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Wettstein setzt auf Boldt: Diese Lösung empfiehlt er dem HSV für den Vorstand

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Von: Jan Knötzsch

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Im Sommer ist Schluss. Dann verlässt Frank Wettstein den HSV. Vor seinem Abschied hat sich der Finanzchef Gedanken gemacht. So soll der neue Vorstand aussehen.

Hamburg – Der Moment, als die Sache publik wurde, bezeichnen einige, die mit dem Hamburger SV zu tun haben, als Finanzbeben, das den HSV ereilt hat. Die Folge ist, dass ab Sommer ein Platz in der Führungsebene des Klubs aus dem Volksparkstadion frei wird: Frank Wettstein räumt seinen Posten als Finanzvorstand des HSV. Seitdem ist die Frage, wie es beim HSV nach dem Finanzbeben weitergeht, wenn der „Mann des Geldes“ von Bord geht, der sich in diesem Jahr für den HSV über eine Coronahilfe in Höhe von zehn Millionen Euro freuen durfte.

Auf diese Frage gibt der Mann, der mit seinem Abschied zum Sommer für eine HSV-News sorgte, selbst eine Antwort. Frank Wettstein hat ganz genaue Vorstellungen, wie der HSV-Vorstand künftig aussehen soll. Dabei spielt Jonas Boldt eine ganz bestimmte Rolle.

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Fußballfunktionär:Frank Wettstein
Geboren:17. Oktober 1973 (Alter: 48 Jahre) in Schlich
Aktuelle Tätigkeit beim HSV:Finanzvorstand
Beim HSV seit:15. November 2014

HSV-News: Frank Wettstein hat klare Vorstellungen – diese Bedeutung soll Joans Boldt im neuen Vorstand einnehmen

„Meine Präferenz wäre, dass Jonas als Alleinvorstand bleibt. Mit ihm im Vorstand und der zweiten Reihe dahinter wäre die Geschäftsstelle sehr gut aufgestellt“, sagt Noch-Finanzvorstand Frank Wettstein im Podcast „HSV, wir müssen reden“ des Hamburger Abendblatts. Warum Wettstein will, dass Boldt der alleinige mächtige Mann beim HSV wird? „Jonas hat die Qualitäten, dieses Amt auszufüllen“, erklärt Wettstein. Doch es gibt noch einen zweiten Grund, warum der HSV, der laut eines Marketing-Managers einer der deutschen Top-Klubs ist, von einem Boss geführt werden soll, sagt Wettstein.

Im Hintergrund HSV-Fahnen im Volksparkstadion. Im Vordergrund HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein und HSV-Sportvorstand Jonas Boldt.
HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein (links) sieht nach seinem eigenen Ausscheiden im Sommer 2022 HSV-Sportvorstand Jonas Boldt in einer wichtigen Rolle. (24hamburg.de-Montage) © Contrast/imago & Jan Hübner/imago & MIS/imago

„Wenn man jemanden von außen nimmt, dann brüskiert man diejenigen aus der zweiten Reihe, die sich möglicherweise Hoffnungen gemacht haben. Und man müsste erst einmal schauen, ob dieser dann auch mit Jonas Boldt harmoniert“, konstatiert HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein, der jedoch auch bereits einen potenziellen Kandidaten im Kopf hat, wenn der HSV-Aufsichtsrat sich doch für eine Lösung mit zwei Vorständen entscheidet. Dann, so Wettstein, „wäre Eric Huwer sicherlich ein geeigneter Kandidat.“ Der ist derzeit Direktor Finanzen des HSV.

HSV-News: Finanzvorstand Frank Wettstein spricht sich gegen dreiköpfigen Vorstand aus – so begründet er seine Meinung

Was Frank Wettstein sich für den HSV, bei dem Kapitän Sebastian Schonlau den Hype um Talent Faride Alidou bremst, nicht vorstellen kann: einen Vorstand mit drei Personen. „Beim dreiköpfigen Vorstand in Verbindung mit einem neuen Aufsichtsrat wäre die Eruption zu groß“, befindet Frank Wettstein im Abendblatt-Podcast, wo er auch nicht mit Kritik spart.

Und zwar in Sachen Aufsichtsrat: „Man guckt schon neidvoll auf die Besetzung des Aufsichtsrats von Bayern München, wo Sponsoren, Anteilseigner und CEOs vertreten sind. Das hat einen enormen Punch“, so Wettstein.

Auslöser dessen ist beim Hamburger SV, wo trotz eines Zweitliga-Rekords miese Stimmung und ein Minusrekord im Volksparkstadion herrschen, die aktuelle Struktur. Das sagt Frank Wettstein dem Hamburger Abendblatt. „Da kommt relativ wenig Bewegung rein. Ich kann das als Vorstand nicht ändern. Ich kann darauf hinweisen. Aber das muss in den Gremien und der Mitgliedschaft des HSV diskutiert werden“, sagt Wettstein über den HSV, dessen Ex-Trainer Daniel Thioune bei Hannover 96 im Gespräch ist.

HSV-News: Das ist laut Finanzvorstand Frank Wettstein in den letzten Jahren im Volksparkstadion schiefgegangen

Beim Stichwort Struktur legt der im Sommer scheidende HSV-Finanzvorstand noch einmal nach und erklärt, „woran der Klub in den vergangenen Jahren gekrankt hat“. Wettsteins eindeutige Meinung: „Die permanente personelle Fluktuation“ sei schuld, „die Grundfrage ist, welche Struktur man aufsetzen muss, damit das Ganze Stabilität erfährt und eben nicht wiederkehrend in einer Neuausrichtung oder einem Richtungswechsel endet“.

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Denn dies, so Frank Wettstein in seiner Sicht auf den HSV, den Ex-Trainer Joe Zinnbauer für einen schwierigen Klub hält, „kostet unwahrscheinlich viel Geld und Energie und ist nicht gerade förderlich für den sportlichen Erfolg“, sagt Frank Wettstein im Podcast des Hamburger Abendblattes, in dem er abschließend auch noch darauf drängt, der HSV möge seine Rechtsform ändern. Allerdings solle so etwas am besten „aus einer Position der Stärke“ entschieden werden und „nicht, wenn man keine Alternative mehr hat.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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