einigermaßen gut läuft, dann blamier ich mich erst mal richtig. Sind ja schließlich nur noch ein paar Wochen bis zur Wahl“, „War doch klar, dass so was von Tinder-Jonas, dem AfD-Mann zum Anfassen kommen muss. Geht das Angebot an Alice?“, „Puh, gewagter Slogan. Aber wer nichts gegen Tripper und HIV hat...“ und schließlich: „Wer Corona spreaded, will sich halt auch ordentlich Geschlechtskrankheiten einfangen - macht Sinn“.

Nicht-Impfungen, Sex und Masken – die Themen im AfD-Wahlkampf zur Bundestagswahl

Tatsächlich hat die AfD im derzeitigen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 vor allem durch Kritik am Corona-Kurs der Regierung auf sich aufmerksam gemacht. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel erklärte etwa kürzlich, sich auf absehbare Zeit nicht gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Und der Ostbeauftragter der Bundesregierung sieht sogar einen Zusammenhang zwischen niedriger Impfquote in den neuen Bundesländern und der Zustimmung zur Partei*.

Trotz steigender Zahlen Ungeimpfter auf den Intensivstationen setzt die Partei ganz offensichtlich auf das (Nicht-)Impfen als populäres Wahlkampfthema. Und nun scheinbar auch noch auf „Unsafer Sex“ und Maskenverweigerung. * 24hamburg.de, fr.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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