Harte Strafen für Gaffer

Feuerwehr appelliert an Badegäste: So verhält man sich bei Badeunfällen

  • Elias Bartl
    VonElias Bartl
    schließen

Am 14. Juni ist ein 15-Jähriger in einem Bremer Badesee ertrunken. Hunderte Gaffer behinderten die Rettungskräfte. Doch wie verhält man sich richtig bei einem Badeunfall?

Bremen – Bei einem Badeunfall am Montag ist ein 15-jähriger Junge in Bremen ertrunken*. Hunderte Menschen behinderten die Retter und filmten das Drama. Feuerwehr Hamburg* Pressesprecher Dennis Diekmann und Rettungsschwimmer Jonas Bayer erklären wie man sich bei Badeunfällen richtig verhält.

Hunderte Schaulustige behindern Rettungseinsatz in Bremen: Harte Strafen für Gaffer

In den letzten Jahren kommt es immer häufiger dazu, dass Gaffer Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindern. Häufig in dem die sie Videos und Fotos von Verletzten machen. Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, das sie eine Straftat begehen.

Rettungskräfte der Feuerwehr Hamburg üben für den Ernstfall (Symbolbild)

Unterlassene Hilfeleistung wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft, das Fotografieren oder Filmen eines Unfalls sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren. Auch das Gaffen kann schnell teuer werden, es droht eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro.

Appell an alle Bürger die einen Rettungseinsatz beobachten!

Der Pressesprecher Dennis Diekmann appelliert: „Lassen sie die Einsatzkräfte arbeiten und behindern sie in keinem Fall den Einsatz!“ Doch: Wie soll man sich bei einem Badenotfall korrekt verhalten?

Badeunfälle: Wie verhalte ich mich bei einem Badenotfall korrekt?
Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg Dennis Diekmann: „Das Wichtigste ist es, als allererstes qualifizierte Hilfe anzufordern. Wählen Sie umgehen den Notruf 112. Wichtig ist es auch, genau zu beschreiben, wo sich der Notfall befindet, denn es ist verschenkte Zeit, wenn die Rettungskräfte erst nach dem Einsatzort suchen müssen.“ Diekmann weiter: „Es ist für die Rettungskräfte unglaublich hilfreich, wenn ein Einweiser an der Straße steht, der den Einsatzkräften den Weg weist. Besonders an Badestellen, die etwas abseits liegen ist dies extrem hilfreich.“
Kann ich bei einem Badeunfall auch selber helfen?
Rettungsschwimmer Jonas Bayer: „Um selbst Hilfe leisten zu können, kann alles, was schwimmt und Auftrieb gibt ins Wasser geworfen werden, zum Beispiel Rettungsringe, Bojen oder Paddel. Dabei ist darauf zu achten, niemanden am Kopf zu treffen.“
Ist es eine gute Idee selbst ins Wasser zu gehen um zu helfen?
Bayer: „Passanten sollten selbst nur bei ausreichender Eigensicherung ins Wasser gehen. Auf keinen Fall sollten Passanten ins Wasser gehen, wenn sie alleine sind!“
Inwiefern stören Gaffer bei so einer Rettungsaktion?
„Eine Menschenrettung verlangt höchste Konzentration der Rettungskräfte, die sich dabei oft selbst in Gefahr begeben. Schaulustige stören die Rettung oft, stehen gelegentlich konkret im Weg und begeben sich oft unwissentlich selbst in Gefahr. Das kann die Rettungseinsätze aktiv behindern und wertvolle Zeit kosten.“ Erklärt der Ehrenamtliche Rettungsschwimmer Jonas Bayer

* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare