Gemeinsame Abschuss-Mission

Asteroid rast auf Europa zu – Rettungskonzept von NASA und ESA läuft

  • Christian Einfeldt
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Sie können das Leben auf der Erde vernichten: Die Gefahr vor Asteroideneinschlägen ruft Raumfahrtbehörden der Nasa und Esa auf den Plan.

Darmstadt – Asteroiden brachten Leben und Tod auf der Welt hervor. Während sie laut Forschern einerseits Quellen für Wasser zur Verfügung stellen, erschütterten sie im Laufe der Weltgeschichte unzählige Male unseren Heimatplaneten – Asteroiden-Einschläge auf der Erde sind sogar häufiger als bisher angenommen. Auch das Aussterben der Dinosaurier sei in erster Linie von den Einschlägen der gefährlichen Brocken aus dem All begünstigt, sind sich Forscher einig. Doch nun geraten Asteroiden wieder in Fokus der Raumfahrtbehörden – aber nicht zur historischen Erforschung: Zum Schutz vor einem möglichen Erd-Einschlag planen NASA und ESA jetzt einen Asteroiden-Beschuss.

NASA:US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten

Asteroid im Anflug auf Europa: Raumfahrtbehörden NASA und ESA vor historischem Einsatz

Die Angst vor Asteroideneinschlägen umtreibt aktuell die Nasa und Esa. Was man sonst vor allem aus Science-Fiction-Filmen kennt, soll schon bald wirklich werden. Die Raumfahrtbehörden entwickeln bereits Abwehrwaffen, um 2022 Asteroiden durch den Beschuss in andere Flugbahnen lenken zu können.

Doch Angst vor einem Weltuntergang braucht man nicht zu haben.  Dies beteuerte kürzlich erst wieder der Asteroidenexperte der europäischen Raumfahrtagentur ESA, Detlef Koschny. So gebe es zum aktuellen Stand keine Asteroiden, die mit der Erde kollidieren könnten. Dennoch möchte man für den Ernstfall gewappnet sein. Es sei eine Art Generalprobe, die die Raumfahrtbehörden im kommenden Jahr auf einen großen und historischen Einsatz schickt. Schließlich sei die Gefahr eines Asteroid-Einschlags riesengroß, wie kürzlich auch eine Simulation der Nasa nahelegte*.

Um Asteroiden-Einschlag in Europa zu verhindern, ist ein gemeinsamer Beschuss geplant

Mit ihrem gemeinsam Projekt betreten NASA und ESA komplettes Neuland. In der Geschichte der Raumfahrt werden sie die ersten sein, die den Versuch wagen, den Orbit eines Asteroiden zu verändern. Für ihr Unterfangen im kommenden Jahr scannen sie bereits das All. Das Ziel der einzusetzenden US-Sonde „Dart“ ist ein kleinere Brocken eines Doppelasteroiden, der 2022 also befeuert werden soll. 2024 folgt dann die Mission „Hera“, die vom ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuert wird. Dann soll der Brocken aus dem All untersucht werden.

2022 wollen Nasa und Esa zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt den Orbit eines Asteroiden ändern.

Asterid trifft Europa: 2013 schlug ein 20 Meter großer Asteroid mitten in russischer Großstadt ein

Um zu sehen, wie sehr Asteroiden die Welt verwüsten können, muss man gar nicht die Wissenschaftsbücher über den Urknall und der Geschichte der Erde* aufschlagen. Erst 2013 sorgte ein Asteroid in der russischen Großstadt Tscheljabinsk für großes Unheil, als ein 20 Meter großer Brocken, die Stadt bedrohte. Der Asteroid eilte ohne jegliche Vorwarnung auf die Erde und verletzte rund 1500 Menschen.

Dass die Auswirkungen eines Asteroiden-Einschlags verheerend sein könnten, belegen schon die Zahlen: So würde eine Explosion eines solchen Asteroiden laut Forschern rund 500 Kilotonnen TNT freisetzen. Im Vergleich: Bei der Hiroshimabombe waren es etwa 15 Kilotonnen des Sprengstoffs, der 1945 rund 100.000 Menschen unmittelbar das Leben kostete.

Asteroiden, die ihre plötzlich die Flugbahn ändern, sind eine ständige Gefahr

Ein vermutlich weiterer Asteroid-Einschlag ereignete sich am 30. Juni 1908, bei dem in Sibirien Millionen von Bäumen den Erdboden gleich gemacht wurden. Aufgrund dieser weitreichenden Umweltkatastrophe riefen die Vereinigen-Nationen 2016 den 30. Juni zum Internationalen Asteroidentag aus. Schließlich können auch bekannte Objekte relativ plötzlich eine Bedrohung darstellen. So wie der Asteroid Apophis, der plötzlich seine Flugbahn geändert hatte – nachdem er sich der Erde erst kürzlich nah genug für neue Messungen genähert hat, gab die NASA Entwarnung: Sie konnte einen möglichen Einschlag von Asteroid Apophis neu berechnen und als unwahrscheinlich erklären. Für den ebenfalls seit langem bekannten Asteroid namens 2009JF1 dagegen berechnen Experten einen möglichen Einschlag für 2022.

„Asteroiden können das A und das O des Lebens auf der Erde sein“

Besonders gefährlich werden Asteroiden Experten-zufolge bei einer Größe von rund 50 Metern. Doch sollten Forscher künftig auf einen solchen Brocken stoßen, wäre es dennoch nicht ratsam, diesen zu sprengen. So könnten sie für das menschliche Leben trotz ihrer vernichtenden Kraft essenziell sein. Zu diesem Resultat kam auch das Planetarium in Hamburg, das seit kurzem wieder geöffnet hat*.

„Die Idee ist, dass die Asteroiden, die wir heutzutage sehen, verwandt sind mit den Bausteinen der Erde, mit den ursprünglichen Körpern, die die Erde aufgebaut haben“. Vielmehr gehe man davon aus, dass die Asteroiden die Hauptquelle von Wasser sein könnten. „Asteroiden können das A und das O des Lebens auf der Erde sein“, führt Koschny weiter aus. *24hamburg.de, tz.de, merkur.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa

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