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Blaualgen: Badeverbot im Dümmer See in Niedersachsen

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Von: Andree Wächter

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Die Meldung kommt überraschend: Am Dümmer See herrscht an bestimmten Stellen Badeverbot. Der Grund sind Blaualgen – auch bekannt als Cyanobakterien.

Update 23. Mai: Lembruch – Das Himmelfahrtswochenende steht vor der Tür. Eine Radtour gehört für viele dazu. Als Ziel wird gerne eine Badesee angesteuert. Die gute Nachricht dazu: Die Wasserqualität in Badegewässern in Niedersachsen und Bremen gut. Bis auf einige Ausnahmen wird die Qualität an nahezu allen Badestellen mindestens mit der zweithöchsten Stufe „gut“ bewertet. An lediglich zwei Badestellen gibt es nach Daten des Niedersächsischen Gesundheitsamtes Mängel. Am Dümmer See sind zwei Badestellen wegen eines erhöhten Aufkommens von Blaualgen gesperrt. 

Blaualgen: Wasserqualität am Nordseestrand im Landkreis Cuxhaven „mangelhaft“

In Wremen (Landkreis Cuxhaven) ist der Nordseestrand wegen seiner Wasserqualität als „mangelhaft“ eingestuft. Entlang der Unterweser sind einige Badestellen nur in der Kategorie „ausreichend“ bewertet.

In der Region Hannover ist laut dem Gesundheitsamt an 24 von 25 Badestellen die Wasserqualität mindestens „gut“. Wie auch in Bremen wurden die ersten Wasserproben hier am 2. und 3. Mai entnommen. Bis zum Ende der Saison am 15. September soll mindestens alle 30 Tage die Wasserqualität an jedem Badeort untersucht werden, wie das Gesundheitsamt mitteilte. Einzig am Parksee Lohne in Isernhagen gelte eine Badewarnung wegen einer Blaualgenentwicklung. Ein Badeverbot gilt hier bisher nicht.

Dümmer See: Gesundheitsamt hat Blaualgen festgestellt

Meldung vom 4. Mai. 2022: Das Wetter in Niedersachsen lädt nicht unbedingt zum Baden in einem See ein. Noch sind die Temperaturen nur etwas für Hart-Gesottene. Am 1.-Mai-Wochenende haben gerade die ersten beheizten Freibäder geöffnet. Doch schon ist die erste Plage aktiv: Blaualgen. Sie wurden an zwei Badestellen am Dümmer See festgestellt. Das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz hat die Bereiche gesperrt. Es betrifft die Badestellen „Lembruch - Seestraße“ und „Marissa Ferienpark“.

LandkreisDiepholz
KreisstadtDiepholz
LandratCord Bockhop
Internetdiepholz.de

Mit Stand vom 4. Mai (11.15 Uhr) gibt es in Niedersachsen keine weiteren Badeverbote. Aber für weitere Seen gibt es Hinweise. Für die Badestelle „Lembruch - Birkenalle“ heißt es im Badegewässer Atlas: „Wegen des vermehrten Blaualgenvorkommens bitten wir die Hinweisschilder an der Badestelle zu beachten.“

Über den Parksee in Lohne heißt es (Stand 2. Mai): In diesem Badegewässer besteht zurzeit eine Cyanobakterien („Blaualgen“) -Entwicklung. Bei entsprechenden Wetterverhältnissen ist damit zu rechnen, dass es zu Algen-Ansammlungen an der Badestelle kommen kann. Diese Bereiche sollen gemieden und Kinder beaufsichtigt werden. Beachten Sie bitte auch die Informationen dazu vor Ort. Weitere Binnengewässer sind (noch) nicht betroffen. Vermutlich wird sich dies mit steigenden Temperaturen ändern.

Blaualgen im Dümmer See: Badeverbote in Niedersachsens zweitgrößtem Binnensee

Der Dümmer ist der zweitgrößte Binnensee Niedersachsens. Wegen seiner ökologisch äußerst wertvollen Umgebung erfreut sich der Dümmer einer großen Beliebtheit als Naherholungsgebiet. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 1,10 Meter (maximale circa 1,40 Metern) ist er als Wassersportrevier gerade für Surfer attraktiv, darüber hinaus ist der Dümmer ein familienfreundliches Badegewässer. Aber auch Blaualgen fühlen sich dort wohl.

Blaualgen
Blaualgen sorgen immer wieder für Badeverbote an Binnenseen. Es sieht unappetitlich aus und kann Krankheiten auslösen. © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Bei den sogenannten Blaualgen handelt es sich nicht um Algen im eigentlichen Sinne, sondern um Bakterien, die aufgrund Ihrer Farbstoffe Cyanobakterien heißen. Unter bestimmten Umständen kann es zu Massenentwicklungen dieser Organismen vor allem in Binnenseen kommen. Jahr für Jahr sorgen Blaualgen dafür, dass Badestellen an Binnengewässern geschlossen werden müssen.

Blaualgen in Niedersachsens Badesee: Gefahr für Menschen, wenn Schwellenwert überschritten wird

Blaualgen vermehren sich gut bei hohen Wassertemperaturen. Dann können sie innerhalb kürzester Zeit das komplette Gewässer erobern. Besonders gefährdet sind nährstoffreiche Gewässer, die langsam fließen oder wo das Wasser ruhig steht. Blaualgen sind in allen Gewässern zu finden. Gefährlich wird es erst, wenn die Konzentration der Bakterien einen Grenzwert überschreitet. Blaualgen erkennen Badegäste als ein grüner schlierenartige Teppich. Dieser schwimmt zwischen 20 und 30 Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche.

Meist sind nur bestimmte Stellen im Badesee betroffen. Bei zu vielen Blaualgen im Wasser schließt das zuständige Gesundheitsamt einer Kommune Badestellen an betroffenen Seen.

Badeverbote in Niedersachsen: Kontakt mit Blaualgen löst Reizungen aus

Kommen Blaualgen mit der Körperhaut und den Schleimhäuten in Kontakt, kann es bei empfindlichen Menschen zu Reizungen der Haut oder auch zu Ohrenschmerzen kommen. Die Badeverbote in Niedersachsen kommen also nicht von ungefähr. Beim Verschlucken des Wassers drohen Symptome wie Magen- und Darmbeschwerden oder auch Fieber. Aber auch Atemwegserkrankungen können auftreten. Erwachsene sollten auf Kinder und Hunde achten.

Das Bundesumweltamt empfiehlt folgenden Blaualgen-Test: „Gehen Sie langsam ins Wasser, ohne dabei Schlamm aufzuwirbeln. Können Sie im etwa knietiefen Wasser Ihre Füße erkennen, können Sie schwimmen gehen. Sind die Füße nicht zu sehen, sollten Sie an dieser Stelle nicht baden.“

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