Verstärkte Immunreaktion

Biontech und Moderna: Achtung, Nebenwirkungen bei Zweitimpfung stärker

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Nach der Zweitimpfung mit den Corona-Impfstoffen von Biontech und Moderna treten meist stärkere Nebenwirkungen auf. Wir klären auf, warum das so ist.

Hannover – Aktuell wurden deutschlandweit über 60 Millionen Impfdosen verabreicht. 40.003.604 Menschen haben (Stand 12. Juni 2021) eine Erstimpfung gegen Corona erhalten. 21.350.096 Deutsche sind mittlerweile durchgeimpft. Bei den drei Impfstoffen von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna ist eine Zweitimpfung für vollen Impfschutz erforderlich. Beim Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Impfdosis.

Bei vielen Menschen fallen die Nebenwirkungen nach der Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff deutlich stärker aus als nach der ersten Spritze. Warum ist das so?

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Bisher in Deutschland zugelassene Impfstoffe (Stand 12. Juni):Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson

Stärkere Nebenwirkungen nach Zweitimpfung mit Biontech und Moderna: Risiko für Nebenwirkungen steigt bei zweiter Dosis deutlich

Dass die Nebenwirkungen nach der Zweitimpfung stärker* ausfallen als nach der Erstimpfung, ist laut fr.de keine bloße Beobachtung von Geimpften. Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde zeigen, dass 15 Prozent der Menschen zwischen 18 und 55 Jahren nach der Zweitimpfung mit Biontech an Fieber leiden. Zum Vergleich: Nach der ersten Impfung haben nur etwa vier Prozent mit dieser Nebenwirkung zu kämpfen.

Nebenwirkungen nach Zweitimpfung mit Biontech und Moderna oft heftiger. Warum?

Das Risiko für Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Muskelschmerzen ist bei der Zweitimpfung mit Biontech ebenfalls deutlich erhöht. So steigt das Risiko für Schüttelfrost am heftigsten. Liegt es bei der Erstimpfung noch bei 14, steigt es bei der Zweitimpfung auf 36 Prozent. Das Risiko für Müdigkeit steigt von 47 auf 59 Prozent, bei Kopfschmerzen von 42 auf 52 Prozent. Beim Impfstoff von Moderna steigen die Chancen auf Nebenwirkungen bei der Zweitimpfung demnach noch stärker.

Stärkere Nebenwirkung nach Zweitimpfung mit Biontech und Moderna: Warum ist das so?

Aber woran liegt es, dass die Nebenwirkungen bei der Zweitimpfung so häufig stärker ausfallen? Ein Grund zur Sorge ist das sicher nicht. Denn die Antwort auf das warum ist ganz einfach. So erklärte Immunologe Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Berliner Morgenpost, dass der Körper nach der ersten Impfdosis lediglich mit seinem angeborenen Immunsystem auf den Impfstoff und das darin enthaltene RNA reagiert.

Der Körper reagiert normal und bildet eine Abwehr. Die gewünschte Immunreaktion wird erreicht – Antikörper gegen das Spike Protein werden gebildet. Dabei kann es im Körper zu Entzündungen kommen. Wir fühlen uns schlapp, haben Fieber oder Kopfschmerzen. Bei der Zweitimpfung kommt zur normalen Abwehrreaktion des Körpers jedoch die erlernte Abwehrreaktion der Erstimpfung hinzu. Bedeutet: Unser Immunsystem antwortet stärker auf das Spike Protein als bei der Erstimpfung – weil er es kann.

Stärkere Nebenwirkungen nur bei Zweitimpfung mit Biontech und Moderna – wieso nicht bei Astrazeneca?

Wenn das so logisch ist, warum fallen die Nebenwirkungen nach der Zweitimpfung mit Astrazeneca dann so harmlos aus? Das liegt an der Rezeptur dieses Impfstoffes. Anders als bei Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich bei Astrazeneca nicht um einen mRNA-Impfstoff, sondern um einen Vektorimpfstoff. Hier fällt die Immunreaktion nach der ersten Impfung besonders stark aus.

Denn als Botenstoff besitzen Vektorimpfstoffe sogenannte Adenoviren. Gegen dieses bildet der Körper nach der Erstimpfung eine Immunabwehr. Bei der Zweitimpfung schaffen es diese Adenoviren dann gar nicht erst richtig in den Körper – sie werden vom Immunsystem schon vorher abgewehrt. Alle Unterschiede der verschiedenen Corona-Impfstoffe finden Sie übrigens auch in unserem großen Impfstoff-Vergleich. * 24hamburg.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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