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Aldi nimmt veganen Thunfisch ins Sortiment – und erntet Shitstorm

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Von: Ulrike Hagen

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Aldi nimmt vegane Thunfisch-Alternative aus Algen ins Programm und erntet Spott und Häme: Der Fischersatz ist nur als Aufstrich auf Billig-Sandwiches zu haben.

Essen – „Gut gemeint“ ist häufig das Gegenteil von „gut gemacht“. Diese Erfahrung muss gerade mal wieder der Discounterriese Aldi, der zukünftig sein Sortiment ändert und Billig-Fleisch aus den Regalen verbannt, machen. Nachdem das Unternehmen Sandwiches mit veganem Thunfisch-Ersatz unter dem Namen „BettaF!sh TU-NAH“ in sein Snackregal-Sortiment aufnahm, hagelt es Kritik von Kunden – und zwar sowohl von Fleischessern als auch von Veganern.

Discount-Einzelhandelskette:Aldi
Hauptsitz:Essen
Umsatz:Aldi Süd: 16,4 Milliarden Euro, Aldi Nord: 12,2 Milliarden Euro
Anzahl der Standorte:11.235

Aldi nimmt veganen Thunfisch ins Sortiment – und erntet Shitstorm

Der Discounter hat in letzter Zeit reichlich Erfahrung mit empörten Reaktionen von Verbrauchern machen dürfen. Als veganer Bacon ins Aldi-Sortiment aufgenommen wurde, rasteten Fleischesser-Kunden aus. Und gerade erst empörte sich wegen eines „dämonischen“ Produktes eine Kundin: „Absolut abscheulich!“ Nun geht es also in die nächste Runde. Die drei, jeweils 2,49 Euro teuren, von Aldi Nord und Aldi Süd auf den Markt gebrachten Fertig-Sandwiches mit Thunfisch-Ersatz-Aufstrich auf Algenbasis sorgen für einen Shitstorm im Netz.

Montage: Ein wütender Kunde und drei vegane Thunfisch-Sandwiches von Aldi.
Die neuen veganen Thunfisch-Sandwiches bei Aldi sorgen für einen Shitstorm im Netz. (24hamburg.de-Montage) © ALDI SÜD/imago

„In vielen Teilen der Welt haben die Menschen nichts zu essen und hier wird solcher Scheiß angeboten“

Hinter den 100 Prozent pflanzlichen Fertig-Klappstullen in den Sorten „Classic“, „Sweet Chili“ und „Sweet Corn + Pepper“ steckt das Startup „BettaF!sh“, das Aldi im Rahmen des Förderprogramms „TechFounders“ unterstützt. So weit, so gut. Doch die Kunden laufen Sturm: Die veganen Snacks bestünden zwar aus nicht tierischen Zutaten – aber sonst aus so fast allem, was das Lebensmittellabor hergibt, so der Vorwurf. „In vielen Teilen der Welt haben die Menschen nichts zu essen und hier wird solcher Scheiß angeboten. Ihr seit abartig krank“, postete ein User auf der Facebook-Seite von „Utopia“, die über die Marktneuheit berichtet.

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„Aldi rettet mal wieder die Welt. Mit fertigen Sandwiches. Lustig, das...“

„Eigentlich eine tolle Sache, europäische Bio-Algen-Produktion eines Start-ups zu unterstützen. Aber dann steckt man das ganze mit einem trockenen Sandwich in ein Convenience-Produkt, mit Plastik ummantelt? 10 % Algenanteil und nach den Bohnen nur Geschmacksverstärker und sonstige Zusatzstoffe. Leider ein weiteres sinnloses Veggie-Produkt, das der Gesundheit mehr schadet, als nutzt. Schade...“, findet eine andere Kundin. Ein weiterer ätzt: „Aldi rettet mal wieder die Welt. Mit fertigen Sandwiches. Lustig, das...“

„Die Essgestörten wollen solche künstlichen Produkte und zahlen gerne mehr als für das Naturprodukt“

Dabei richten sich die Vorwürfe offensichtlich vor allem auf die Form der Darreichung des veganen „Thunfisches“: „Würde ich gerne mal probieren. Aber nicht auf einem labbrigen Sandwich“, bedauert eine Kundin. Härter drückt es ein anderer aus: „Die Essgestörten wollen solche künstlichen Produkte und zahlen gerne mehr als für das Naturprodukt.“

Dabei liegt Veganismus im Trend: In Hamburg soll sogar der bekannte Fischmarkt vegan werden* und es gibt inzwischen sogar eine ganze Stadt, die Fleisch verbietet –für Veganer das Paradies, für andere, wie die 73 Prozent der Männer, die lieber sterben würden, als auf Fleisch zu verzichten, wohl eher ein Alptraum... * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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