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Bier wird teurer: Radeberger, Krombacher, Veltins und Co. ziehen Preise an

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Von: Anika Zuschke

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„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken“, wusste bereits Martin Luther. Nun wird das Lieblingsgetränk der Deutschen teurer – bis zu 50 Cent pro Glas!

Hamburg – Bierliebhaber müssen jetzt ganz stark sein. Denn die Preise für das Lieblingsgetränk der Deutschen werden im nächsten Jahr ansteigen. Grund dafür – wie könnte es anders sein – ist unter anderem die Corona-Pandemie. Vorerst sind „nur“ die führenden deutschen Brauereigruppen der Radeberger Gruppe, Krombacher und Veltins von dem Preisanstieg betroffen. Experten erwarten jedoch, dass „Bier [...] im Frühjahr 2022 flächendeckend teurer [wird]“, berichtet die Tagesschau.

Alkoholisches Getränk:Bier
Alkoholgehalt:Ungefähr 5 Vol. -% Alkohol
Herstellung:Wird durch Gärung aus stärkehaltigen Stoffen gewonnen und nicht destilliert
Gefriertemperatur:Bei -2 bis -5 Grad

Dank Corona-Pandemie: Radeberger Gruppe, Krombacher und Veltins ziehen Preise für Bier massiv an

Die größte Brauereigruppe Radeberger begründet ihre Preissteigerung in der Gastronomie und im Handel mit der Kostensteigerungen. „Neben massiven Umsatz- und Ertragsverlusten in den 18 Monaten der Pandemie fallen nun in allen Unternehmen weitere ganz massive Kostensteigerungen für Energie, Logistik, Leergut sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe an“, erklärt eine Unternehmenssprecherin laut RTL.

Diese Kostenerhöhungen ließen sich nicht mehr über reine Effizienzsteigerungen ausgleichen. Im Zuge dessen müssten die Abgabepreise erhöht werden. In Deutschland wird übrigens nicht nur Bier teuer, auch Brötchen könnten bald mehr als einen Euro kosten.

Nach Brötchen, Strom und Tanken: Glas Bier wird 30 bis 50 Cent teurer

Tatsächlich sollen diesen Winter Energiekosten in Deutschland einen extremen Anstieg erfahren – Heizen, Tanken und Strom soll richtig teuer werden*. Auch ein Veltins-Sprecher verwies darauf, dass die Kosten im Energiebereich in den vergangenen drei Jahren um 150 Prozent gestiegen seien und dies nicht mehr aufzufangen ist. Aus dem Grund gelte die geplante Preiserhöhung sowohl für die Gastronomie als auch für den Einzelhandel, berichtet RTL.

Ein Wirt mit Maske zapft in einer Kneipe Bier. Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand
Große Brauereien wollen nächstes Jahr ihre Bierpreise erhöhen. (24hamburg.de-Montage) © Christoph Soeder/Daniel Karmann/dpa

Die Brauerei Krombacher rechtfertigt einen Anstieg der Kosten auch mit dem Verweis, dass ihre letzte große Preisanpassung immerhin drei Jahre zurückliegen würde. Nun steht nach Einschätzungen des Branchendienstes „GetränkeNews“ eine Preiserhöhung pro Glas Bier von 30 bis 50 Cent in der Kneipe an – ein Kasten Bier im Handel wird voraussichtlich um einen Euro teurer. Der Kater tut also gleich doppelt weh. 50 Cent fordert eine Politikerin übrigens auch als Pfand für Pizzakartons – der Umwelt zuliebe.

Der Tagesschau zufolge werden sich auch regionale Brauer von Kölsch, Weißbier und Hellem erfahrungsgemäß aus der Deckung trauen und schließlich auf breiter Front nachziehen. Eine kurze Schonfrist bleibt deutschen Bierliebhaber aber noch: Radeberger möchte im Februar 2022 die Preise anziehen, im Einzelhandel sollen diese sogar erst im Mai aufwärtsgehen. Krombacher und Veltins planen ab Anfang April höhere Preise für ihr Bier zu verlangen.

Brauern geht die Gerste aus: Steigende Bierpreise hängen mit höheren Rohstoff-Kosten zusammen

Neben steigenden Energiekosten sehen Brauer noch weitere gute Gründe für eine Preiserhöhung ihres flüssigen Goldes: So sind Getränkehersteller laut dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes, Holger Eichele, auch massiv von der Verknappung und Verteuerung einzelner Rohstoffe* und Komponenten betroffen. Besonders Braugerste sei derzeit teuer und knapp.

Gegenüber der „Rheinischen Post“ erklärte Eichele: „Auf Jahressicht sind die Preise um etwa 50 Prozent gestiegen.“ Außerdem sei die Erzeugung von Malz besonders energieintensiv, womit selbstverständlich auch die Kosten für Malz momentan steigen würden. Sorgen machen müssen sich Biertrinker trotzdem nicht, denn „die Versorgung ist gesichert“, kann der Hauptgeschäftsführer beruhigen.

Neue Tiefstwerte im Bierverbrauch: Die Deutschen saufen während der Corona-Pandemie weniger

Seit Beginn der Corona-Pandemie* hat sich auf dem Bier-Markt ein deutlicher Preisverfall abgezeichnet. Denn RTL zufolge haben die Händler Rabatte und Vergünstigungen genutzt, um potenzielle Kunden auch während der Corona-Krise in die Läden zu locken. Der Aktionspreis für einen Kasten Premium-Pils befinde sich bereits wieder an der Zehn-Euro-Schwelle.

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Zusätzlich tranken die Deutschen in dieser Zeit so wenig Bier wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Im Sommer berichtete das Statistische Bundesamt, dass im ersten Halbjahr von 2021 der Absatz im Inland um fast fünf Prozent auf den Tiefstwert von 3,3 Milliarden Liter gefallen sei. Das leuchtet ein, da der Brauwirtschaft vor allem die Geschäfte in der Gastronomie und auf Großveranstaltungen fehlen – das Münchner Oktoberfest konnte dieses Jahr beispielsweise schon das zweite Mal in Folge nicht stattfinden.

Einzig und allein ein Mann schlug gewaltig über die Stränge und verklagte eine Bar, in der er sich betrunken hatte. Mit  Erfolg – er bekam 5,5 Millionen Dollar. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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