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„Vergabe der WM nach Katar eindeutig falsch“ – HSV mit offiziellem Statement

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Von: Robin Dittrich

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Die umstrittene WM 2022 in Katar startet bald. Viele Fußballfans boykottieren die Weltmeisterschaft. Und auch der HSV stellt sich jetzt entschieden dagegen.

Hamburg – Die Profis des Hamburger SV bestreiten aktuell eine Trainingsreise in den USA. Währenddessen veröffentlichten die Hamburger ein Statement auf ihrer Webseite. Die Nachricht: Die Boykottierung der WM 2022 in Katar. Damit schließt sich der Verein den HSV-Supporters an, die dazu schon vor Wochen aufgerufen hatten.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion, 57.000 Plätze
Größte Fan-Gruppierung:HSV Supporters

HSV News: Stellungnahme zur Fifa WM 2022 in Katar – Weltmeisterschaft wird boykottiert

15.000 Arbeiter sollen während der Bauarbeiten zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar umgekommen sein. Es ist eine unglaublich hohe Zahl, die Dunkelziffer soll noch höher liegen. Nichtsdestotrotz findet die WM in Katar statt – obwohl die Vergabe nur durch ein hohes Maß an Korruption möglich war. In ganz Deutschland sowie weltweit stellen sich Fußballfans gegen die WM 2022. Fußballvereine hielten sich bisher eher bedeckt, der HSV um Präsident Marcell Jansen ändert das jetzt. In einer Stellungnahme stellt sich der Verein klar gegen die WM.

Der HSV stellt sich in einem offiziellen Statement klar gegen die WM 2022 in Katar.
Der HSV stellt sich in einem offiziellen Statement klar gegen die WM 2022 in Katar. © José Mendez/Oliver Ruhnke/Imago (Montage)

Der HSV stehe laut der Stellungnahme hinter der Meinungsfreiheit, die in Deutschland herrscht. „Dieses wichtige Element von Freiheit und Demokratie wird Menschen in vielen Teilen der Welt leider verwehrt“, heißt es weiter. Nachdem vor kurzem schon die HSV-Supporters ihren Boykott der WM 2022 verkündet hatten, zieht der HSV selbst jetzt nach. „Wir möchten unsere Haltung zur WM in Katar kundtun, in der Hoffnung, dass sie Verbesserungen mit sich bringt.“ Daraufhin stellt sich der HSV klar gegen die WM in Katar.

HSV News: Grund- und Menschenrechte in Katar stimmen nicht mit Satzung überein

Der HSV zitiert bei seinem Statement aus der eigenen Satzung: „Der Verein verhält sich weltanschaulich, parteipolitisch und konfessionell neutral und steht zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Er bekennt sich zu den Grundsätzen der Menschenrechte.“ Deutlich stellt sich der HSV gegen jegliche Diskriminierung aufgrund von „Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht, Alter, sexueller Identität oder einer Behinderung.“ Aufgrund dieser Grundwerte könne die WM in Katar 2022 nicht unterstützt werden.

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„Die Vergabe der WM nach Katar ist eindeutig falsch“, stellt der HSV klar. „Wir sind alle gefordert, immer wieder für unsere gesellschaftlichen Werte einzustehen und für sie zu kämpfen.“ Was der HSV jedoch nicht tun will, ist mit dem Finger auf andere zu zeigen: „Jedem HSV-Fan ist es selbst überlassen, ob das Turnier verfolgt wird.“ Das gilt auch für HSV-Stadionsprecherin Christina Rann, die einige WM-Spiele kommentieren wird und dafür harte Kritik der HSV-Fans erntete. Der HSV ruft wie die HSV-Supporters zu einem Alternativprogramm zur WM 2022 in Katar auf.

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