Ab dem 24. April ist Schluss

Ostsee-Urlaub: In Mecklenburg-Vorpommern fliegen die Dauercamper raus

  • Jan Knötzsch
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Mecklenburg-Vorpommern schmeißt ab 24. April Dauercamper und Zweitwohnungsbesitzer rigoros raus. So bestimmen es die Corona-Regeln und erntet Unverständnis.

Hamburg – In Mecklenburg-Vorpommern gilt seit dem 19. April 2021 der Corona-Lockdown. Aktuell gibt es noch eine Übergangsfrist, die es den Zweitwohnungsbesitzern und den Dauercampern aus anderen Bundesländern erlaubt, in „Meck-Pomm“ zu übernachten. Aber am Freitag ist Schluss. Ab dann gilt: Bis zum 11. Mai 2021 darf nur noch einreisen, wer dort seinen Hauptwohnsitz hat oder seine Kernfamilie besucht. Mecklenburg-Vorpommern schmeißt seine Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper raus! Mit dem Ostsee-Urlaub hat es sich dann ab dem 24. April 2021 erstmal erledigt.

Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Bewohnerdichte:69 Einwohner pro km²
Bevölkerung:1,61 Millionen (2019)
Hauptstadt:Schwerin
Gründung:9. Juli 1945, 3. Oktober 1990 (Wiedergründung)

Ostsee-Urlaub: 38.000 Zweitwohnungsbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern betroffen – Zahl der Dauercamper unbekannt?

Die genaue Zahl an Menschen, die dieser harte Einschnitt trifft. ist nicht bekannt. Der Berliner Kurier berichtet jedoch, dass in Mecklenburg-Vorpommern etwa 38.000 Zweitwohnsitze registriert sind. Diese Information hat die Zeitung von einem Regierungssprecher erhalten. „Die“, so der Sprecher, „betrifft es auf jeden Fall“. Wie viele Menschen darüber hinaus? Das ist offen. Laut Auskunft des Sprechers kommen noch nicht angemeldete Wohnsitze dazu. Und eben die Dauercamper, die in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sind und leben. Daher gebe es keine abschließende Zahl.

Ab dem 24. April schmeißt Mecklenburg-Vorpommern die Dauercamper und Zweitwohnungsbesitzer raus – wegen der Corona-Regeln. (24hamburg.de-Montage)

Das Besondere an der Regelung, die in Mecklenburg-Vorpommern ab dem Wochenende gilt und den Campern ihren Ostsee-Urlaub vermiest: Nach Angaben eines Sprechers des Landes-Camping-Verbandes ist für Dauercamper, die in Mecklenburg-Vorpommern ihren Wohnsitz von der neuen Coronavirus-Verordnung betroffen. Das heißt: Für sie ist der Aufenthalt auf dem Campingplatz tagsüber zwar erlaubt, übernachten aber dürfen sie dort nicht. Jüngst hatte Vizekanzler Olaf Scholz gesagt, dass Urlaub an der Ostsee im Sommer wieder möglich sein wird.

Ostsee-Urlaub: Aufhalten ja, schlafen nein – Dauercamper in Mecklenburg-Vorpommern finden Regelung paradox

„Wenn ich mich den ganzen Tag dort aufhalten darf, zum Schlafen aber nach Hause fahren muss – das ist doch paradox“, sagt Gerd Scharmberg, der Sprecher des Campingverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Aufhalten ja, schlafen nein – auch die betroffenen Dauercamper würden diese Regelung, die ab dem kommenden Wochenende gelten, nicht verstehen. Kritiker bemängeln, dass beispielsweise Menschen, die sich zum Ostsee-Urlaub in Ferienhäusern aufhalten, nicht per se Infektionstreiber sind. Für Ostsee-Urlauber hatte es zuletzt schon schlechte Nachrichten gegeben: Eigentlich war die Öffnung für den 26. April geplant, doch sie wurde verschoben – auf unbestimmte Zeit.

Von Seiten der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern heißt es dazu, dass dies grundsätzlich stimme. Aber: Alle Corona-Schutzmaßnahmen zielen darauf ab, Kontakte zu reduzieren. Und Mobilität trage zum Infektionsgeschehen bei. Der Plan daher: Reisen so weit wie möglich zu reduzieren. Das heißt dann unterm Strich für die Dauercamper und Zweitwohnungsbesitzer nichts anderes als Ostsee-Urlaub adé. In Schleswig-Holstein waren die Sandstrände der Lübecker Bucht wegen des Corona-Lockdowns lange Zeit nur Einheimischen und Tagestouristen vorbehalten.

Ostsee-Urlaub: Wohnungsbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern wehren sich – mehrere Klagen beim Oberverwaltungsgericht Greifswald

Wie der Berliner Kurier berichtet, wehren sich einige Wohnungsbesitzer juristisch gegen die Corona-Verordnung und den Fakt, dass ihr Ostsee-Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt. Beim Oberverwaltungsgericht in Greifswald gibt es bereits mehrere Verfahren , in denen Zweitwohnungsbesitzer gegen die Regeln klagen. Dies bestätigt Gerichtssprecherin Dorothea ter Veen. Parallel klagen auch Ferienwohnungs-Besitzer, die ihre Wohnungen wieder vermieten wollen. Das Ergebnis? Noch offen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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