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Uwe Seeler über den HSV: „Einmal HSVer, immer HSVer“

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Von: Christian Einfeldt

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Bis zu seinem Tod blieb Uwe Seeler dem HSV treu. Die Klublegende „war immer mit Herzblut ein HSVer“ und habe sich „in Hamburg extrem wohlgefühlt“.

Hamburg – Die Geschichte des Hamburger Sportvereins wäre ohne Uwe Seeler nicht dieselbe. „Uns Uwe“, auf dem Platz als herausragender Fußballer gefeiert, war mitverantwortlich für die einst erfolgreichen 60er- und 70er-Jahre des HSV. Man wurde Deutscher Meister, Pokalsieger und Seeler schoss Tor für Tor. Folgerichtig erhielt er zum wiederholten Male die Torschützenkönig-Auszeichung oder die des Fußballer des Jahres. Darüber hinaus wurde ihm im Jahre 1970 eine besondere Ehre zuteil: Als erster Sportler überhaupt bekam er das Große Bundesverdienstkreuz.

2003 folgte die Auszeichnung als Ehrenbürger der Hamburg, der Stadt, der er bis zu seinem Tod verbunden bleiben sollte. Dass „Uns Uwe“ von uns gegangen ist, stimmt Hamburg umso trauriger. Entsprechend betroffen ist auch der Hamburger Sportverein. HSV-Manager Jonas Boldt beschreibt den verstorbenen Seeler als den „Inbegriff des HSV“. „Er war der größte HSVer aller Zeiten“, schreibt der Hamburger Sportverein kurz nach Verkündigung seines Todes auf Twitter. Der Verlust von Uwe Seeler wiegt schwer. Auch nach seiner aktiven Zeit als Spieler blieb er seinem Verein treu.

Fußballspieler:Uwe Seeler
Geboren:5. November 1936, Hamburg
Verstorben:21. Juli 2022, Norderstedt
Größe:1,7 m

Uwe Seeler: Fußballlegende blieb dem Hamburger Sportverein bis zu seinem Tod treu

Die einzigartige Karriere des Uwe Seelers begann am 5. August 1953 Fahrt aufzunehmen. Nach sieben Fußball-Jahren in der Jugendabteilung feierte er im Alter von nur 16 Jahren sein Debüt in der Herrenmannschaft. Es war ein Testspiel gegen Göttingen 05 – natürlich lief er für den HSV auf. Daran sollte er sich bis 1972 nichts ändern. Stürmer-Qualitäten konnte er dabei immer wieder beweisen. Sogar verheißungsvollen Angeboten aus dem Ausland stand er skeptisch gegenüber. So etwa als Inter Mailand dem Hamburger einen damals in der Fußballwelt gut dotierten Vertrag anbot.

Seeler, der 1961 nach dem Spiel gegen den FC Burnley seitens der HSV-Fans den Spitznamen „Uns Uwe“ erhielt, lehnte das Angebot ab. Er entschied sich für seinen Herzensverein. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hätte der damalige Inter-Coach Helenio Herrera noch nie erlebt, wie vor ihm ein Spieler freiwillig auf so viel Geld verzichtet hätte. Einzig und allein ein kurzes Gastspiel beim irischen Club Cork Celtic ergänzt Seelers Klub-Vita. Doch auch in dieser Zeit schlug sein Herz wohl weiter für den HSV. Es handelte sich nämlich nur um ein einziges Spiel, das er zu Adidas-Werbezwecken in der irischen Liga bestritt.

Uwe Seeler steht vor einem HSV-Logo.
Uwe Seeler: Die Klublegende blieb dem HSV bis zu seinem Tod treu. © Maurizio Gambarini/dpa

Beschäftigt man sich mit Uwe Seeler, wird schnell klar, dass es sich bei dem Hamburger um einen bodenständigen, loyalen wie charakterstarken Menschen gehandelt haben muss. Das bestätigten auch die viele Reaktionen zu seinem Tod. National wie international markiert sein Ableben einen schmerzhaften Verlust. Laut Hamburgs Bürgermeister Tschentscher würde die Stadt Hamburg nun durch den Tod von Uwe Seeler „ein Stück von sich selbst verlieren“.

Uwe Seeler über seine Zeit beim Hamburger Sportverein: „Beim HSV und in Hamburg extrem wohlgefühlt“

Dass ein Spieler über Jahrzehnte hinweg bei seinem Ausbildungsverein bleibt, war schon damals eher ungewöhnlich. „Klar, ich hätte es beim FC Bayern leichter gehabt. Unter dem Mittelmaß habe ich trotz allem nicht gelitten. Weil ich mich beim HSV und in Hamburg extrem wohlgefühlt habe“, sagte Seeler etwa laut der Hamburger Morgenpost. Nach seiner aktiven Karriere als Fußballer wurde er zum zwischenzeitlichen HSV-Präsidenten ernannt. Auch wenn Uwe Seeler vor seinem Tod immer wieder mit gesundheitlichen Probleme zu kämpfen hatte, nahm er Einladungen ins Volksparkstadion immer wieder gerne an.

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Ähnlich wie Felix Magath, der diese Saison an einen HSV-Aufstieg glaubt, scheute er keiner (sportlichen) Einschätzung hinsichtlich seines HSV. Uwe Seeler sprach Probleme klar an. Als der Hamburger Sportverein schon 2016 knapp einem Abstieg entkam, sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Was sie zuletzt in der Bundesliga gezeigt haben, geht nicht schlimmer. Das war unterirdisch“. „Der HSV kann doch nicht jahrelang die gleichen Fehler machen“, sagte er der „Welt“ bereits 2013 und bezog sich darauf, dass dem Hamburger Sportverein „ein kleines Gremium mit Fachleuten, die Ahnung von Fußball haben“, fehlen würde.

Uwe Seeler: „Ich war immer mit Herzblut ein HSVer – und werde es ewig bleiben“

Trotz aller geübten Kritik, gehörte Uwe Seeler nie einer Gruppe an, die gezielt für Unruhe gesorgt hätte. Nie war er sich zu schade, auch lobende Worte zu äußern, wenn ein positiver Aufwärtstrend zu erkennen war. Ein weiteres Engagement als HSV-Funktionär kam für Seeler dennoch nicht infrage. „Das werde ich mit Sicherheit nie mehr machen. Ich schätze sehr, dass ich unabhängig bin und deswegen auch unabhängig meine Meinung sagen kann“, sagte er 2013 der „Welt“.

Sein Verhältnis zum HSV beschreibt er laut der „Mopo“ folgendermaßen: „Dieser Klub lässt mich einfach nicht los. Er war und ist ein Mittelpunkt in meinem Leben. Ich war immer mit Herzblut ein HSVer – und werde es ewig bleiben.“ Zutiefst betroffen zeigte er sich entsprechend im Mai 2018, als es für den HSV in Liga 2 ging: „Ich bin traurig. Hamburg ohne erste Liga kann ich mir noch gar nicht vorstellen“, sagte er damals. 2016 äußerte er noch seinen „Lebenstraum“, den HSV eines Tages noch einmal als Deutschen Meister zu sehen. Der HSV konnte den Traum Seelers bekanntlich nicht erfüllen – und dennoch galt bis zu seinem letzten Atemzug: „Einmal HSVer, immer HSVer“.

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