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Airbus lässt Testflugzeug mit altem Speiseöl fliegen

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Von: Bjarne Kommnick

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Airbus Testflug.
Erstmalig fliegt ein Flugzeug von Airbus mit Speiseöl als Treibstoff. © dpa/Guillaume Horcajuelo

Airbus testet neue Treibstoffe. Mit Speiseöl soll es in die Luft gehen. Ein erstes Flugzeug hat nun einen Testflug mit dem Biotreibstoff hinter sich.

Erstmalig hat der Flugzeughersteller Airbus gemeinsam mit einem französischen Luftfahrtunternehmen eine Maschine mit dem regenerativen Treibstoff Sustainable Aviation Fuel (SAF) fliegen lassen. Der Kraftstoff wird beispielsweise aus benutzten Speiseölen gewonnen. Der Konzern teilte am Freitag mit, dass im Raum Toulouse ein A319neo-Testflugzeug mit dem neuen SAF-Kraftstoff geflogen sei.

Airbus Flugzeug fliegt mit altem Speiseöl: Biotreibstoff deutlich teurer als Kerosin

„SAF kann problemlos in Flugzeugen eingesetzt werden und ist eine echte Alternative zu fossilem Kerosin“, erklärt das Unternehmen. Das Ziel hinter dem Einsatz des Treibstoffes sei, die CO2-Emissionen stark zu verringern. Das Problem liege bisher jedoch im Preis, Biotreibstoffe seien noch deutlich teurer als normales Kerosin für Flugzeuge. Auch in der Autobranche haben Verbraucherinnen und Verbraucher mit hohen Treibstoffpreisen zu kämpfen. In Niedersachsen wird sogar CO2-neutrales Kerosin hergestellt.

FlugzeugherstellerAirbus
Gründung18. Dezember 1970, Blagnac, Frankreich
HauptsitzLeiden, Niederlande
CEOGuillaume Faury

Das Unternehmen Airbus arbeitet mit dem Technologieunternehmen Safran, Frankreichs Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt Onera, dem französischen Verkehrsministerium und dem Flugzeughersteller Dassault Aviation gemeinsam an dem Projekt. Bei den meisten Tests mit dem SAF-Treibstoff werde jedoch ein Gemisch eingesetzt – Kritikerinnen und Kritiker, darunter mehrere Umweltschutz-Verbände haben bei diesen Aktionen deshalb bereits von PR-Stunts gesprochen. Dabei macht Airbus aktuell eher in Sachen Weltraum-Forschung von sich reden: Airbus entwickelt für einen drohenden Asteroid-Einschlag einen Rettungsplan, für den das Unternehmen Weltraum-Satelliten umrüsten will.

Airbus-Flug mit Speiseöl könnte Schule machen: Frankreich will fünf Prozent Biotreibstoff bis 2030

Frankreich will bis 2025 einen Anteil von zwei Prozent Biotreibstoff im Kerosin-Gemisch zur Pflicht machen. Bis 2030 soll der Anteil auf fünf Prozent steigen. Auch Fluglinien sind in das Projekte integriert. Die Lufthansa Group schreibt: „Mit jeder neuen Flugzeug-Generation sinken die CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent.“ Das Unternehmen investiere Milliarden in die Umstellung auf grüne Energie. Die Branche gehört allerdings zu den Verlierern der Coronakrise, Lufthansa hatte sogar eine Flugschule in Bremen geschlossen*.

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Ein Elektro- oder Wasserstoffantrieb sei Stand jetzt noch nicht denkbar. Ein Problem mit diesen Treibstoff-Techniken seien die geringe Energiedichte von Batterien. Zudem sei die Speicherung von großen Mengen Wasserstoff aus technologischer Sicht nicht extrem aufwendig. In der Auto-Branche scheint Wasserstoff in Zukunft eine echte Alternative sein zu können*.

Von Speiseöl bis Elektro-Auto: umweltfreundliche Mobilität läuft noch nicht wirklich rund

In Sache umweltfreundliche Verkehrsmittel läuft es längst noch nicht überall rund. Die E-Auto-Branche sieht sich beispielsweise immer wieder mit unerwarteten Fahrzeugbränden konfrontiert. Ein Akku-Brand in Leer zerstörte zwei Autos*. Bei einem Auto-Brand in den USA sollte der Fahrer 12.000 Euro an General Motors zahlen, weil sein E-Auto in Flammen aufging. Zudem gibt es auch immer wieder Probleme im Elektro-Auto-Alltag, viele Menschen kaufen E-Autos – finden aber keine Ladestation zudem dürfen in manchen Städten E-Autos nur noch mit 15 Meter Abstand parken. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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