1. 24hamburg
  2. HSV

„Unmögliche Entscheidung“: Experte Mattuschka hadert bei HSV-Pleite mit VAR

Erstellt:

Von: Robin Dittrich

Kommentare

Die Vorfreude auf das Derby zwischen dem HSV und Werder Bremen war riesig. Nach dem Spiel gab es viele Diskussionen. Auslöser war eine umstrittene Entscheidung.

Hamburg – 25.000 Fans konnten das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen verfolgen. Der Großteil von ihnen wird enttäuscht nach Hause gegangen sein. Die Hamburger kamen im eigenen Volksparkstadion nicht über eine 2:3 Niederlage hinaus. Es war ein ruppiges, aber für Fans spannendes Derby. Im Blickpunkt standen insbesondere Schiedsrichter Daniel Siebert und der VAR. Der HSV schaffte es am Ende nicht mehr, den Rückstand aufzuholen.

Fußballspiel:Hamburger SV gegen Werder Bremen
Ergebnis:2:3 für Werder Bremen
Zuschauer:25.000
Nächstes HSV-Spiel:Karlsruher SC, 2. März im DFB Pokal

Fragwürdige Entscheidung des Schiedsrichters führt zum 1:0 für Werder

Der Aufreger des Spiels war wohl die Entstehung des 1:0 von Werder Bremen. Werders Ömer Toprak schoss Hamburgs Jonas Meffert den Ball im Strafraum an die Hand, von da aus segelte er zu Leonardo Bittencourt, der ihn ins Tor köpfte. Das Problem: Bittencourt stand bei Topraks Schuss im Abseits. Viele Diskussionen und eine lange Zeit am Videobildschirm von Schiedsrichter Siebert folgten. Entscheidung: Elfmeter Werder Bremen wegen des Handspiels von Meffert. Laut Sky-Experte Torsten Mattuschka in dieser Situation eine unmögliche Entscheidung.

Marvin Ducksch bejubelt einen Treffer, HSV-Trainer Tim Walter gestikuliert an der Seitenlinie.
Werder Bremen und Marvin Ducksch (rechts) gewinnen das Nordderby – der HSV und Trainer Tim Walter (links) hadert mit dem Schiedsrichter. (24hamburg.de-Montage) © Teresa Kroeger/Michael Schwarz/Imago

Laut Mattuschka könne der Schiedsrichter in diesem Fall nur auf Freistoß für den HSV oder Tor durch Bremens Leonardo Bittencourt entscheiden. Die Begründung: „Deliberate Play“. Wertet der Schiedsrichter das Handspiel von Meffert als Absicht, müsste er den Vorteil für Werder laufen lassen – das Tor von Bittencourt hätte also gezählt. Entscheidet er sich dafür, das Handspiel nicht zu pfeifen, gibt es aufgrund der Abseitsstellung von Bittencourt Freistoß HSV. Das Elfmeter-Tor von Ducksch zum 1:0 gab dem Spiel definitiv eine entscheidende Richtung.

Der nächste Aufreger auf der anderen Seite. Der HSV traf, Robert Glatzel soll vor dem Tor aber ein Foul begangen haben. Auch hier waren die Diskussionen groß. Das Tor gab es am Ende nicht.

Interessant für Stadiongänger: Diese Regeln gelten aktuell im Volksparkstadion.

Der HSV startet furios in die zweite Halbzeit, steht hinten aber zu unsicher

Werder Bremen hätte in der ersten Halbzeit durchaus höher führen können, der bärenstarke HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes sicherte den Rothosen den knappen Rückstand. In die zweite Hälfte starteten die Hamburger furios. Schon in der 46. Minute glich Jonas Meffert aus, der zu Beginn noch den Elfmeter verursachte. Wieder dauerte es einige Zeit, bis sich der VAR gegen eine Abseitsstellung entschied. Die Freude nach der Entscheidung hielt nur kurz – fünf Minuten später gab es erneut Elfmeter für Werder. Bakery Jatta war diesmal regelwidrig mit der Hand am Ball.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Niclas Füllkrug trat an und versenkte den Ball im Netz. In der Folge rannte der HSV unentwegt an, das nächste Tor schossen jedoch wiederum Werder Bremen. Erneut war es Marvin Ducksch, der in der 76. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Robert Glatzel konnte lediglich noch den Anschlusstreffer erzielen. Vor allem in der zweiten Halbzeit wurde das Spiel härter, es folgten viele Fouls. Im Großen und Ganzen ist der Sieg von Werder nicht unverdient, über die Szene vor dem 1:0 wird aber länger diskutiert werden.

Man muss damit leben.

Tim Walter, innerlich brodelnd, zu den Entscheidungen im Nordderby.

Auch die HSV-Spieler waren nach der Niederlage sichtlich und verständlicherweise frustriert. Robert Glatzel konnte vor dem vermeintlichen 1:1 kein eigenes Foul sehen. Jonas Meffert konnte die Entscheidung des VAR und des Schiedsrichters zum Elfmeter nicht nachvollziehen, weil Toprak ihm den Ball aus wenigen Metern an die Hand schießt.

Tim Walter gab sich gelassener: „Man muss damit leben“ sagte er innerlich sichtlich brodelnd nach der Partie. Trotzdem waren die Schiedsrichter-Entscheidungen auch für ihn eher unglücklich. Nun geht‘s gegen Karlsruhe im Pokal – so sehen Sie die Partie live. * 24hamburg.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare