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„Austragendes Elternteil“: Es soll nicht mehr länger Mutter und Vater heißen

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Von: Annabel Schütt

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Nach „Muttermilch“ sind nun auch die Begriffe „Mutter“ und „Vater“ umstritten. Heißt es jetzt bald „austragender Elternteil“ und „nicht-gebärendes Elternteil“?

Canberra – Einige Wörter sind so fest in unserem Sprachgebrauch verankert, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Doch im Rahmen der weltweiten Gender-Debatte, bei der auch schon die Lufthansa mitmischt, sind zahlreiche Experten, Wissenschaftler und Politiker auf der Suche nach neuen Begriffen, die trans-oder intersexuelle oder nicht-binäre Personen mit einbeziehen, statt die mit alteingesessenen Wörtern zu diskriminieren.

Im Fokus einer australischen Debatte: die Begriffe „Mutter“ und „Vater“. Das Gender Institute der Australian National University in Canberra schlägt vor, diese Wörter durch „austragendes Elternteil“ und „nicht-gebärendes Elternteil“ zu ergänzen.

Hauptstadt von Australien:Canberra
Gegründet:12. März 1913
Fläche:814,2 km²
Höhe:577 Meter
Bevölkerung:395.790 (2016)

Nach Umbenennung von „Muttermilch“: Auch die Begriffe „Mutter“ und „Vater sollen abgeschafft werden

Seit unserer Geburt unterscheiden wir klassischerweise zwischen „Mama“ und „Papa“. Doch im Rahmen der Gender-Debatte macht diese Unterteilung eines deutlich: nicht-binäre Menschen werden nicht berücksichtigt, stattdessen sogar ausgeschlossen. Das könnte sich allerdings schon bald ändern.

Wie ein Handbuch des Gender Institute der Australian National University in Canberra vorsieht, sollen Wörter wie „Mutter“ und „Vater“ mit Vorsicht genossen werden. Künftig soll zusätzlich vom „austragenden Elternteil“ und „Nicht-gebärendes Elternteil“ die Rede sein.

Der Grund: Die Wörter seien nicht mehr zeitgemäß, da sich nicht alle Menschen mit ihnen identifizieren könnten. Insbesondere Eltern aus Partnerschaften, in denen ein Teil eine Transgender-Person ist, deren Geschlechtsidentität sich nicht genau festlegen lässt oder auch gleichgeschlechtige Eltern sollen sich nicht länger diskriminiert fühlen.

Eine Regenbogenflagge in Herzform hängt im Schaufenster. Daneben sitzt eine junge Familie, bestehend aus Mama, Papa, Baby und Hund. (24hamburg.de-Montage)
Heißt es bald „austragender Elternteil“ und „Nicht-gebärendes Elternteil“ statt „Mutter“ und „Vater“? (24hamburg.de-Montage) © Cavan Images/IMAGO & Ralph Peters/IMAGO

So auch bei „Muttermilch“. Damit auch Elternteile aus der LGBTIQ+-Community sich angesprochen fühlen, soll zukünftig von „Elternmilch“ oder „Menschlicher Milch” gesprochen werden – zumindest fordern das die Akademiker. Zudem sieht das Handtuch des Gender Institute der Australian National University (ANU) auch einen geschlechtsneutralen Begriff für das Stillen vor. Das Wort „breastfeeding“ soll durch „chestfeeding“ ergänzt werden.

Für mehr Toleranz und Diversität: Politiker setzen sich für Rechte von Inter- und Transsexuellen ein

Auf Nachfrage der Tagesschau erklärte ein Sprecher der Universität jedoch, dass es sich keinesfalls um offizielle Vorgaben oder Richtlinien handeln würde. Stattdessen sei das Handbuch nur ein Vorschlag, „Mutter“ und „Vater“ durch geschlechtsneutrale Optionen zu ergänzen, wenn es angebracht oder von Menschen gewünscht sei.

Auch wenn der Vorschlag des Gender Institute in Australien, „Mutter“ und „Vater“ in „austragendes Elternteil“ und „Nicht-gebärendes Elternteil“ umzubenennen, bislang nicht in Deutschland angelangt ist, setzen sich auch hierzulande Politiker für die Rechte Inter- und Transsexueller ein.

Während die Grünen einen Badetag für Inter- und Transsexuelle fordern, um so dem „enormen Diskriminierungs- und Exklusionsrisiko“ entgegenzuwirken und die SPD sich für eine „Nicht-binäre Toilettenausstattung“ für queere Menschen in der Öffentlichkeit einsetz, sorgt auch ein Vorschlag von „Emojipedia“ für Furore. Denn: Die englischsprachige Plattform hat sich für einen schwangeren Mann bzw. eine schwangere Person als Emoji ausgesprochen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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