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Uwe-Seeler-Stadion statt Volkspark: Fans und Kühne wollen es

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Tod Uwe Seelers versetzt ganz Hamburg in Trauerzustand. Die Diskussionen um eine Würdigung der Sport-Ikone sind bereits in vollem Gange.

Hamburg – Uwe Seeler ist tot. Die Hamburger Sportlegende, die weit über den Heimatverein Hamburger SV und die Hansestadt hinaus hohes Ansehen genoss, verstarb am 21. Juli 2022 im Alter von 85 Jahren. Nun mehren sich die Stimmen, die eine Umbenennung der traditionsreichen Spielstätte des HSV in Uwe-Seeler-Stadion fordern. Die Namensrechte am Volksparkstadion hält aktuell Milliardär und Club-Mäzen Klaus-Michael Kühne. Der äußerte sich jetzt zu der Idee einer Umbenennung.

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Name:Uwe Seeler
Geburtsdatum und -ort:5. November 1936 in Hamburg
Sterbedatum und -ort:22. Juli 2022 in Norderstedt
Karriere beim Hamburger SV:1946 bis 1972

Uwe-Seeler-Stadion: Rechteinhaber-Kühne – „Bin sofort dabei“

Kühne sagte am Freitagmittag, 22. Juli 2022, dass er einer Umbenennung des Volksparkstadions zu Ehren Uwe Seelers nicht im Wege stehen würde. „Wenn man das Volksparkstadion in Uwe-Seeler-Stadion umbenennen will, bin ich sofort dabei, auch wenn der bisherige Traditionsname dann nicht mehr fortbestehen würde. Als Hamburger Idol und Denkmal hat Uwe Seeler die Benennung des HSV Stadions nach seinem Namen vollkommen verdient“, wird Kühne in Medienberichten, darunter dem Hamburger Abendblatt, zitiert.

Uwe Seeler vor dem Volksparkstadion.
Uwe-Seeler-Stadion? HSV-Fans und Kühne dafür. (24hamburg.de-Montage) © Waldmüller/imago & Revierfoto/imago

Volksparkstadion Hamburg: Kühne sicherte sich bereits 2015 Namensrechte

Kühne hatte sich die Namensrechte an dem Stadion erstmals 2015 für vier Jahre gesichert und dem Stadion seinen ursprünglichen Namen zurückgegeben. Das Volksparkstadion hieß ab 2001 zuerst AOL-Arena, später HSH Nordbank Arena und nach der Abgabe der Namensrechte durch die Bank im Zuge der Finanzkrise Imtech-Arena. 2019 kaufte Kühne die Namensrechte erneut. Zuletzt soll der Milliardär laut Medienberichten 3 Millionen Euro für die Namensrechte bis zum Jahr 2023 gezahlt haben.

Uwe-Seeler-Stadion: „Ehre wem Ehre gebührt“

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In den sozialen Netzwerken äußerten sich zahlreiche Fans zu einer möglichen Umbenennung des Stadions und den Aussagen Kühnes, der diese begrüßt. So zum Beispiel Maik K., der unter einem entsprechenden Post auf dem Facebook-Account der Sportschau an eine andere deutsche Fußballikone erinnert, dessen Namen längst ein Stadion schmückt „In Lautern geht es auch ins Fritz Walter Stadion am Betzenberg. Warum nicht auch in Hamburg. Uwe Seeler Stadion im Volkspark? Ehre, wem Ehre gebührt“, schreibt K. Mehr als 500 Nutzer geben dem Beitrag einen Daumen hoch.

Am Uwe-Seeler-Fuß am Volksparkstadion haben Fans Schals, Blumen und Kerzen niedergelegt.
Trauer um Uwe Seeler: Fans nehmen Abschied. © Daniel Reinhardt/dpa

In der Kommentarspalte von Bild HSV schreibt Trygve R: „Gar nicht lange reden, sondern handeln.“ Viele Fans machen auch gleich Vorschläge für einen neuen Namen: Uwe Seeler-Stadion, Uwe Seelers Volkspark, Uns Uwe-Stadion ist unter entsprechenden Posts auf Facebook zu lesen. Manuel C. findet bei Bild HSV, man solle „Am Ende einfach die Fans/Mitglieder abstimmen lassen.“

Volkspark-Umbenennung: Auch kritische Stimmen – Umbenennung nicht in Seelers Sinne

Die Mehrheit der Fans ist zwar ganz klar dafür, dass Uwe Seeler eine solche Ehre zuteilwerden soll. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Sönke M. schreibt beim Abendblatt „Uwe hätte keine Ehre durch Namensgebung gewollt. Man sollte ihm gerecht bleiben.“ Und Rolf H. „würde es unangemessen finden, ein Stadion, das im Sportkommerz immer nach schneller und möglichst hoch dotierter Vermarktung strebt, ausgerechnet mit ‚Uns Uwe‘ zu verbinden“, schreibt er unter einen Post der Mopo.

Auch User Tatsch Manuel E. findet „Das wäre der falsche Weg, das Stadion nach Uwe zu benennen.“ Doch nicht, weil dies nicht zu der Natur Seelers passen würde, sondern, weil „eine Vermarktung nicht mehr möglich“ wäre und „in diesem Geschäft braucht man jede Möglichkeit“. Einige der Nutzer, die eine Umbenennung des Volksparks ablehnen, schlagen andere Möglichkeiten vor. Beispielsweise die Umbenennung der Sylvesterallee am Stadion in Uwe-Seeler-Straße. Oder die Umbenennung der Fantribüne im Volksparkstadion in „Uwe Seeler Nordtribüne“.

Uwe Seeler: Zahlreiche Würdigungen schon zu Lebzeiten

Uwe Seeler ist bereits zu Lebzeiten mit zahlreichen Auszeichnungen, Ehrungen und Würdigungen bedacht worden. 1970 bekam „Uns Uwe“, wie er von Kollegen, Fans und Medien liebevoll genannt wurde, als erster Sportler überhaupt die Auszeichnung „Großes Bundesverdienstkreuz“ verliehen. Seeler ist seit 2003 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Hamburg – auch hier als erster Sportler. 1972 wurde Uwe Seeler zum zweiten (nach Fritz Walter) von heute insgesamt sechs Ehrenspielführern der Deutschen Fußballnationalmannschaft ernannt. Seeler ist geschlechtsübergreifend der einzige DFB-Ehrenspielführer (6 Männer / 2 Frauen) der weder Welt- noch Europameister wurde. Die Ernennung zum Ehrenpräsidenten des HSV hatte Seeler abgelehnt.

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Uwe Seeler: Wird es eine Beerdigung wie bei Jan Fedder geben?

Unklar ist zurzeit noch, ob die Stadt Hamburg „den größten Sportler in der Geschichte der Stadt“ mit einer großen, öffentlichen Trauerfeier, wie zuletzt Jan Fedder nach dessen Tod, würdigen wird. Jan Fedder ist ebenfalls Ehrenbürger Hamburgs. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, müsse geklärt werden, ob die extrem bodenständige Sport-Ikone eine solche große Feier überhaupt gewollt hätte. Uwe Seeler hatte 1961 einen Wechsel zum italienischen Spitzenclub Inter Mailand abgelehnt, der ihm ein Millionengehalt eingebracht hätte. Uwe Seeler lief in seiner gesamten Karriere (1946-1972), sowohl im Jugend-, als auch im Herrenbereich, ausschließlich für „seinen HSV“ auf.

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