Beschluss nach Corona-Gipfel

Ab wann sind Corona-Tests kostenpflichtig?

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Es ist beschlossene Sache: Corona-Tests werden kostenpflichtig. Wann der Zeitpunkt dafür gekommen ist und für wen sie kostenlos bleiben, erfahren Sie hier. 

Berlin – Bundesweit steigen die Corona-Fälle, parallel sinkt die Impfbereitschaft. Für Bund und Länder standen am 10. August mehrere Themen zur Debatte. Über das Ziel herrschte jedoch Einigkeit: Es müsse eine Grundlage geschaffen werden, damit die Impfquote in Deutschland wieder ansteigen kann.

Während einige Details nach dem etwa dreistündigen Corona-Gipfel noch ungeklärt sind, ist eines bereits jetzt sicher: Ab dem 11. Oktober 2021 werden Corona-Tests kostenpflichtig. Wie teuer die Schnelltests dann sind und wer sich weiterhin kostenlos auf Corona testen lassen kann.

Corona in Deutschland:Quelle: Johns Hopkins University, Stand: 11.08.2021
Corona-Fälle insgesamt:3.803.351
Verabreichte Impfdosen insgesamt:95.802.971
Vollständig geimpfte Personen:46.227.957

Kostenpflichtige Corona Tests ab Oktober

Wie zuletzt die „Tagesschau“ berichtete, sinkt die Impfbereitschaft bundesweit. Lediglich 55 Prozent der Bevölkerung in Deutschland seien bislang vollständig geimpft. Im Mai konnten Impfzentren noch über einer Million Menschen an einem Tag eine Erstimpfung verabreichen. Nun seien es im Zeitraum einer einzigen Woche nur noch rund eine halbe Million Menschen.

Auch außergewöhnliche Ideen zur Steigerung der Impfbereitschaft konnten der Impfquote keinen entscheidenden Auftrieb verleihen. So beispielsweise, als Hamburg eine Lange-Nacht-des-Impfens in den Messehallen organisierte* oder eine Hamburger Praxis spontan Fußgänger impfte*.

Ein gemeinsamer Corona-Gipfel von Bund und Ländern* am Dienstag, 10. August 2021, sollte jetzt Klarheit über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Corona-Virus bringen. Über allem stand das entscheidende Ziel, mehr Menschen zu einer Impfung zu bewegen. Entscheidende Aspekte waren unter anderem, ab welcher Inzidenz eine Testpflicht für Ungeimpfte geltend gemacht werden müsse. Doch im Fokus stand auch eine andere Frage: Müssen Corona-Tests kostenpflichtig werden?

Einführung von kostenpflichtigen Corona-Tests: „Genug Impfstoff ist inzwischen vorrätig“

Bund und Länder begründeten die Entscheidung der Einführung von kostenpflichtigen Corona-Tests, damit, dass genügend Impfstoff inzwischen vorrätig sei. Auch Anreize für eine Corona-Impfung seien mittlerweile ausreichend vorhanden. So müssen sich Geimpfte keiner Testpflicht unterziehen und auch eine Quarantänepflicht entfällt. Auch für Genese soll diese Regelung künftig greifen. Darüber hinaus sollen spätestens ab dem 23. August 2021 nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu öffentlichen Innenräumen erhalten. Ist man nicht immunisiert, bedarf es der Vorlage eines Schnelltests.

Bereits im Vorfeld plädierte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) für die Einführung von kostenpflichtigen Corona-Tests, damit die Allgemeinheit nicht für Impfverweigerer zahlt*. Nun ist es offiziell: Ab dem 11. Oktober 2021 sind Schnelltests nicht mehr gratis.

Beschluss von Bund und Länder: Ab dem 11. Oktober sind Corona-Tests kostenpflichtig.

Wie teuer ist ein Coronatest?

Aktuell ist noch unklar, welche Kosten ab Oktober auf Testende zukommen. Bislang sprach die Bundesregierung lediglich von einem „angemessenen Preis“, den es für Corona-Tests künftig zu bezahlen gilt. Bevor die Antigen-Schnelltests im März kostenfrei wurden, pendelten sich die Preise bei Hausärzten zwischen 15 und 25 Euro ein.

Während der Preis für Corona-Tests in der Apotheke bei rund 29 Euro lag, wurde es an Teststationen derweil teurer. Dort gab es die Tests häufig zwischen 30 und 50 Euro. Dass Testwillige erneut so viel Geld aufbringen müssen, scheint aktuell allerdings unwahrscheinlich. Zum 1. Juli wurde die Vergütung für Corona-Tests für Testanbieter noch auf 11,50 Euro gesenkt.

Alternative zum Corona-Test: Preise für PCR-Tests variieren

Plant man einen längeren Aufenthalt in Innenräumen, empfiehlt es sich einen PCR-Test durchführen zu lassen. Im Gegensatz zu Corona-Schnelltests gilt dieser nicht 24, sondern 48 Stunden. Seine Vorteile werden jedoch auch entsprechend entlohnt. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) zahlen Testwillige hierfür mindestens 35 Euro.

Die Preise können jedoch je nach Testzentrum variieren. Wer etwa am Flughafen seinen PCR-Test macht, bekommt das Ergebnis in der Regel innerhalb der nächsten 24 Stunden. Mindestens 69 Euro zahlt dabei der Testende. Braucht man das Ergebnis noch schneller, können nach Angaben des ADACs gar über 250 Euro fällig werden.

Kostenlose Corona Tests: Für diese Personen bleiben sie gratis

Aus dem Beschluss geht hervor, welcher Gedanke hinter der Aufhebung der kostenfreien Corona-Tests steckt: „Wie sich die Infektionszahlen entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, wie hoch die Impfquote in Deutschland ist. Deshalb werben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder dafür, dass alle Bürger sich nun zügig impfen lassen“. Dass Testende in Zukunft zur Kasse gebeten werden, soll also einen weiteren Anreiz zur Corona-Impfung schaffen.

Bereits vor dem Corona-Gipfel machte etwa Tschentscher unmissverständlich klar, dass es einen Knallhart-Kurs gegen Ungeimpfte* geben wird. Nun ist klar, was Hamburgs Bürgermeister damit gemeint hat. Neben der Einführung von kostenpflichtigen Corona-Tests gelten für Ungeimpfte in Hamburg strenge Regeln*.

Personengruppen für die der Corona-Test kostenlos bleibt

- Schwangere

- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

- Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können

Doch nicht alle Menschen müssen für Schnelltests künftig zahlen. Personen, die nicht geimpft werden können, erhalten weiterhin das Angebot sich gratis testen zu lassen. Auch Schwangere, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von den Kosten befreit. Für alle anderen Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, bleibt der Griff zum Portmonee die einzige Möglichkeit, um in Zukunft am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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