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Aldi nimmt veganen Bacon ins Sortiment – Fleischesser-Kunden rasten aus

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Von: Bjarne Kommnick

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Immer mehr vegane Fleischalternativen landen in den Regalen der Supermärkte. Viele Fleischesser-Kunden fühlen sich dadurch eingeschränkt – so wie bei Aldi.

Essen – Wenn große Supermarkt-Ketten vegane Fleischalternativen auf den Markt bringen, gibt es oftmals kein Halten mehr bei einem Teil der Kundinnen und Kunden. In den meisten Fällen jedoch nicht aus Freude über ein breiteres Angebot, das Einkaufende wahrnehmen können, sondern vor allem aus purem Hass und Unverständnis. Es scheint sogar so, als würden sich einige von ihnen durch vegane Alternativprodukte in ihrem Freiheitsrecht eingeschränkt fühlen. Diese Erfahrung musste nun auch wieder der Supermarktgigant Aldi machen.

UnternehmenAldi
HauptsitzEssen
Umsatz91,9 Milliarden USD (2018)
Anzahl der Standorte11.235

Aldi hatte kürzlich erst veganen Speck in ihr Sortiment aufgenommen. Auch auf dem Bremer Freimarkt gibt es immer mehr vegane Angebote. Mit der Entscheidung von Aldi waren viele Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook alles andere als zufrieden. Sie forderten kurzerhand die Umbenennung des Produktes, weil sie nicht begreifen könnten, wieso vegane Produkte nach Fleisch benannt werden. Dass Leute dagegen etwas haben, dieses Phänomen tritt seit dem Boom des veganen Marktes immer wieder auf. Oft kommt es dabei auch zu Vegan Shaming, also das meist unbegründete Ablehnen und Schlechtreden einer veganen Lebensweise.

Aldi bietet veganen Speck an: Vegan Shaming geht auf Facebook viral

So kommentierten tausende Nutzerinnen und Nutzer den Facebook-Post eines Mannes, in dem er seinem Unmut über die neuen Produkte Ausdruck verleiht. Viele seiner Follower schließen sich seiner Meinung an: „Nennen Sie es anders. Speck ist ein Stück Fleisch“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer schreibt: „Wenn ich alles benennen darf, wie ich möchte, das hat doch auch nichts mehr mit Freiheit zu tun. Das ist doch Unsinn, mir reicht es, Fleisch bleibt Fleisch.“

Aldi Kunden vor einer Filiale und Speck mit einem Vegan-Sticker
Bacon-Krieg im Internet: Aldi verärgert Fleischesser mit veganem Speck. (kreiszeitung.de-Montage) © Roland Weihrauch/dpa/imago

Doch nicht alle Kommentare sind so harmlos, wie diese. Immer wieder werden Politikerinnen und Politiker bedroht, Supermarktketten angefeindet und andere User diffamiert. Einige Bemerkungen gehen sogar in den strafrechtlich relevanten Bereich. Ähnliche Kommentare gab es auch, als Aldi angekündigt hatte, Billigfleisch aus dem Sortiment langfristig zu verbannen.

Doch woher kommen diese Emotionen gegen vegane Produkte? Es scheint vor allem der Name „Fleisch“ an sich zu sein. Denn Fleisch ist weiterhin extrem billig und auch das Angebot sei nach Angaben vieler Supermarktketten eher gewachsen in den vergangenen Jahren. Durch vegane Alternativen müssten Konsumenten also weder auf die Breite des Angebotes zu verzichten, noch mehr zahlen. Es ist also de facto eine Erweiterung des Marktes. Auch bei der Höhle des Löwens (VOX) haben zwei Erfinder kürzlich ein neues Fleischersatzprodukt vorgestellt, das vegane Vorratshaltung möglich machen soll.

Widerstand gegen Aldi-Shitstorm wächst: Kunden befürworten vegane Produkte im Supermarkt

Doch dem Shitstorm steht auch Widerstand gegenüber. Ein Großteil der Menschen auf Social Media scheint nämlich dennoch für vegane Fleischprodukte zu sein: „Ich beneide die Menschen, deren größte Sorge das ist, was Aldi ihren falschen Speck nennt“, kommentiert ein User auf Facebook. Ein andere schreibt: „Manche habe nicht mal etwas zu essen und hier wird über den Namen diskutiert. Das ist kaum noch zu glauben, wie luxusverwöhnt wir alle sind.“

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Ein anderer schreibt: „Für diejenigen, die sich darüber beschweren, dass es Speck genannt wird, weil es genau beschrieben werden soll. Vielleicht sollte die Fleischvariante ‚Sliced ​​Pig Back or Side‘ heißen. Wissen Sie, um der Genauigkeit willen und so.“ Auch über alkoholfreies Bier oder zuckerfreien Getränken müsste dann wohl intensiv diskutiert werden. Doch es geht auch andersrum. Auch Meat-Shaming ist ein Problem. Eine Frau hatte beispielsweise erst kürzlich ihre fleischessende Familie von ihrer Hochzeit ausgeladen. Eine andere Frau wollte vor Gericht ziehen, weil ihr Nachbar Fleisch grillte. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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