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Christian Drosten auf Campingplatz beschimpft – Anzeige!

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Von: Steffen Maas

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Virologe Christian Drosten wurde beim Zelten auf einem Campingplatz südlich der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern massiv attackiert – er erstattete Anzeige.

Wesenberg – Sicher wäre er beim Blick auf die aktuellen Zahlen mal gerne vom Thema Corona weggekommen. Doch nach extremen Beschimpfungen auf einem Campingplatz an der Mecklenburgischen Seenplatte hat der prominente Virologe Christian Drosten die örtliche Polizei eingeschaltet. Nach dem Vorfall am Ellbogensee südlich der Müritz habe er gegen drei Dauercamper – zwei Frauen und ein Mann – Anzeige wegen Verleumdung gestellt, bestätigte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg.

Name:Christian Drosten
Geburtsort:Lingen
Arbeitsstelle:Charité – Universitätsmedizin Berlin
Funktion:u.A. Institutsdirektor im Institut für Virologie

Zuerst hatte das Online-Portal „Wir sind Müritzer“ darüber berichtet. Demnach warfen die Camper dem Wissenschaftler unter anderem vor, „Kinder auf dem Gewissen zu haben“ und beschimpften ihn als „Massenmörder“. Dabei zeigte sich Drosten als Mahner immer vor allem um Menschenleben besorgt – zuletzt hatte er vor hohen Fallzahlen nach den Sommerferien gewarnt.

Christian Drosten am Ellbogensee: Anfeindungen auf Campingplatz

Die Polizeisprecherin wollte wegen laufender Ermittlungen zum Inhalt der Beschimpfungen nichts sagen. Der Vorfall habe sich am vergangenen Samstag, 25. Juni 2022, am Ellbogensee, südlich der Müritz in der Grenzregion zu Brandenburg zugetragen. Drosten sei inzwischen wieder planmäßig abgereist.

Der Virologe Christian Drosten wurde auf einem Campingplatz unter anderem als „Massenmörder“ beschimpft und erstattete daraufhin Anzeige
Der Virologe Christian Drosten wurde auf einem Campingplatz unter anderem als „Massenmörder“ beschimpft und erstattete daraufhin Anzeige. (Symbolbild, 24hamburg.de-Montage) ©  Kay Nietfeld/Patrick Pleul/Montage

Der Wissenschaftler erlangte als Experte im Zuge der Corona-Pandemie deutschlandweite Bekanntheit – unter anderem durch seinen NDR-Podcast zur Corona-Situation, bei dem er im Frühjahr endgültig Schluss machte. Er sah sich immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert, etwa von Kritikern von Impfungen und anderer Corona-Schutzmaßnahmen. Juristisch wehrte er sich zuletzt auch gegen zu harsche Kritik eines Wissenschaftler-Kollegens.

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Mecklenburg-Vorpommern: Christian Drosten würde weiterhin Urlaub machen

Der Region selbst trägt Drosten dabei nichts nach – und stellt sogar noch eine Empfehlung aus. So schrieb der 50-Jährige am Mittwochnachmittag bei Twitter, dass er Urlaub „immer und jederzeit in McPomm“ machen würde. „Ich bin ja schließlich Norddeutscher, und es ist einfach gut da!“

Drosten wurde in Norddeutschland – in Lingen im Emsland – geboren. Mit seinem Tweet antwortete er auf einen Beitrag des Wetterexperten Jörg Kachelmann.

Dieser hatte Drosten Respekt gezollt für „den Ansatz, auf einem Zeltplatz in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen“. Drosten schrieb daraufhin auch: „Na ja, wir haben halt ‘ne Nacht am See gezeltet, leider kein Urlaub. Deswegen auch keine vorzeitige Abreise oder dergleichen.“ (Mit Material der dpa)

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