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„Weniger Propaganda-Presse lesen“: Ex-HSV-Boss Wüstefeld streitet mit Journalist

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Von: Robin Dittrich

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Thomas Wüstefeld ist beim HSV noch nicht lange Geschichte. Im TV duellierte er sich jetzt verbal mit einem Journalisten – ihm gefielen die Fragen nicht.

Hamburg – Nach dem Beben um Ex-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld ist beim Hamburger SV ein wenig mehr Ruhe eingekehrt. Das liegt wohl auch an der komfortablen sportlichen Situation, die Rothosen liegen souverän auf Platz eins der zweiten Liga. Ex-HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld machte jetzt jedoch erneut auf sich aufmerksam: Er stritt sich mit einem Journalisten im TV stritt.

Person:Thomas Wüstefeld
Geboren:20. Dezember 1968 in Göttingen
Ehemaliges Amt beim HSV:Finanzvorstand
Rücktritt am:28. September 2022

Ex-HSV-Finanzboss Thomas Wüstefeld streitet sich mit Journalist im TV

Thomas Wüstefeld trat erst Ende September 2022 als Finanzvorstand des HSV zurück. Der zurückgetretene Ex-Vorstand bemängelte das Vertrauen in den HSV-Aufsichtsrat. Jetzt war Wüstefeld zu Gast in der Sport1-Sendung „Rudi Brückner – der Talk“. Dabei sprach re über seine Zeit beim Hamburger SV. Wüstefeld musste sich jedoch auch einige kritische Fragen gefallen lassen. So ging es um seinen Doktortitel und die Vorwürfe, die sich der Unternehmer seit Längerem ausgesetzt sieht. Die Fragen gefielen dem 53-Jährigen teilweise gar nicht – vor allem die des Journalisten Uwe Ritzer.

Thomas Wüstefeld und Uwe Ritzer vor einer HSV-Flagge und einer Hamburg-Flagge und einem Blitz
TV-Streit zwischen dem Ex-Finanzboss des HSV, Dr. Thomas Wüstefeld und dem Journalisten Uwe Ritzer. © Oliver Ruhnke/Müller-Stauffenberg/Marcel von Fehrn/imago/Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Montage

Uwe Ritzer ist Reporter bei der Süddeutschen Zeitung. Gemeinsam mit Wüstefeld, Moderator Rudi Brückner und Christopher Giogios, Podcaster bei schwatzgelb.de, saß er im Fußball-Talk. Ritzer mokierte Wüstefeld im TV, warf ihm vor, beim HSV „nichts hinbekommen“ zu haben. Für Ritzer ist die Abneigung der HSV-Fans gegen Investoren wie Wüstefeld verständlich, weil die sich „ohne Ahnung vom Fußball zu haben“, einfach in den Verein einkaufen können. Dann holte der Journalist noch weiter aus – was Wüstefeld missfiel.

Für Uwe Ritzer war klar: „Es ist ja nichts passiert in Ihrer Zeit beim HSV, das haben wir ja gesehen.“ Dieser Satz in Richtung Thomas Wüstefeld saß. Für den Journalisten „hält sich die Bilanz arg in Grenzen.“ Dabei ging es insbesondere um die Finanzierung des Stadions, bei der Wüstefeld „gar nichts hinbekommen“ hat. Es sind harte Worte, denen sich der ehemalige Finanzboss des HSV ausgesetzt sieht. Dann stellt Ritzer noch die Frage, die in letzter Zeit häufig aufkam: „Herr Wüstefeld, haben Sie jetzt eigentlich einen Doktortitel, sind Sie Professor?“

Journalist mokiert ex-HSV-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld – der schießt prompt zurück

Wüstefeld wehrte sich gegen die Vorwürfe: „Ich bin beim HSV hereingegangen, weil ich Feuer löschen musste. In den ersten Wochen hatte ich Themen zum hohen Kostenapparat und der Erlösfindung, darum musste ich mich erst einmal kümmern.“ Wüstefeld betont, dass er „alle diese Themen ohne Einarbeitungszeit realisiert“ habe. Dann reagierte Wüstefeld patzig auf die vielen Bemerkungen von Uwe Ritzer: „Vielleicht sollten Sie sich mal tiefer einlesen und nicht immer nur die Propaganda-Presse lesen.“

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Thomas Wüstefeld legte dar, was er beim HSV alles erreicht hat: „Wir haben recht schnell einen neuen Hauptsponsor gefunden und die Liquidität zurückgefahren. Im Sommer kamen dann größere Investitionen in den Kader dazu.“ Zuletzt wird er noch einmal deutlich: „Vielleicht sollten Sie sich nicht nur über Schlagzeilen, sondern mal über andere Medien informieren. Wir haben beim HSV zum ersten Mal seit zehn Jahren schwarze Zahlen geschrieben.“ Für Uwe Ritzer ist das kein Verdienst von Wüstefeld, er sieht eher das Ende der Corona-Pandemie und die sportlichen Erfolge im DFB-Pokal im Vordergrund.

Ex-HSV-Boss Wüstefeld im Kreuzfeuer der Kritik: Journalist hakt auch wegen akademischen Titeln nach

Freunde werden Uwe Ritzer und Thomas Wüstefeld wohl keine mehr. Die Stimmung und Reaktionen beider wurden zunehmend hitziger. Auf die Nachfrage nach dem Doktor- und Professorentitel antwortete Wüstefeld, dass seine „universitäre Zeit mehr als 25 Jahre zurückliege. Die Dinge sind geprüft worden, ich bin mit allen Unterlagen zum Notar gegangen und habe ein Tatsachenprotokoll erstellt.“ Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass Ex-HSV-Finanzboss Thomas Wüstefeld für Aufsehen sorgt.

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