1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

Aus wegen Corona: Kultkneipe auf der Schanze macht für immer dicht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulrike Hagen

Kommentare

Diese Bar hat alles überlebt: Sauf-Touristen, Maikrawalle und G20. Doch dann kam Corona – der Todesstoß für die Kult-Kneipe in der Schanze nach fast 30 Jahren.

Hamburg – Ob Tim Mälzer* oder Johannes Oerding, Sergej Barbarez oder Heinz Strunk. Am Tresen dieser Bar-Institution, die seit 1992 keinen Ruhetag kannte, sind sie alle gern versackt. Promis und Nachtschwärmer, Gastronomen wie Taxifahrer, jeder hat sich gern verloren im kleinen Wohnzimmer-Schlauch am Schulterblatt namens „Daniela“. Dann kam Corona. Und nun ist Schluss mit lustig. Nie wieder durchquatschte Nächten neben der Holz-Nixe im Schummerlicht. Nie wieder Tresen-Tanz und Gin-Tonic bis zum Morgengrauen. Die Schanze* weint.

Bar in Hamburg:Daniela Bar
Adresse:Schulterblatt 86
Betreiberinnen:Patricia Neumann, Florence Mends-Cole
Eröffnung:1992

Aus wegen Corona: Kultkneipe auf der Schanze macht für immer dicht

Geahnt haben wir es wohl alle. Die Corona-Pandemie mit Lockdown und immer neuen Auflagen werden viele heißgeliebte Gastronomien nicht überleben. Nun hat es also die Bar-Legende „Daniela“ in der Schanze* erwischt. Das alte „Mädchen“, dem weder die Maikrawalle noch rücksichtsloses Partyvolk, gegen das sich die Schanzenbewohner nun wehren* oder G20* mit all dem Chaos auf dem Schulterblatt etwas anhaben konnten. „Wir dachten immer, die Daniela Bar überlebt uns“, erklären die Betreiberinnen, Patricia Neumann und Florence Mends-Cole. Doch nun mussten die beiden das Aus für die „Daniela“ auf Instagram bekannt geben.

Die Daniela Bar im Schanzenviertel in Hamburg und ihre Gäste
Die Corona-Pandemie fordert ihr nächstes Opfer: Die kultige Daniela Bar schließt 2022 nach wundervollen 30 Jahren. (24hamburg.de-Montage) © Instagram/danielabarhamburg (Screenshot)/Daniel Bockwoldt/dpa

Kultkneipe macht wegen Corona dicht: „Wir dachten immer, die Bar überlebt uns!“

„Das waren 26 Jahre mit Herzblut, wahnsinnig tollen Geschichten, großartigen Gäste, mega Parties, fantastischen Fummeltrienen-Abende und den besten Barfrauen ever“, schreiben die beiden Betreiberinnen in ihrem emotionalen Post auf Instagram. Sie hatten die Bar 1992 übernommen. „Anfang des Jahres werden wir unsere Pforte für immer schließen“, verkünden Neumann und Mends-Cole, oder „Patty“ und „Flo“, wie sie liebevoll von ihren Stammgästen genannt werden, das Ende der Szene-Bar am Schulterblatt 86.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Kult-Bar schließt: „Sind nach 21 Monaten Pandemie, Lockdowns und Verordnungen mit unserer Kraft und Leidenschaft am Ende“

„Zum Heulen ist uns jetzt ganz besonders, da wir nach 21 Monaten Pandemie, Lockdowns und etlichen Verordnungen mit unserer Kraft und Leidenschaft am Ende sind.“, erklären die Betreiberinnen. Zu schaffen gemacht haben ihnen – wie allen Gastronomen – die sich ständig ändernden neuen Beschränkungen und Corona-Regeln und Maßnahmen in Hamburg* und der nun auch noch begonnene Lockdown für Ungeeimpfte in Hamburg*.

Tod einer Kult-Bar: Die Schanze trauert um eine Institution

Der Abschieds-Post in den Sozialen Medien löst Fassungslosigkeit und Trauer aus: „Dass ihr schließt, ist eine Katastrophe, Institutionen wie IHR dürfen nicht schließen“, zeigt sich ein User erschüttert. „Unendlich traurig. Das Viertel verliert mit Euch nicht nur eine Institution sondern einen Teil der Seele. Bitte macht das nicht!“, kommentiert der bekannte Hamburger Veranstalter John Schierhorn. Sängerin Anett Louisan schreibt: „Das ist soo unendlich traurig“.

„Last Order“: Ein Bar-Ring als bleibende Erinnerung für die „Daniela“-Trauergemeinde

Die „Daniela“-Bar ist nicht der erste – und wohl auch nicht der letzte – Hamburger Traditionsbetrieb, den die Pandemie geschafft hat. In ganz Hamburg hat seit Corona ein flächendeckendes Restaurant- und Bar-Sterben* eingesetzt. In der „Daniela“ gibt es zumindest noch die Chance auf eine „Last Order“. Das Team hat nämlich gemeinsam mit dem Schmuckdesigner Jonathan Johnson einen goldenen Ring mit dem legendärem Logo der Bar als bleibende Erinnerung kreiert.

Update vom 6. Januar: Aufgrund der überwältigenden Resonanz beschlossen die Betreiberinnen, die Bar bis Mitte März geöffnet zu halten!

* 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare