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„Versteht ja keiner mehr“: Warum HSV-Vorstand Boldt gegen Corona-Politik wütet

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Von: Jan Knötzsch

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Aktuell dürfen beim HSV zu Heimspielen 25.000 Zuschauer zu Heimspielen ins Volksparkstadion. HSV-Sportvorstand Joans Boldt ist dennoch genervt und erklärt, warum.

Hamburg – Der Mann für die lauten Töne beim Hamburger SV hört auf den Namen Tim Walter. Abgesehen von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne der von Zeit zu Zeit pöbelt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und dabei wahlweise die HSV-Transfers verbal auseinandernimmt oder was auch immer für einen dauerhaft in ihm sitzenden Unmut über den Klub aus dem Volksparkstadion äußert. Ansonsten aber ist es der HSV-Trainer, dem nicht unbedingt daran gelegen ist, das berühmte Blatt vor den Mund zu nehmen und stattdessen zu sagen, was ihm auf der Seele liegt.

Jonas Boldt ist dagegen im Vergleich eher der Vertreter der ruhigen Spezies von Mensch. Vor dem Nordderby gegen den SV Werder warnte der HSV-Vorstand zum Beispiel vor Überheblichkeit und ist auch sonst eher der, der die in Hamburg allseits bekannte stilvolle hanseatische Zurückhaltung vertritt. Doch nicht immer. Auch Jonas Boldt kann auf ordentlich auf den Tisch hauen, wenn es denn mal sein muss. Und offenbar muss es das. Boldts Aufreger: die Corona-Politik. Warum?

Fußballfunktionär:Jonas Boldt
Geboren:19. Januar 1982 (Alter 40 Jahre), Nürnberg
Position beim HSV:Sportvorstand
Vertrag bis:30. Juni 2023

HSV-Sportvorstand und die Corona-Politik in Hamburg: Jonas Boldt meldet sich nicht zum ersten Mal kritisch zu Wort

Gerade erst hat der HSV das Derby gegen Werder Bremen vor 25.000 Zuschauern gespielt. Im Volksparkstadion. Dort, wo in dieser Saisons schon weitaus weniger Zuschauer zugelassen waren. Die Coronavirus-Bestimmungen in der laufenden Spielzeit aber auch in der vorherigen lassen grüßen. Vor der Erhöhung der Zuschauerobergrenze auf 25.000 Fans durch den Hamburger Senat durften 10.000 Zuschauer ins HSV-Stadion des Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg. Im Vergleich zum offiziellen Fassungsvermögen der Arena in Hamburg-Stellingen nicht viel, aber immer noch mehr und besser als zu der Zeit, in der der HSV Geisterspiele bestreiten musste und keine Zuschauer im Stadion waren.

Im Hintergrund HSV-Fans auf der Tribüne. Im Vordergrund HSV-Sportvorstand Jonas Boldt. Im kleinen Foto oben rechts das Hamburger Rathaus.
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt hält nicht viel von der aktuellen Corona-Politik in Bezug auf die Zuschauerzahlen bei Spielen der Profivereine. (24hamburg.de-Montage) © Oliver Hardt/Sven SImon/Westend61/imago

Durch die Zuschauereinschränkungen in der Corona-Krise verliert der HSV Geld. Viel Geld. Das ist seit langem bekannt und war der Auslöser dafür, dass sich der inzwischen nicht mehr amtierende HSV-Fonanzvorstand Frank Wettstein und Jonas Boldt sich in der Vergangenheit im Zuschauer-Zoff des HSV mit der Stadt Hamburg entsprechend zu Wort meldeten. Die Coroonavirus-Pandemie trifft den HSV wie jeden anderen Verein im Profifußball hart. So hart, dass der HSV einmal bereits Corona-Hilfen in Höhe von zehn Millionen Euro in Anspruch genommen hat. Zudem soll der HSV eine weitere Corona-Hilfe beantragt haben.

Deutliche Worte an die Politik: Das stört HSV-Sportvorstand Jonas Boldt an den Corona-Regeln für den Zweitligisten

Klar, dass einen angesichts von Ausfällen in Millionenhöhe schon mal Wut und Ärger packen. Und so ergeht es nun auch wieder Jonas Boldt. Zudem das Ende der Corona-Maßnahmen bis auf wenige Ausnahmen ja naht. Das aber scheint dem Sportvorstand des HSV, bei dem sich Legende Uwe Seeler nach dem Derby gegen Werder in Rage redete, nicht zu reichen. Oder einfach nicht schnell genug zu gehen. „Es gibt ja so ein ominöses Datum. Ich bin kein Experte, aber anscheinend packt das Virus seine Koffer, weil man ihm eine Frist setzt“, sagt Boldt im Hamburger Abendblatt und meint den 20. März 2022. An diesem Tag sollen weitreichende Corona-Maßnahmen in Deutschland fallen.

Es gibt ja so ein ominöses Datum. Ich bin kein Experte, aber anscheinend packt das Virus seine Koffer, weil man ihm eine Frist setzt.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt

De Blick des wütenden HSV-Sportvorstandes geht in Sachen Coronavirus-Pandemie und Zuschauerzahlen ins Ausland. Beispielsweise nach England, wo die Stadien bereits seit langem wieder voll sind. „In anderen Ländern funktioniert es. Da gibt es keine Erkenntnisse, dass es schädlich ist. Warum wir Deutschen so lange warten, weiß ich nicht. Da bin ich nicht im Thema drin. Aber ich habe große Hoffnungen, dass es Richtung Saisonende volle Stadien unter normalen Bedingungen gibt“, konstatiert Boldt im Abendblatt. Und legt noch einmal nach.

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„Ich bin froh, dass ich in dem Thema nicht drin bin, und mich damit auseinandersetzen muss. Das versteht ja kein Mensch mehr“, sorgt die Zuschauer-Corona-Problematik bei Jonas Boldt nicht nur für Erleichterung, dass es nicht seine Aufgabe ist, die Regeln zu machen. Aber eben auch für jede Menge Frust, weil die Regeln sind, wie sie sind. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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