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Wüstefeld begründet Rücktritt: Mangelndes Vertrauen in HSV-Aufsichtsrat

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Von: Jan Knötzsch

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Thomas Wüstefeld ist kein HSV-Vorstand mehr. Am Mittwochabend trat er zurück. Jetzt hat er seinen Schritt begründet. Er nimmt die Stadt und den HSV ins Visier.

Hamburg – Das Ende kam einem großen Knall gleich: In Hamburg hatte längst jeder den Mittwoch, 28. September 2022, schon abgehakt – da machte es der HSV publik: Dr. Thomas Wüstefeld wird nicht mehr länger Finanzvorstand beim Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg sein. Der Unternehmer trat mit sofortiger Wirkung von all seinen Ämtern beim Club aus dem Volksparkstadion zurück. Damit beendete Wüstefeld eine Zeit, in der es abseits des sportlichen Erfolgs der Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter zuletzt etliche Schlagzeilen um den HSV-Finanzvorstand gegeben hatte.

Nun hat der Ex-HSV-Boss erklärt, warum er nicht mehr länger im Amt als HSV-Vorstand ist. Dabei schießt Wüstefeld nicht nur gegen den HSV-Aufsichtsrat um HSV-Präsident Marcell Jansen, sondern findet auch klare Worte an die Stadt.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Mitglieder:86.971
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz

Ex-HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld: Anhörung im Hamburger Rathaus gibt Ausschlag für Rücktritt

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betonte Wüstefeld, der zuletzt eine Vision für ein neues HSV-Stadion hatte, dass sein Rücktritt als Finanzvorstand und Aufsichtsratsmitglied beim HSV weder auf Druck erfolgt ist, noch ein Schuldeingeständnis darstellt. „Auf keinen Fall. Ich habe den Beschluss schon am Wochenende gefasst. Endgültiger Auslöser war die Anhörung im Hamburger Rathaus, wo ich im Kreuzfeuer stand und Dinge rechtfertigen sollte, die ich nicht zu verantworten habe“, sagte der Medizin-Unternehmer am Donnerstag, 29. September 2022, der dpa.

HSV-Vorstand
Telefoniert künftig nicht mehr zum Wohle des HSV: Thomas Wüstefeld, bisheriger Finanzvorstand des Hamburger SV. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

„Ich habe auch das Vertrauen in Teile des Aufsichtsrats verloren, aus dem viele vertrauliche Nachrichten an die Öffentlichkeit gelangt sind“, fügte Wüstefeld hinzu. Er stehe aber weiterhin zur Aufklärung aller Vorwürfe, die er erneut zurückwies, zur Verfügung. „Wir werden das Stück für Stück aufarbeiten“, so Wüstefeld, gegen den in der jüngeren Vergangenheit unter anderem der Vorwurf aufgekommen war, dass er illegale Geschäfte mit Cannabis-Produkten gemacht habe. Zudem hatte der Spiegel über Millionenklagen wegen Betrugs und Untreue gegen den Unternehmer berichtet, der als Finanzvorstand zuletzt die Nachricht hinnehmen musste, dass dem HSV ein Hauptsponsor abspringt.

Nach Rücktritt des bisherigen HSV-Finanzvorstands: Was passiert mit Wüstefelds AG-Anteilen?

Bis auf Weiteres soll beim HSV Sportvorstand Jonas Boldt als alleiniger Vorstand die operativen HSV-Geschäfte leiten, wie der Club mitteilte. Die bisherigen Pläne sahen vor, dass Wüstefeld als Nachfolger von Frank Wettstein zunächst bis zum Jahresende seine pro bono ausgeübte Tätigkeit als HSV-Finanzvorstand weiterführen wird. Eine erst kürzlich von ihm und Aufsichtsratschef Marcell Jansen gebildete Kommission soll zur Klärung der Vorwürfe gegen Wüstefeld beitragen.

Endgültiger Auslöser war die Anhörung im Hamburger Rathaus, wo ich im Kreuzfeuer stand und Dinge rechtfertigen sollte, die ich nicht zu verantworten habe

Dr. Thomas Wüstefeld, Ex-HSV-Finanzvorstand zu seinem Rücktritt

Dort will Thomas Wüstefeld, der eine Kampagne von Wettbewerbern hinter den Vorgängen vermutet, auch zuletzt aufgekommene Zweifel und Fragen zu seinem Doktortitel klären und widerlegen. Nach dem Rücktritt von Wüstefeld als Finanzvorstand und Aufsichtsratsmitglied der HSV Fußball AG ist aktuell noch offen, was aus seinen Anteilen wird. Der 53-Jährige hält 5,11 Prozent der AG-Anteile, die er erst im vergangenen Jahr übernommen hatte – und zwar von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne. (mit dpa-Material)

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