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Teenager basteln Behindertenausweis aus McDonalds-Tüte

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Frech: Um sich auf einen Behindertenparkplatz eines Supermarkts stellen zu können, haben sich Teenager einen eigenen „Ausweis“ gebastelt.

Stockport/England – Eigentlich eine klare Sache: Auf einem Behindertenparkplatz darf nur stehen, wer einen Schwerbehindertenausweis und blauen Behindertenparkausweis im Auto liegen hat. Das gilt in Deutschland sowie in der gesamten EU und England. Zwei Teenager in Stockport bei Manchester haben sich einen Spaß daraus gemacht – und sich kichernd auf einen solchen Sonder-Parkplatz gestellt, um obendrauf noch einen auf eine alte McDonalds-Tüte gekritzelten Behindertenausweis hinter die Scheibe zu legen.

Teil des Vereinigten Königreiches:England
Hauptstadt:London
Fläche:130.279 km²
Einwohner:55,98 Millionen (2018)

Aus einer McDonalds-Tüte: Teenager basteln Behindertenausweis für Parkplatz

Der 38-jährige Lkw-Fahrer Dez Richardson beobachtete schockiert die Szene, die sich vor der Filiale des Tesco-Supermarktes in dem Stadtteil Portwood abspielte: „Die beiden stiegen lachend und kichernd aus und ich bemerkte aus dem Augenwinkel etwas auf dem Armaturenbrett, als ich zu meiner Frau zum Auto ging. Ich dachte ,Das ist keine blaue Plakette´, also sah ich nach und sah, was es war“, berichtet er der „Daily Mail“.

Was Richardson sah, war ein handgekritzeltes Rollstuhlsymbol und ein „P“ daneben – gekritzelt auf eine alte Tüte von McDonalds, der Kette, die jetzt in NRW Corona-Impfungen mit einem Gratis-Burger belohnt. Der Augenzeuge weiter: „Ich dachte nur, ihr verarscht mich doch. Der Parkplatz ist fast komplett leer und ihr entscheidet euch dazu, euch so zu verhalten. Was bringt das eigentlich, außer seinen Egoismus zur Schau zu stellen?“.

Collage: Porträtfoto von Dez Richardson, ein rotes Auto, ein Zettel mit einem handgemalten Behinderten-Parkausweis.
Dez Richardson sah die Teenager kichernd aus dem Wagen steigen. Hinter die Windschutzscheibe legten sie einen selbst gezeichneten Behinderten-“Ausweis“. © Kennedy News and Media/Facebook

Augenzeuge fühlt sich verspottet: Er hat selber einen Behinderten-Parkausweis!

Der Augenzeuge ist empört: Er leidet selbst unter Schäden an seiner Wirbelsäule und an seinen Knien. Da er infolgedessen in seiner Mobilität stark eingeschränkt ist, ist er selbst Besitzer der blauen Parkplatz-Sonderplakette. Er kennt darum die Situation, dass die für eingeschränkte Personen vorgesehenen Stellplätze von anderen Autos besetzt werden. Und er musste auch schon die Erfahrung machen, weil seine Einschränkung nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, man ihn beim Parken auf dem Behindertenparkplatz nach der Rechtmäßigkeit gefragt hat. Bei den beiden jungen Männern ist er sich jedoch sicher, dass es sich nicht um eine unsichtbare Behinderung handelt: „Die Tatsache, dass sich einer der beiden die Mühe gemacht hat, diese gefälschte Plakette zu zeichnen, nur um sich darüber lustig zu machen, das ist einfach beleidigend und spöttisch für Menschen mit echter Behinderung.“

Facebook-Post erntet durchwachsene Reaktionen

Richardson veröffentlichte die Story und Fotos von dem Wagen in den sozialen Medien, um auf die miese Aktion aufmerksam zu machen: „Ich frage mich, ob jemand das Auto erkennt, etwas zu dem Fahrer sagt und der vielleicht das nächste Mal nicht so arrogant ist“.  Die Reaktionen auf den Post sind jedoch sehr gemischt: Einige User merken an, dass er ja nicht ahnen könne, ob nicht doch eine körperliche Einschränkung vorliege. Und er solle am besten wissen, wie sich eine nicht augenscheinliche Behinderung anfühlt. Andere wiederum kontern: „Wieso verteidigen Leute jemanden, der sich wie ein Idiot verhält?“ oder „Leute wie diese denken einfach ‘Ich habe das Recht dazu’, aber nur weil man es kann, heißt das nicht, dass man es auch machen sollte.“

Parken auf Behinderten­parkplatz ohne gültigen Ausweis ist auch in Deutschland ein Verkehrsvergehen , wird aber bisher nur mit 35 Euro geahndet. Doch mit der Verabschiedung der Reform der Straßenverkehrsordnung wird Falschparken für Autofahrer bald richtig teuer... *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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