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Wegen Gasumlage: Auch EWE zieht jetzt die Gaspreise an

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Von: Fabian Raddatz

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Die EWE hat angekündigt, dass Strom und Gas zum 1. Oktober noch einmal deutlich teurer werden.
Die EWE hat angekündigt, dass Strom und Gas zum 1. Oktober noch einmal deutlich teurer werden. © dpa

Schlechte Nachrichten für Gas-Kunden: Der Energieversorger EWE zieht die Preise an. Verbraucher sollen ab November verstärkt zur Kasse gebeten werden.

Oldenburg – Der Oldenburger Energiekonzern EWE will ab 1. November die Preise anziehen. Das gab das Unternehmen am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt. EWE will demnach die von der Bundesregierung geplanten Gasumlage, die ab 1. Oktober greifen soll, an die Kunden weitergeben.

Davon seien auch Verbraucher mit Laufzeitverträgen plus Preisgarantie betroffen, teilte das Unternehmen mit – Tarife wie „Zuhause12“ und „Zuhause24“ mit eingeschlossen. Bei einigen Sonderverträgen sei die Weitergabe hingegen noch nicht geklärt. Man wolle hier nur staatlich initiierte Umlagen weitergeben, erklärte EWE-Sprecher Dietmar Bücker.

Gasumlage in Deutschland: EWE zieht Gaspreise an – „Verluste erlitten“

EWE gehört damit zu den zwölf Gas-Unternehmen, die einen Antraf auf die Gasumlage gestellt haben: „Wir haben einen Antrag gestellt, weil wir Verluste aus der Nachbeschaffung von Erdgas erlitten haben und damit unter die von der Bundesregierung geschaffene Regelung fallen“, so Bücker.

Anders als die Bremer Tochtergesellschaft SWB gibt EWE die Umlage erst einen Monat später weiter. Das läge an den knappen Fristen: „Die Bekanntgabe der Umlagehöhe durch die Bundesregierung erfolgte zu einem Zeitpunkt, der es EWE nicht mehr ermöglichte, die gesetzlichen Informationsfristen für Kundinnen und Kunden einzuhalten“, so EWE.

EWE nimmt Gasumlage wegen Gaspreisen in Deutschland in Anspruch: RWE verzichtet

Andere Versorger haben hingegen ganz darauf verzichtet, die Umlage in Anspruch zu nehmen. Etwa der Energiekonzern RWE. „RWE ist ein finanzstarkes und robustes Unternehmen. Wir erwägen daher, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, unsere Verluste aus der Gasersatzbeschaffung für diese Umlage geltend zu machen“, sagte RWE-Vorstandschef Markus Krebber.

Die Umlage soll die wegen knapper russischer Gaslieferungen stark gestiegenen Kosten von Großimporteuren ausgleichen, um diese vor einer Pleite und das deutsche Energiesystem vor dem Kollaps zu bewahren. Alle Gaskunden sollen dafür zusätzlich 2,4 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Kritisiert wird, dass auch Firmen profitieren könnten, denen es wirtschaftlich gut geht. Deshalb prüft die Bundesregierung nun Korrekturen an der staatlichen Umlage.

Kritik an der Gasumlage der Bundesregierung – Gaskrise sorgt für hohe Preise in Deutschland

Doch die geplante Gasumlage sorgt auch nach den in Aussicht gestellten möglichen Korrekturen für Kritik. Gegner fordern eine grundlegende Reform oder einen kompletten Verzicht auf die staatliche Umlage, die Privathaushalte und Industrie ab Oktober zahlen sollen.

Unter anderem sollten nur Unternehmen unterstützt werden, die für die Gasversorgung in Deutschland relevant seien. Zudem müsse ihr Gasgeschäft im Betrieb eine relevante Größe haben. Wer von der Umlage profitierten wolle, muss laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck seine Bücher offenlegen. Allein das könnte schon reichen, „um diese Unternehmen auszusortieren“.

Gasumlage wegen Gaskrise: Sozialverbände schlagen Alarm

Sozialverbände warnen hingegen, viele Menschen könnten die höheren Lasten nicht mehr tragen. Die Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang sagte noch im ZDF-Sommerinterview: „Wenn wir jetzt eine Gasumlage machen, dann müssen gleichzeitig weitere Entlastungen kommen – also noch in diesem Jahr, in diesem Herbst, müssen wir Entlastungen auf den Weg bringen.“

Und tatsächlich ist ein drittes Entlastungspaket auf den Weg gebracht worden. Auch Rentner und Geringverdiener sollen davon profitieren. Zudem soll die Auszahlung der Energiekostenpauschale aus dem Entlastungspaket 2022 Verbrauchern helfen.

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