Vielfalt bei Software-Riesen

Das iPhone gendert bald: Apples neues Betriebssystem ist gender-sensibel

  • Annabel Schütt
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Das Gendern ist vielerorts umstritten, allerdings nicht bei Apple. Der Software-Riese macht eine genderneutrale Sprache nun zum Standard.

Gendern, ja oder nein? Die Debatte rund um Binnen-I, Sternchen oder Doppelpunkte beschäftigt aktuell Politiker, Wissenschaftler, queere Menschen und jene Menschen, die einfach immer und überall ihren Senf dazugeben müssen, gleichermaßen. Auch Apple bezieht jetzt Stellung im Hinblick auf den Gender-Wahn. Zukünftig setzt der Software-Riese mit den neuen Betriebssystemen iOS und iPadOS 15 auf eine genderneutrale Sprache – inklusive Doppelpunkt und putzigen Emojis.

Softwareentwickler:Apple
CEO:Tim Cook (24. Aug. 2011–)
Gründung:1. April 1976, Los Altos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Gründer:Steve Jobs, Steve Wozniak, Ron Wayne
Hauptsitz:Cupertino, Kalifornien, Vereinigte Staaten

Software-Riese Apple steht für Vielfalt: iPhone soll zukünftig gendern

Die Debatte um eine genderneutrale Sprache ist längst bei Apple angelangt. Zuletzt hatte der Software-Riese Vielfalt und Inklusion durch Emojis mit verschiedenen Hautfarben ausgedrückt. Zudem gab es Emoticons kurzen und langen Haaren, mit Bart, mit unterschiedlichen Gesichtszügen, mit Kopftuch, eine Regenbogen- und eine Transgender-Flagge und hunderte Paar-Kombinationen mit verschiedenen Hautfarben und Geschlechtern.

Nun landet Apple den nächsten Coup. Denn der Software-Riese führt für die englisch- und spanischsprachigen Versionen von iOS15 ein „grammatical gender agreement“ ein. Heißt: Man kann zukünftig zwischen verschiedenen Geschlechtsoptionen auswählen und das System wählt dann automatisch die korrekte Anrede. Auch im deutschsprachigen Raum soll zukünftig der Doppelpunkt zum Gendern eingeführt werden. Statt einer allgemeinen Formulierung wie „Nutzern“, schreibt man nun also „Nutzer:innen“.

Mit der Einführung der Genderneutralen Sprache bei Apple dürfte einigen Promis und Politikerin den Wind aus den Segeln genommen werden. Während Elke Heidenreich findet, dass Gendern die Sprache „verhunzt“ und Scooter-Frontmann H.P Baxxter der Meinung ist, dass Gendern „zum Kotzen“ ist, will Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß eine genderneutrale Sprache per Gesetz verbieten.

Apple setzt zukünftig auf eine genderneutrale Sprache. (24hamburg.de-Montage)

Kritik gibt es allerdings auch vonseiten des Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband, die vom einheitlichen Gendern auf Smartphones abraten. Der Grund: Screenreader könnten mit Versionen wie dem Genderdoppelpunkt Probleme bekommen.

Vorreiter in Sachen Inklusion: Apple setzt auf genderneutrale Emojis

Apple ist aber nicht nur Vorreiter in Sachen genderneutraler Sprache. Schon im letzten Jahr führte der Tech-Riese Piktogramme von Personen, deren androgyn gehaltene Darstellung keine eindeutige Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht erlaubt, ein: Die Haare sind schulterlang und das Outfit ist grau statt dem Geschlechts-signalisierenden violett für das weibliche und blau für das männliche Emoji.

Zu erwarten ist, dass Apple das neue Betriebssystem samt genderneutraler Sprache spätestens im Herbst auf den Markt bringt, nachdem wie üblich, im September die neuen iPhone-Modelle vorgestellt werden. Verwunderlich wäre es nicht, dass dann auch Google nachzieht und deren Betriebssystem Android überholt. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © MiS/IMAGO & VCG/IMAGO

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