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Voller Volkspark: HSV will schon in zwei Wochen wieder vor 30.000 Fans spielen

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Von: Robin Dittrich

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Die geringe Zuschauerauslastung im Fußball stößt Fans sowie Verantwortlichen sauer auf. HSV-Vorstand Wüstefeld fordert von der Politik eine Lösung.

Hamburg – Zu Beginn der Saison durfte der Hamburger SV noch vor fast 40.000 Fans im Volksparkstadion feiern. Die Anzahl der Zuschauer wurde jedoch immer weiter reduziert – im Stadtduell gegen den FC St. Pauli waren es lediglich 2000, trotz einer Kapazität von 57.000. Deutlich gestiegene Inzidenzen in ganz Deutschland lassen solche Reduzierungen trotzdem nicht nachvollziehen. Nicht für Fans und nicht für Verantwortliche. In einer Presserunde beschwerte sich auch HSV-Vorstand Wüstefeld gegen die Regelung.

Wüstefeld will schon am 12. Januar gegen den FC Heidenheim vor bis zu 30.000 Zuschauern spielen. Für ihn sollte das auch im Hinblick auf das Coronavirus keine größere Gefahr darstellen. HSV-Profi Anssi Suhonen fällt währenddessen aufgrund einer Corona-Infektion aus.

Fußballfunktionär:Dr. Thomas Wüstefeld
HSV-Position:Vorstand
Anteile an der HSV Fußball-AG:5,11 Prozent

HSV-Vorstand wünscht sich für das Volksparkstadion Regelungen wie in England und Spanien

Ins Hamburger Volksparkstadion dürfen auch weiterhin nur 2000 Zuschauer ins Stadion. Genau so viele wie in die Elbphilharmonie. Die ist so bei einer Auslastung von 95 Prozent. Der HSV hat 57.000 Plätze in seiner Arena. Dass in Hamburg alle Veranstaltungen unter einen Hut gekehrt werden, lässt sich nicht nachvollziehen. Wüstefeld zieht einen Vergleich mit dem Ausland, wo andere Regelungen herrschen und funktionieren: „Wir schauen hochgradig neidisch nach England oder Spanien.“

HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld schaut vor einer HSV-Flagge in die Kamera. In einem Kreis ist ein vollbesetztes Volksparkstadion mit Zuschauern zu sehen.
HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld fordert 30.000 Zuschauer im Volksparkstadion (24hamburg.de-Montage) © sanpharma.com/Marcus Brandt/dpa

In Stadien mit der gleichen Kapazität wie der HSV sie bieten kann, dürfen in Spanien zwischen 30.000 und 40.000 Fans die Partie live verfolgen. In England sind die Stadien sogar voll ausgelastet. Die 7-Tage-Inzidenz ist in Hamburg trotz dieser Auslastungen höher als dort. Apropos England: Der HSV steht kurz vor einer Verpflichtung eines Stürmers von Leeds United. Aktuell hakt der Wechsel noch, es liegt am lieben Geld – dem HSV gehen pro Heimspiel rund 1,5 Millionen Euro flöten. Ein Transfer darf deshalb nicht überhastet werden. Dennoch kündigte Wüstefeld an, dass der Transfer vollzogen werden kann, sollte die Ablöse „im Rahmen“ sein.

HSV-Vorstand Wüstefeld will schon in zwei Wochen vor 30.000 Fans spielen

In der Presserunde am Mittwoch bestätigte Thomas Wüstefeld, dass er mit der Politik und Kollegen anderer Vereine in Kontakt steht. So trafen sich Wüstefeld, Jonas Boldt und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, um über die Fan-Regelungen zu diskutieren. Auch in Dortmund ist die Lage angespannt – dort dürfen nur 750 Zuschauer ins Stadion. Verstehen kann das niemand: „Wir versuchen zu reden und Lösungen zu finden. Aber es gibt vieles, das schwer nachzuvollziehen ist“ gab sich Wüstefeld nüchtern.

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Wüstefeld wünscht sich außerdem eine klare Ansage aus der Politik, wie die Regelungen zustande kommen: „Ich habe leider bislang noch keine plausible Auskunft bekommen, wie die Zuschauerzahlen entstehen und inhaltlich verargumentiert werden.“
Wenn es nach ihm gehe, könnten bis zu 30.000 Fans ins Volksparkstadion kommen, „ohne dass es ein Risiko für die Menschen gibt.“
Auch HSV-Trainer Tim Walter versteht die aktuelle Lage nicht mehr. Er fordert die Politik auf, „endlich die Augen aufzumachen.“

Ob der Hamburger SV im nächsten Heimspiel am 12. Januar schon vor 30.000 Zuschauern kickt, ist mehr als fraglich. Wüstefeld sagte zu seiner Forderung, dass „diese Zahl nicht gewürfelt, sondern ermittelt und tief evaluiert“ sei, weiter ausführen wollte er das allerdings nicht. Bisher zeigte sich die Politik um Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher wenig beeindruckt.
Dennoch gibt Wüstefeld nicht auf. Genau wie der HSV, der sich noch bis Montag auf dem Transfermarkt verstärken könnte. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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